Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 57 (1893)
- Issue
- Heft 42 (20.10.1893)
- Date
- 1893-10-20
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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MisoeNen. Ein hebräisches Gedicht an Bismarck. Herr Lehrer S. Bachenheimer in Bornheim sendet uns das nachfolgende hebräische Gedicht mit deutscher Uebersetzung zu, das er dem Fürsten Bismarck zu dessen 75. Geburtstage überreicht hat. Auch die Antwort des Fürsten folgt hier: . 1-1,Ts;*sn nrs zu: bzzn ]n sstan msi zrrbx wz "|?r nsa nnbr sin nn:a n~cz nram cnrzr rnzn nrs nurr mzr nns rn: nzro n^r nrr c;t’ naz rr.zi znzn naz rrrr c'ZTa naz nns 71M naz -pn rn nznzb ■jar "z nazrn ■jTIZZ ns IZZ'I “ar ns b^rri nssa nnr nm;a nPz ntrp nmzr -p^ra '->2 bzs -paru "n “pa1 Dem Manne, an dem Könige Wohlgefallen hatten und der Gunst gefunden in den Augen Gottes und der Menschen. Eine Gabe. Dargebracht von S. Bachenheimer, Lehrer. Fünfundsiebzig hast Du überschritten, Hast vollbracht, was Du verheißen: Dem König hast Du treu gedient. Guten Rath gegeben ihm. Biele Jahre hast Du Dich gemühet, — Biele Worte hast Du gesprochen. Biele Thaten hast Du vollbracht, Biele Gebote hast Tu gegeben. Zum Legen war Dein Leben. Tein Bolk, es freute sich Deiner, Erzählte von Deiner Ehre Und lobte Deinen Namen. Nu he hast Du nun gefunden. Nachdem Du schweres Werk vollendet — Genieße drum die Frucht Deiner Thaten! Es segne Dich der Herr und schirme Dich! Abschrift des Dankschreibens: Friedrichsruh, 12. April 1890. Für Ihre freundlichen Glückwünsche zu meinem Geburtstage sage ich meinen verbindlichsten Dank. v. Bismarck. Die Verspätung der Antwort bittet man mit der großen Zahl der eingegangenen Zusendungen entschuldigen zu wollen. Friedrichsruh, im Mai 1890. Das Privat-Sekretariat des Fürsten von Bismarck. Seiner Wohlgeboren dem Lehrer Herrn Bachenheimer in Osnabrück. 3 — Dem in etwa vierzehn Tagen erscheinenden Prachtwerk über die Musik- und Theater-Ausstellung, herausgegeben von Siegmund Schneider, entnehmen wir nachstehenden Brief Meyerbeer's, den er am Morgen nach der ersten Aufführung des „Propheten" in Paris schrieb. Borausgeschickt sei, daß Meperbeer am Morgen des Aufführungstages von seiner Mutter ein versiegeltes Schreiben erhielt mit der Aufschrift: „Zu eröffnen nach der ersten Aufführung des „Propheten". Meyerbeer, der diesen Brief während der Premiere in der Brusttasche getragen hatte, fand erst am 23. November die Muße, das Schreiben zu eröffnen. Das Schreiben enthielt nichts, als den alten Segensspruch: „Der Herr segne und behüte dich! Erlasse sein Antlitz leuchten über dir! Erbewahre dich und schenke dir den Frieden!" Unter dem Eindruck dieser mütterlichen Wünsche schrieb Meyerbeer folgende Zeilen: Theure, geliebte Mama! Ich habe den mütterlichen Segen, den du mir in deinen: Briefe geschickt hast, mit Andacht und Rührung in -dem vorgeschriebenen Momente gelesen, habe deinen theureu Namen mit Inbrunst geküßt, und habe deinen Brief auf der Brust bis zu Ende der Vorstellung getragen. Gott hat d<in Gebet erhört, theure, geliebte Mama, denn so viel man nach einer ersten Vorstellung beurtheilen kann, so ist der „Prophet" (unberufen und zur guten Stunde sei es gesagt) ein großer, glänzender Sueceß. — Das Oktoberheft der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums" (Breslau 1893) hat folgenden Inhalt: S. Kohn: Samareitikon und Septuaginta. — P. G. v. Möllendorff: Das Land Sinim. — I. Theodor: Der Midrasch Bereschit rabba (Fortsetzung). — I. Guttmann: Die Beziehungen des Johannes Duns Scotus zum Judenthum. — M. Steinscheider: Pseudojuden und zweifelhafte Autoren. — Die Nr. 42 der „Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" (Expedition Magdeburgerstraße 13, Zeitungsliste 4173) hat folgenden Inhalt: Vom Hochmuth. — Die Drohung der jüdischen Borstenhändler. — Antisemitische Rohheit. — Zur Abwehr. — Aus dem antisemitischen Lager. — Vermischtes. — Alls Rußland. — Sprechsaal. — Briefkasten. d ßct der Urdaktion rnigrgltttgene Lüchrr. (Ein näheres Eingehen mif einzelne Werke bleibt Vorbehalten.) Leopold Landau. Lüge und Wahrheit. Zweite Auflage. Pforzheim. Selbstverlag. W. Pohlmann. Jüdische Leiden. Neuwied 1893. L. Heuser. Lehmann-Hohenberg. Einiges Christenthum. Kiel 1893. Selbstverlag. S. B. Landau. Mirabeau und seine Stellung zum Judenthum. S. A. Frankfurt 1893. R. Brönner. I. Happel. Der Eid im alten Testament. Leipzig 1893. W. Friedrich. K. Faulmann. Im Reiche des Geistes. Lief. 12—16. Wien 1893. A. Hartlebcn. Der Jantener Knabemnord. Vollständiger stenographischer Bericht. Berlin 1893. Siegfried Cronbach. Vear Book of the Reform Gong. Keneseth Israel Philadelphia. Philadelphia 1893. Selbstverlag. Jahrbuch für die israelitischen Kultusgemeinden Böhmens. Herausgegeben vom Centralverein zur Pflege jüdischer Angelegenheiten in Prag Prag 1893. Jacob Brandeis. Israelitischer Volkskalender für das Jahr 5654. Berlin 1893. Hugo Schildberger. Geschäftliche Notizen. * „Germania", Lebens-Versicherungs-Aktien-Gesellschaft zu Stettin. Ende September ds. Js. blieben versichert 174,1öS Personen mit 476,119,204 M. Kapital und 1,654,553 M Jahresrente. In den verflossenen neun Monaten dieses Jahres wurden neu beantragt 9691 Versicherungen mit 36,732,627 M. Kapital und 114,141 M. Jahresrente. Seit dem Bestehen der „Germania" (1857) wurden für fällig gewordene Versicherungsbeträge 132.,, Millionen Mark ausgezahlt und seit 1871 den mit Gewinnantheil Versicherten 26,302,512 M. als Dividende überwiesen. Von dem Gesammtvermögen der Gesellschaft, das Ende 1892:144.265,530 M. betrug, entfallen M. 133,469,609 auf die Prämerienreserve und die sonstigen Sicherheitsfonds der „Germania" und M. 9,180,978 auf die Dividenden-Reserve der mit Gewinnantheil Versicherten. Diese erhalten die erste Dividende bei Zahlung der 3. Jahresprämie, die zweite Dividende bei Zahlung der 4. Jahresprämie u. s. f. und beziehen nicht nur den vollen Gewinn aus ihren eigenen Versicherungen, sondern sind statutenmäßrg auch Theilhaber an dem Reingewinne aus allen übrigen Geschäftszweigen der Gesellschaft. — Die nach Dividendenplan 6 Versicherten der „Germania" erhielten bisher eine mit jedem Jahre um 3% der vollen Jahresprämie steigende Dividende - im Jahre 1893 bis zu 39% der vollen Jahresprämie, während denselben 1894 bis zu 42% der vollen Jahresprämie als Dividende znfließen. Die „Germania" hat für diese Adtheilung einen besonderen Dividenden-Reservefonds gebildet, der dazu dient, den nach Plan 6 Versicherten auch für die Zukunft eine gleichmäßig M^7 496 351^b"l^f gewährleisten und Ende 1892 sich bereits auf