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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1895-03-22 · Heft 12 (22.3.1895) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
59 (1895)
Issue
Heft 12 (22.3.1895)
Date
1895-03-22
Page
[Seite] (sequence 17)
Language
German
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Misoellen. ----- Der Name Drepfus, dieser in der letzten Zeit zu so trauriger! Berühmtheit gelangte Name soll, wie M. Anatole Leroy-Beaulieu in „Revue des deux Mondes" vom Februar 1893 erwähnt, nicht deutscher! Ableitung sein; er soll vielmehr aus einer Korruption von Trevoux, , der alten Hauptstadt des Landes Dombes entstanden sein, wo im Mittel-! alter sich eine zahlreiche jüdische Gemeinde befand, die in Folge von i Verfolgungen nach Deutschland auswanderte. * — Es ist im Allgemeinen noch ziemlich wenig bekannt geworden, : daß der in der Wüste vom Himmel gefallene Mannaregen im Orient : in manchen Gegenden eine häufig beobachtete Erscheinung ist und sich : auf die natürlichsten Ursachen zurückführen läßt. In neuester Zeit wurde diese Frage von L. Errera nochmals sehr eingehend studirt und in jeder wünschenswerthen Weise geklärt. (8ur le „Pain du Ciel“ ■ provenant de Diarbikir in Extr. des Bull, de l’Academie royale de Belgique. Ser. III. Tome XXVI. n. 7). Das „Himmelsbrod" war im Vilajet Diarbekir (Mesopotamien) gefallen, wurde durch den belgischen Konsul zu Aleppo an das belgische Ministerium gesandt und gelangte dann von hier an die Akademie der Wissenschaften, die um eine ausführliche Begutachtung ersucht wurde. Es war dies auch von Werth, denn der betreffende Mannaregen war schon von vielen Zeitungen be- > sprochen worden, und diese Berichte hatten zur Zeit die wunderlichsten > Ansichten verbreitet. Es war schon vor vielen Jahren festgestellt worden,! daß das „Himmelsbrod" nichts anderes ist als eine Flechte, die von! 'Arten, welche bei uns Vorkommen, nur sehr unwesentlich unterschieden ist (Leeanora esculenta). Es war auch festgestellt worden, daß diese Art eine Steinbewohnerin ist, die wie viele andere Flechten die Fähigkeit! besitzt, an den unfruchtbarsten und trockensten Stellen vegetiren und sich vorzüglich entwickeln zu können. Die Mannaflechte ist nun durch die Eigenschaft ausgezeichnet, unter gewissen äußeren Umständen die Ver-! bindung mit der felsigen Unterlage zu lösen, so daß der ganze Flechtenz körper frei beweglich daliegt. Durch plötzlich einsehende Winde können dann diese verhältnißmäßig kleinen und sehr leichten Individuen, die oft i ganze Steinhügelketten der Wüste bekleiden, erfaßt, weithin fortgetragen! und dann an einem Orte in großen Mengen als „Regen" abgelagert > werden. Errera stellt auch fest, daß die Mannaflechte nicht unbej deutende Mengen von Nährstoffen enthält, wie wir dies ja auch von > anderen Flechten wissen. So ist es zum Beispiel von der Renthierflechte, die auf den Tundrenflächen der Polargebiete auf weite Strecken oft das einzige pflanzliche Lebewesen darstellt und hier in ungeheuren Mengen vorkommt, bekannt, daß sie allein das Leben in jenen Gegenden ermöglicht, da sie fast ausschließlich die Nahrung der Renthierheerden darstellt. Wir erkennen also, daß die Flechten, die bei uns kaum nach irgend einer Richtung Verwerthung finden, auffallenderweise gleichmäßig in den Breitegraden der eisigen Kälte und der tropischen Hitze zu großer Bedeutung für den Menschen gelangen. * ---- Der Schlachtruf „Deutschland den Deutschen" bis herab zu dem Ruf der rumänischen Antisemiten „Rumänien den Rumänen" ist nicht so neu. Die Weißen und Chinesen erdrückten mit ihrem Einfluß die armen Einwohner der Insel Hawai, daß sie den patriotischen Ruf erhoben: „Hawaii für Hawaier" (1. Evang. Missions-Magazin, Basel 1876 S. 94). * --- Einem Lehrer. M. Bondi hat einmal in der „Sulamith" folgendes Epigramm veröffentlicht: Sein Laufen, Rennen hat kein Ziel, Kaum daß die Nacht ihn unterbricht. Er giebt der Stunden, o wie viel. Und ach, wie wenig Unterricht. Die Nr. 10 der „Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" (Expedition Magdeburgerstraße 13, Zeitungsliste 4173) hat folgenden Inhalt: Eine Judendebatte im Reichstage. — Die Reichstagsnachwahl in Eschwege-Schmalkalden. — Zur Charakteristik der „Magdeburger Reform". — Wie in Sachsen die Religion geschützt wird. — Zur Abwehr. — Aus dem antisemitischen Lager. — Vermischtes. — Sprechsaal. — Büchertisch. Geschäft!iche Notizen. — Nächstens erscheint Heft V. 5-6 Schobuauth-Predigten von Rabbiner Dr. Kohn, Jnowrazlaw (Provinz Posen). Preis 1 Mark. Bestellungen sind jetzt schon zu richten an den Professor. BlooberL Cacao stets die feinste Marke. holländ. General-Depot: Schiffbauerdamm 16, Berlin NW. Berliner Tageblatt Als Zeitung große» Styls hat das täglich zweimal in einer Morgen- und Abend-Ausgabe erscheinende „Berliner Tageblatt" in Folge seines reichen, gediegenen Inhalts, sowie durch die Raschheit «nd Invertässiglreit in der Berichterstattnug (vermöge der an allen Weltplätzen angestellten eigenen Korrespondenten) die stärkste Verbreitung im Innnd Auslände erreicht. Nicht minder haben zu diesem großen Erfolge die ausgezeichneten Original-Feuilletons aus allen Gebieten der Wissenschaft und der schönen Knuste sowie die hervorragenden belletristischen Gaben, insbesondere die vorzüglichen Romane und Novellen beigetragen, welche im täglichen Roman-Feuilleton des „Berliner Tageblatt" erscheinen: So im nächsten Quartal die beiden reizvollen Romane: E. Vely: (Vierteljährliches Abonnement kostet 5 Mk. 25 Pf. bei allen Postämtern. „Meute", Arthur Zapp: „Dir Fräulein von Äiitan". Alle Romane und Feuilletons erscheinen in Deutschland zuerst im 8. T. und niemals gleichzeitig in andere» Dlättern, wie dies jetzt vielfach üblich ist. Außerdem empfangen die Abonnenten des B. T. allwöchentlich folgende höchst werthvolle Separat-Beiblütter: das illnstrirte Witzblatt „ULK", das feullletonistische Beiblatt „Der Zeitgeist", das belletristische SonntagSblatt „Deutsche Lesehalle" und die „Mittheilungen über Landwirthschaft, Gartenban und Hanswirthschaft". Die sorgfältig redigllte, vollständige „Handels-Zeitung“ des B. T. erfreut sich wegen ihrer unparteiischen Haltung in kaufmännischen »nd industriellen Kreisen eines besonders guten Rufes. Inserate (Zeile 50 Pf.) finden erfolgreichste Verbreitung).

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