Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 25 (21.6.1895)
- Date
- 1895-06-21
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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r Misoellen. ---- Gustav Jreytag. Ihr neulicher Nachruf für Gustav Freytag, in dem auch seiner veränderten Gesinnung den Juden gegenüber Erwähnung gethan ist, erweckte in mir folgende Erinnerung. Zu Anfang der sechziger Jahre brachte ein illustrirter Kladderadatsch-Kalender folgendes! Gespräch zwischen Müller und Schultze: M.: Es ist den Juden wohl sehr unangenehm, daß Sonnabend verboten ist zu schreiben? Sch.: Ja, lieber wäre es ihnen, es wäre Freitag (Freytag) verboten u schreiben. * — Eine patriotische Inschrift. Ms. 515 f. 87 der Breslauer ^tadtbibliothek findet sich folgende Notiz: „Bei der Beleuchtung Fürths am 18 (Oktober 1813) zur Siegesfeier! batte ein jüdischer Kaufmann, Herr Benedict, folgende Inschrift, die mit; besonderem Beifall ausgenommen wurde: j Als Jsralite zwar gebohren Und auf den Ewigen geschworen Bin ich anjezo doch bereit Zu verehren die Dreieinigkeit, Ich sage es dahero frei. Daß diese wirklich sei: Alexander I. Franz II. Friedrich Wilhelm 111." M. G. * Heiteres aus dem Gemeindeleben. In der Gemeinde F. vollte Niemand zur Tauchocho zur Thora gerufen werden. Es wurde deshalb ein für allemal ein armes Gemeindemitglied bestellt, das diese Vorlesung gegen eine Remuneration von je 3 M. über sich ergehen lassen mußte. Im jährlichen Gemeindeetat, der dem Landrathsamt zur Genehmigung unterbreitet werden mußte, figurirte daher regelmäßig der Posten: „Für den verfluchten Juden 6 M." In demselben Etat erregte einst eine andere Position die Aufmerksamkeit der Behörde. Dieselbe lautete: „Für den Posaunenbläser N. 5 M. (Gemeint war Schofarblasen.) In der Gemeinde wurde ein Verein Uachnosas kalloh gegründet, dessen Gelder in der Sparkasse deponirt wurden. Der Vorsteher ließ das Konto dieses Vereins auf den Namen „Kalten-Verein" eintragen. W. K. i. A. * Krirflursten der Redaktion. P. Br. in E. Die Werke des Maimonides sind meist schon ins Deutsche übertragen; sogar sein großes Werk Jad Hachasakah ist auszugsweise vor einigen Jahren in Petersburg von E. Solowayezik übersetzt erschienen. Den Moreh haben Schaper, Fürstenthal und Stern übertragen, die Ethik M. Wolff. Die betr. Bücher werden Sie von jeder jüdischen Buchhandlung erhalten. Geschäftliche Notizen. ----- Wie alljährlich veranstaltet das Intern. Reisebureau von F. Kür oly auch in diesem Jahre Gesellschaftsreisen nach Wien, Budapest, Hohe Tatra, Salzkammergut und Paris zu außergewöhnlich billigen Preisen. Heir«ts-Gks«ch!,! Israel. Arzt. 30er. ansässig in einem kleinen Städtchen Süddeutschlands, mit msgedehnter guter Praxis, möchte eine aeirat mit größerer 'Mitgift eingehen. Angenehmes Aeußere. gute Familie Bedingung. Anträge mit ausführlicher Schilderung j . er Verhältnisse erbeten unt. J. V. 9408 in die Exped d. Bl. zur Weiterbesördg. 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