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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-11-24 · Heft 47 (24.11.1893) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 47 (24.11.1893)
Date
1893-11-24
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Mrseellen. Heinrich Laube über Juden. Heinrich Laube schreibt in den „Monatsblättern" von Paris aus: „Da des Theaters erwähnt worden war, und Thiers in seinem Redeerguß sich über die Wichtigkeit dieses Instituts im Staatsleben verbreitet hatte, so wurde unter den kleinen Blitzen, welche solch einem befruchtenden Gewitter folgen, auch hier und da wieder der Rachel gedacht. Ich hatte dabei die Bemerkung zu machen, daß Niemand ihrer jüdischen Herkunst erwähnte. Wo der Jude emanzipirt ist, da wird er auch nationalisirt. Warum zögert man bei uns mit einer so nothwendigen Maßregel, welche durch Humanität und Klugheit zugleich geboten wird? Die Franzosen sind übrigens nicht so unkundig über die Verschiedenheit der Menschenrasse, welche zwischen einem morgenländischen Stamme und abendländischen Völkern herrschte, sie sind sich der Konsequenzen solch einer Verschiedenheit vielfach bewußt, wenn auch in ihren Zeitungen nicht leicht die Rede davon ist. — Münd< lich sprechen sie sich wohl darüber aus. Aber sie sind in diesem Betracht immerdar höflich und human: jedenfalls höflicher und humaner als wir Vielleicht weil eben die Einverleibung schon lange bewerkstelligt ist, vielleicht weil sie leichter zu bewerkstelligen war innerhalb einer so festgeschlossenen Einheit, wie das Frauzosenthum eine ist. Ist sie aber den Franzosen leichter geworden, so kann uns Deutschen die Emanzipation der Juden vielleicht noch nützlicher werden. — Wir bedürfen vielleicht noch nöthiger eines scharfen Sauerteigs, noch nöthiger als die von Natur so rührigen Franzosen. Der scharf jüdische Geist ist ein Sauerteig der Welt geworden; was ist es für eine Politik, diesen Sauerteig immer abgesondert gähren zu lassend Seine gute Wirkung leistet er erst, wenn er mit einem anderen Teige vermischt wird, und jede Stunde Verzögerung einer endlich doch nöthigen ganzen Maßregel ist ein Verlust. Die Lehre von den Uebergängen ist hierbei ein Jrrthum. Die Ueber- -änge können erst eiutreten nach der Vereinigung." 8. » F. In dem „Kiew Hawa" finben wir eine Notiz über eine alte Synagoge in Stefania lWolin). Wir geben im Nachfolgenden die Ausführungen dieses Blattes wieder. „Die Synagoge ist viereckig aus Stein gebaut. Die Hälfte hat bereits durch beit Zahn der Zeit sehr gelitten, und die Säulen, auf welchen das Gebäude gestützt ist, sind durch ihre dunkle, tiefschwarze Färbung, die sie im Laufe der Jahrhunderte angenommen, beredte Zeugen über die an ihnen vorübergeflossenen Jahrhunderte. Die israelitische Gemeinde dieses kleinen Städtchen; kann, da sie Dokumente hierüber nicht besitzt, nichts Genaues über Ze.t und Meister ihres Entstehens angeben. Auch die christlichen Mitbürge, wissen hiervon nichts. Doch sind Ansichten vorhanden, die wissen wolle:, daß man das Gebäude gleichzeitig mit dem Wall und der Festung un das Städtchen errichtet hätte. (Es soll dies zu einer Zeit gewesen sein, als die Slaven ohne König und Negierung unter der Leitung ihrer Patriarchen dort wohnten) Das Gebäude sei damals zu andere i Zwecken errichtet und nachher erst von den Juden zur Synagoge et worben worden. Diese Ansicht scheint aber um so rnehr richtig zu sein, als auch die Wände des Friedhofs denen der Synagoge in der Form gleichen. Auf einem der der Synagoge s. Z. geschenkten kupfernen Wasch j gefäße finden sich folgende Inschriften: Die Jahreszahl „1530" uw i die Buchstaben „L. H." auf der anderen der Satz: „Gott gieb den Frieden!! Amen, jn 'n„ hebräischer und deutscher Sprache. Die! Inschriften der anderen sind unleserlich geworden. Ein reicher Israeli! j hat für das erste 100 Rubel, für das zweite 300 Rubel geboten, doc,! will die kleine Gemeinde die Waschbecken nicht verkaufen. — Die Nr. 46 der „Mittheilungen aus dem Verein zu : Abwehr des Antisemitismus" (Expedition Magdeburgerstraße 13. Zeitungsliste 4173) hat folgenden Inhalt: Konservative und Radau antisemiten. — Die Berliner Stadtverordnetenwahlen. — Geschichtskenul! niß. — Zur Naturgeschichte der Antisemitenpresse II. — Aus dem anti semitischen Lager. — Vermischtes. — Aus Rußland. — Vom Bücher tisch. — Briefkasten. Geschäftliche Notizen. * „Musik verschönt das Leben"; dieser Ausspruch bewährt sic! täglich mehr und findet seine Bestätigung in der fortwährenden Zunahm; der Musikausübung, selbst in Kreisen, in welchen früher eine solche un bekannt war. Hand in Hand mit der wachsenden Liebe für die Musil geht die Nachfrage nach guten und billigen Musikinstrumenten. 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Wie stellt man ein Menu zusammen? rc. rc. lieber alle diese und ähnliche Fragen in dem Gesammt-Gebiete der Gastronomie giebt ein so eben in unserem Berlage erschienenes, reich ausgestattetes und prächtig illnstrirtes Buch Da« Diner von Robert Klutzenlnrcher erschöpfenden und fachmännischen Aufschluß. Das Werkchen enthält ferner eine reiche Sammlung von hervorragenden historischen und launigen Original-Menus aus allen Welttheilen. von Diners fürstlicher Höfe und geselliger Vereinigungen, reicher Privatleute rc., wohlgeordnete Sperse-Uebersetzungs- Tabellen, sowie interessante gastronomische Abhandlung nebst vielem Andern. Der Preis des in elegantem Nococoband gebundenen, reizend ausgestatteten Werls, das sich vorzüglich zu einem feinen Präsent für Damen eignet, ist auf Mk. 4.— festgesetzt. Zn beziehen durch jede Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct von der Verlagsbnch.iandlung Nüdolf Mosse, Berlin SW., Jerusalemerstraße 48/49. MW

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