Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 7 (15.2.1895)
- Date
- 1895-02-15
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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Misoellen. Sic transit gloria! Die in Leipzig erscheinende Kirchenzeitung bringt soeben über den Beichtvater der Ex-Kaiserin von Frankreich folgenden Bericht: „Sic transit gloria mundi!“ Unter den Leidtragenden, die dem Sarge des alten Lesseps folgten, befand sich auch ein kleines Männchen mit wachsbleichem Gesicht, langem schneeweißen Bart und dichten weißen Haaren. Kein Mensch achtete sonderlich aus ihn, und doch hatte der Mann einst in Frankreich seine Zeit des Glanzes und der Macht, und diese Zeit fiel gerade mit der Glanzperiode von Lesseps zusammen. Das kleine Männchen war der ehemalige Bischof Bauer, Beichtvater der Kaiserin Eugenie, der einstmals so berühmte Redner, der seinerzeit den Suez-Kanal eingesegnet und vor einer Zuhörerschaft von Kaisern, Königin und Prinzen die Weiherede gehalten hat. Der Mann, der damals eine Macht war, ist heute eine Null. Bernhard Bauer, aus Budapest und Jnde von Geburt, hatte sich, noch nicht neunzehnjährig, lebhaft an der Wiener März-Revolution betheiligt, war öffentlich von Kossuth umarmt und als Vertreter der Wiener akademischen Legion an die Pariser Studenten geschickt worden. Später hielt er sich eine Zeit lang in Baden auf, wo er sich der Gunst Feuerbachs erfreute. Als Lebensberuf hatte er die Malerei erwählt und reiste 1851 nach Italien. Auf dieser Reise machte er die Bekanntschaft eines vornehmen Franzosen, der ihn in Gemeinschaft mit seiner Mutter bekehrte. Im Jahre 1854 lernte er den Pater Augustin, den vormaligen Pianisten Hermann Cohen, kennen und wurde unter dessen Einfluß ebenfalls Karmeliter. Als „Pater Maria Bernhard vom allerheiligsten Sakrament" hielt er in Frankreich Predigten, welche das Entzücken der vornehmen Welt wurden. Auch die fromme Kaiserin Eugenie hörte davon, war neugierig und ließ den Pater nach Paris berufen, damit er in Notre-Dame die Fastenpredigten halte. Sein Auftreten bei Hofe fiel glänzend aus. Besonders die Frauen waren entzückt von dem neuen Prediger. Das bleiche, von dunklem Bart umrahmte Gesicht, das von dem Glanze schöner, blauer Augen erleuchtet war, besonders aber die anerkannt "beste Marko, unübertroffen an Aroma, Reinheit und Kraft. Preislagen von M. 1.70 bis 2,10 per 72 Kilo. Käuflich in allen besseren Geschäften der Oonsumbranche. AM ÄMHSftVwrt»!»?» ist für Kinder und Kranke mit Milch gekocht spec geeignet — erhöht die Verdaulichkeit der Milch. — Zu haben in Pack, ä GO, 30 u 15 Pf. Fm Festlichkeiten. L Hochzeiten, Tiners rc. Die Veranstalter eines derartigen Festes, welche oft iu Verlegenheit sind, wie dasselbe am besten zu arrangiren ist, möchten wir auf ein reizendes Büchlein aufmerksam machen, welches in der originellsten Form allerlei praktische Winke giebt. Das soeben in zweiter verbesserter und vermehrter Auflage erschienene Werk „Das Diner" von Hoteldirektor Robert Stutzenbacher giebt erschöpfenden und fachmännischen Aufschluß über alle einschlägigen Fragen, z. B. „Wie deckt und servirt man ein Diner, ein Dejeuner, ein Pic-Nic? Wie arrangirt man ein Buffet, einen Ball? Wie behandelt mau Wein, und in welcher Reihenfolge kommt derselbe zur Tafel? Wie viele Nahrungsmittel braucht man zu einem Diner per Kopf, von welcher Beschaffenheit müssen dieselben sein? Wie stellt man ein Menu zusammen?" k, :c. Das Buch ist aber nicht etwa nur eine nüchterne Abhandlung über diese Dinge, sondern es enthält iu der apartesten Ausstattung eine reiche Sammlung von hervorragenden historischen und launigen Öriginal-Menus aus allen Weltthei'len, von Diners fürstlicher Höfe und geselliger Vereinigungen, reicher Privatleute rc., wohlgeordnete Speise-Uebersetzungs-Tabellen, sowie interessante gastronomische Abhandlungen nebst vielem Andern. 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Nun kam er in die Mode, und er wäre alle vierundzwanzig Stunden des Tages nicht aus dem Beichtstühle gekommen, wenn er nicht die Kraft gehabt hätte, zu widerstehen. Er traf daher seine Auswahl, und er traf sie gut. Bald war er eine Macht, und seine Gemächer in der Rue Florentin, wo er der Nachbar Lesseps' war, wurden von Bittstellern und Bittstellerinnen nicht leer. Dann kam der Krieg und nach dem Kriege die Republik. Monsignore Bauer sprang aus der Kutte und schied zugleich aus der katholischen Kirche. Seine Nolle als Kirchenmann war ausgespielt, und er wendete sich fortan nur weltlichen Beschäftigungen und Zerstreuungen zu. Aber kein Mensch in Paris kümmerte sich mehr um ihn. Man geht an ihm vorüber, als ob man ihn nie gekannt hätte." — Die Nr. 6 der „Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" lExpedition Magdeburgsrstaße 13 Zeitungsliste 4173) hat folgenden Inhalt: Der Krach in der antisemitischen Partei. — Aus dem antisemitischen Lager. — Sprechsaal. holländ. 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