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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-04-19 · Heft 16 (19.4.1895) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 16 (19.4.1895)
Date
1895-04-19
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Mrsoellen. — Die Berliner Museumsverwaltung hat neuerdings eine Reihe merkwürdiger altsemitischer Kunstdenkmäler aus Basalt und in Hochrelief, die gleich der Denksäule des Königs Panammu und dem Gottesbild des Hadad den Ausgrabungen im Tell von Zengirli entstammen, in meisterhafter Zusammensetzung aus den vielen Bruchstücken der Oeffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese Reliefs werden vermöge der von ihnen gebotenen unvergleichlichen Anschauung des Alterthums für lange Zeit die solcher Materialien bisher gänzlich entbehrende semitische Archäologie beschäftigen. Eine Veröffentlichung, Reproduktion und Bearbeitung dieser Kunstwerke ist in Vorbereitung. Bemerkenswerth sind einige kurze, allaramäische Inschriften von dem Bilde des Königs Barrekub, des Sohnes des Panammu, des vermutlich letzten Königs von Sam (um 732—727 v. Chr.). Die eine bei dem Symbol des Mondgottes Sin stehende Inschrift (dominus meus Baalharrän) bekundet zum ersten Mal Beziehungen, wie sie zwischen der Urgeschichte der Hebräer und Harran bestanden, auch zwischen den nordsyrischen Aramäern und Harran. * Heber den Vater der Orientmalerei in Deutschland, Wilhelm i G entz, plaudert Ludwig Pietsch in Westermann's Monatsheften in sehr belehrender Weise. Die ersten Anfänge der Orientmalerei bei den! europäischen Kulturvölkern liegen nicht viel weiter als siebzig Jahre zurück. Bei der künstlerischen Darstellung aller Vorgänge der biblischen j Geschichte lag während des ganzen Mittelalters, der Renaissance und * auch in der zunächst folgenden Zeit der Malerei nichts ferner als das Bestreben, ihren Bildern echt orientalische Lokalfarbe zu verleihen. Die! Expedition Bonapartes nach Aegypten bahnte, wie der Alterthumsforschung, auch den Künstlern zuerst die Wege. Delacroix, Horace Vernet (Jüdische Hochzeit in Marocco), Decamps. in Deutschland Wilhelm Gentz, können als die bedeutendsten ersten Orientmaler bezeichnet werden, welche an Ort und Stelle ihre Studien gemacht haben. Um die Mitte der siebziger Jahre hatte Gentz 'Algier besucht, das durch Horace Vernet in die Malerei eingeführt worden war. Eine Frucht seines dortigen Studienaufenthalts ist das schöne Bild „Gedächtnißfeier des Rabbi Jsaac Barschischat" auf der weit ins Meer hinausschauendm Uferhöhe über der Stadt Algier. An der Stirnseite des von Cypressen beschatteten, gewölbten, weißen Grabmalhauses verrichten dichte Gruppen von frommen Israeliten, tief gebückt, ihre Gebete. — Ein Jahr vorher, im Herbst 1869, hatte der nachmalige Kaiser Friedrich Palästina durchreist und die Stadt Davids besucht. Die ihm dort vor den Thoren-gewordene feierliche Begrüßung durch die herbeigeströmte mohamedanische, christliche und jüdische Bevölkerung hatte ihm einen großen, glänzenden Eindruck hinterlassen. Diese denkwürdige, malerisch prächtige Scene hat nach den Angaben des Kronprinzen, der öfters mit seiner Gemahlin das Atelier des Malers besuchte, W. Gentz in einem Gemälde verewigt, das heute eine Zierde der Berliner Nationalgalerie bildet. Aus Gentz' letztem Jahrzehnt stammt „Die Jeremiasgrotte bei Jerusalem". * — Die Nr. 15 der „Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" (Expedition Magdeburgerstraße 13, Zeitungsliste 4173) hat folgenden Inhalt: Zum Osterfeste. — Liberalismus und Antisemitismus. — Von unredlichen Wettbewerb. — Zur Abwehr. — Aus dem antisemitischen Lager. — Vermischtes. — Die Juden im Mittelalter. Geschäftliche Notizen. — Die Gemeinde „ Schochare Hatob", Schillingstraße 12, eine der ältesten am Platze, hat durch die Berufung des Herrn Rabbiner Dr. Band aus Krotoschin eine vorzügliche Kraft gewonnen, die zur Neubelebung und Kräftigung derselben beitragen wird. Herr Rabbiner Dr. Band ist als Gelehrter und Kanzelredner in weiten Kreisen bekannt und geht demselben auch der Ruf eines großen Pädagogen voraus. Herr Dr. Band gedenkt seine Kenntnisse besonders für die Jugend zu verwerthen, indem er eine Religionsschule ins Leben ruft, wo in allen Fächern der hebräischen Sprache unterrichtet werden soll. Für begabtere Schüler wird ein besonderer Kursus eingerichtet Biooker". Cacao 'stets die feinste Marke. holländ. General-Depot: Schiffbauerdamm 16, Berlin NW. 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