Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 59 (1895)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1895)
- Date
- 1895-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
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Misoellen. Der beste antisemitische Witz. Vor Kurzem veröffentlichte! die „Neue Zürcher Zeitung" eine kleine Geschichte, in welcher die Entstehung .des Böcklin'schen Bildes „Susanne im Bade" auf die Bestellung! eines Berliner Banquiers St. zurückgeführt wurde, der mit dem Künstler | dadurch in einen Rechtsstreit gerathen war, daß er ihm zugemuthet hatte, ' auf das ihm gelieferte Mahagonibrett etwas für ein Geburtstagsgeschenk! Geeigneteres zu malen oder das Brett unversehrt zurückzuerstatten. Bei der gerichtlichen Schlichtung des Handels erhielt der Banquier eine Entschädigung für das Brett und das Bild verblieb dem Künstler und wurde ein sehr begehrter Handelsartikel. Die antisemitische Presse nahm nun ohne Weiteres an, der Berliner Banquier sei ein „unverfälschter Hebräer" und das Bild die humorvollste Satire gegen den „modernen Shylok". Die „Deutsche Wacht" fühlte sich durch den Ausdruck einer übermüthigen Laune Böcklins sogar zu der Behauptung veranlaßt: „Jedenfalls ist es der beste antisemitische Witz, der je gemacht worden!" Der Central - Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", welcher sich für antisemitische Witze ganz besonders interessirt,! hat aber in dem angeblichen „unverfälschten Hebräer" einen christlichen Geschäftsmann, den Sohn eines preußischen Gutsbesitzers, ermittelt, dessen nichtsemitische Abstammung außer allem Zweifel steht. Wenn beffen Konflikt mit Böcklin der beste antisemitische Witz sein soll, wird wohl Niemand nach minder guten antisemitischen Witzen lüstern sein. * Eduard Hanslick, der berühmte Wiener Kritiker, hat über zwei große Männer des Judenthums geschrieben: „Sulzer hatte damals ein wunderbar ergänzendes und erläuterndes Seitenstück an dem seither verstorbenen Prediger Mannheimer. Der alte Mannheimer — noch sehe! ich seinen hageren, geistvollen Kopf mit den flatternden Haaren — - predigte, wie Sulzer sang. Dieselbe Gewalt über das Material, dieselbe fremdartige und doch Alles sortreißende Leidenschaftlichkeit, dasselbe be- I geisterte Aufleuchten des Auges und der Stimme. Es war die glühendste Kanzelberedtsamkeit, die ich erlebt, hier in Worten, dort in Tönen." (Geschichte des Konzertwesens in Wien. II. Theil, S.401.) * — Krethi und Plethi. Uebec die Ableitung dieser Phrase bringt Dr. Hermann Schräder in seinem „Bilderschmuck der deutschen Sprache" folgende glänzend gelungene Erklärung aus dem hebräischen „karath“ abschneiden und „palath“ laufen. Krethi und Plethi sind Scharfrichter und Läufer, aus denen nach der Bibel die Leibwache des Königs David bestand. Schräder exemplifizirt mit Recht auf die römischen Liktoren, die mit dem Richtbeil im Ruthenbündel den Konsuln voraufschritten. * — Die Nr. 4 der „Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" lExpedition Magdeburgerstaße 13, Zeitungsliste 4173) hat folgenden Inhalt: Zur sozialpolitischen Beurtheilung des Antisemitismus XIV. — Die „ausländischen Juden". — Zur Abwehr. — Aus dem antisemitischen Lager. — Vermischtes. — Briefkasten? Biookers holländ. Cacao wurde auf der Weltausstellung in Antwerpen 1894 mit dem „Grsuul PrixÄ% der höchsten Auszeichnung, prämiirt. Eine derartige hohe Anerkennung wurde bis jetzt noch keinem holländ. Fabrikate verliehen : mithin bleibt ßlooker’s Cacao die feinste Marke. rr ko M» I « anerkannt beste Heizkrast, wenig Asche gebend. Preise per Januar: Marke Centrnml. 18 ^tm. lang 6.50 Mk. Senslenberger Ilse. 18 Ctm. lang 7.— Mk. 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