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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-11-17 · Heft 46 (17.11.1893) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 46 (17.11.1893)
Date
1893-11-17
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Mrs cetlen. lieber die jüdischen Anekdoten schreibt (5. Brunner im „Zeitgeist": Tie Juden bilden selbst die merkwürdigste Anekdote in der Weltgeschichte. Die ihnen eigene dialektische Schärfe und der Sarkasmus, die Ironie und Selbstironie und andererseits die Anfeindung, der sie unausgesetzt zu begegnen hatten, haben auch den Witzworten, Anekdoten, Schwänken, die von ihnen und über sie im Umlauf sind, einen eigenthümlichen und unverkennbaren Charakter ausgeprägt. Unter den jüdischen Anekdotenerzählern, besonders in größeren Städten, findet man heute noch seltene Originale. Ihre Art, zu erzählen, ist im Allgemeinen nicht die schlechteste, und wenn ich auch weder dem fettigen, prononcirten Tone, noch den allzu kühnen Schwingungen der Taumen das Wort reden möchte, so glaube ich doch, daß aus einer Vermischung semitischer Lebhaftigkeit mit arischem Phlegma ein drittes edleres Produkt, der idealere Anekdotenerzähler hervorgehen könnte. Tie jüdische Anekdote gehört bei uns in Deutschland zu den prägnantesten, witzigsten und weitestverbreiteten. Uebertroffen wird sie in allen diesen Hinsichten nur vielleicht von der Zote, die sich unter allen Himmelsstrichen und zu allen Zeiten der größten Beliebtheit erfreute, weil sich hier der Witz unmittelbar am Geschlechtstriebe, der weitaus elementarsten Aeußerung der menschlichen Natur, entzündet. — Tie Nr. 46 der „Mittheilungen aus dem Verein zur 'Abwehr des Antisemitismus" (Expedition Magdeburgerstraße 13, Zeitungsliste 4l7Z) hat folgenden Inhalt: Tie Antisemiten bei den letzten Reichstagswühlen. — Ter Spieler- und Wuchererprozeß in Hannover. — Tie politische Stellung der Beamten. — Zur Abwehr. — Aus dem antisemitischen Lager. — Vermischtes. — Sprechsaal. — Briefkasten. d Briefkasten der UedaKtioru M. S. Ihnen und verschiedenen anderen Anfragenden theilen wir hierdurch die Adresse der Frau Tr. Nahida Nenn) mit: W. Potsdamerstraße 139. P N. in .H. Eine solche Anfrage läßt sich nicht im Briefkasten beantworten. Wir bitten um Ihre genauere 'Adresse. d Geschäftliche Notizen. ' Versicherungswesen Tie bedeutenden Fortschritte, die das wohlthätige Institut der Lebensversicherung alljährlich in Deutschland macht, verdanken die Lebens-Versicherungs-Gesellschaften nicht zum wenigsten ihrem eifrigen Bestreben, durch möglichst rationelle Einrichtung von Versicherungsarlen dem Publikum große Vortheile zu bieten. Zu den zweckmäßigsten Schöpfungen der Gegenwart auf dem Gebiet des Versicherungswesens gehört unstreitig die Todesfall-Versicherung mit Einschluß der Jnvatiditätsgefahr, die schon von einigen besonders rührigen deutschen Gesellschaften, zu denen auch die „Germania", Lebens-Versicherungs-Aktien- Gesellschaft zu Stettin zählt, in den Geschäftsbetrieb mit ausgenommen worden ist. Das Weselt dieser Versicherungsart besteht darin, daß ein Versicherter der „Germania" gegen Zahlung einer mäßigen Zuschlags Prämie, die sich aber ebenso wie die Lebensversicherungsprämie nach Ab lauf der ersten beiden Versicherungsjahre alljährlich um die Dividend vermindert, vom Eintritt dauernder Erwerbsunfähigkeit ab, sei diese durch Körperverletzung oder Erkrankung herbeigeführt worden, entweder vor weiterer Prämienzahlung befreit wird oder außerdem eine jährlich Reut! von 5 pCt. der versicherten Summe, zahlbar bis zur Fälligkeit dck! versicherten Kapitals, erhält! Diese Einrichtung der „Germania" ist ohne Zweifel von großer! Wohlthat für den Versicherten, dessen Einkommen auf seiner Arbeitskraft! beruht, da sie ihm die Gewähr bietet, daß er alsdann auch im Falb der Invalidität (Erwerbsunfähigkeit) den Zweck der Versicherung erreich! und nicht wie bei andern Gesellschaften infolge der drückenden Last der! Prämienzahlung zur Aufgabe der Versicherung gezwungen ist. Durch die Wahl dieser Versicherungsart vermag Jedermann gegen ein geringes Geldopfer Gefahren von sich abwendcn, die für ihn und seine Familie von den traurigsten Folgen begleitet sein können. Wie wir erfahren, sind bei der „Germania" in Stettin, trotzdem die Gesellschaft diese Ein-! richtung erst seit Jahresfrist getroffen hat, bereits ca. 1800 Todesfall-! Versicherungen mit Einschluß der Jnvaliditätsgefahr über eine Versicherungssumme von rund 10 Millionen Mark abgeschlossen worden. Dieses günstige Resultat, das die „Germania" im Verlauf eines Jahres aufzuweisen hat, legt sicherlich ein glänzendes Zeugniß ab von der großen Anziehungskraft, die diese zweckmäßige Einrichtung auf das Publikum ausübt. Wir sind aber überzeugt, daß dieser ohne Zweifel vollkommensten Versicherungsart, wenn das Verständniß für ihre wohlthätige Wirkung erst in die weitesten Kreise der Bevölkerung gedrungen ist, die Zukunft ganz gehört. * Die Exportbierbrauerei Justus Hildebrand in Pfungstadt, j welche in Berlin, Jüdenstraße 38/39, eine Filiale unterhält, hat zu den wiederholten Auszeichnungen auf allen größeren Ausstellungen auch auf der nunmehr geschlossenen Weltausstellung in Ehicago einen „Ersten Preis" erhalten Die erste von der Brauerei in Chicago eingelaufene Biersendung ist . bei dem Brande in der Deutschen Abtheilung mit vernichtet worden. * Ter Konsum von echtem russischen Karawanen-Thee hat in Deutschland in den letzten Jahren erheblich zugenommen, denn welcher nach Rußland reisende Deutsche brächte sich wohl nicht einige Pfund russischen Thee mit nach Hause. Viele deutsche Reisende, die in Deutschland sich nichts aus Thee machen, gewöhnen sich leidenschaftlich an den Genuß von echtem russischen Thee. Unerreicht an Aroma und Güte, ist der Gebrauch von russischem Thee durch seine Ergiebigkeit doch nicht theurer als die in Deutschland feilgebotenen billigen Ceylon-Thees, welche sich überhaupt in keiner Weise mit russischen Thees vergleichen lassen. Wie aus dem Annoncentheil ersichtlich, liefert das russische Thee- Depot in Petersburg, gr. Stallhofstr. 5, auch Postpackete russischen Thees nach Deutschland, welche zur Bequemlichkeit der Besteller auf der Grenze verzollt und dem Adressaten ab deutsche Grenzstation Eydtkuhnen über-! mittelt werden. F. geh. Frl., welches mehrere 1 Jahre selbstständ. e. fr. Haushalt vorgestanden, in all. Zweigen der Wirthsohaft voll st. erfahr., sucht ühnl. Stellung od. als Gesellschafterin in angesehener Farn. Vorzügl. Zengn. u. Ref. zur Verfüg. Off. erb. u. Chiffre J. I. «300 an Rudolf Mosse, Berlin SW. 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