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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-08-25 · Heft 34 (25.8.1893) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 34 (25.8.1893)
Date
1893-08-25
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 ist genaue mfangs auf .ischah, und ade bekannt! Aufnahme ätzt werden g desselben uv ähnlichen nicht ungert auch hier che schaden. sichtet, hat Oesterreichl und den eine Ein- Vertragsrrauf hinl jüdischer indesten in , daß die Vertrage leich einem strie thütig ungen mit igencn Aries etwas Kaisers en Gottes- 'oßen Betempelgasse, d der Be- Feier bei. n hiesigen der übliche c in jedem n nun an bt darüber re ominöse glaube ist, und man .'söhnungst anrufen, Werglaube — Ohne ich Ihnen, ns in der nit diesem einen so ß derselbe 'den kann, prächtigen k Bequem - i der Bau?d)t wird, gänge die er Betsitze umen ein- >0 Kerzen, en ist die zt obwohl m Schluß Professor lniversität ngsrathes rler zum lniversität Leichselr Rudolfspitale, zum ordentlichen Professor der pathologischen Anatomie und zum Vorstande des pathologisch-anatomischen Instituts an der Universität ernannt worden. Professor Weichselbaum steht bekanntlich auch dem bakteriologischen Institut vor, in welchem die wichtigen Untersuchungen bezüglich der Cholerafälle vorgenommen werden. W. Krakau, 15. August. Trotz der Sommerzeit, wo alle Vereine ihre Thätigkeir einstellen, hält der in diesem Blatte mehrmals erwähnte Litteraturverein „Sfas Emes" seine Sitzungen regelmäßig wie bisher ab. Vor einer gut besuchten Versammlung, darunter sogar viele Chassidim, die sonst das Hebräische nicht leiden mögen, hielt gestern der Vorsitzende des Vereins, Herr Redakteur S. Fuchs, einen interessanten Vortrag in deutscher Sprache über „den Humor in Bibel und Talmud". Herr Fuchs führte eine bedeutende Anzahl von Beispielen an, die den unzweideutigen Humor in Bibel und Talmud bewiesen, und schloß in beredten Worten über den jüdischen Optimismus, der allein echten, wirklichen Humor za erzeugen vermag. Nach diesem lehrreichen Vortrage, der mehr als eine Stunde dauerte, ergriff ein anwesender Gast, Rabbinatskandidat M. Ehrenpreis aus Berlin, das Wort, um dem jüngst verstorbenen geistvollen Gelehrten Dr. I. M. R abb in o w itsch einen warmen Nachruf zu widmen. Redner schilderte die Vorzüge des Verblichenen, vergaß auch nicht, seine große Arnmth hervorzuheben, und mahnte seine Zuhörer, nicht nur die jüdische Litteratur, sondern auch ihre — Schriftsteller ernstlich zu fördern. Rußland. F. Warschau, 7. August. In dem Städtchen (.^adromb bei Noworadoms wurde der Jude Chaim Seew Sigelmann, seine Frau und seine beiden Töchter, von denen die eine verheiratet war, ermordet aufgefunden. Von den Raubmördern — ein Raubmord liegt in diesem Falle vor —, welche erst in die Wohnung einbrachen und bcimt das scheußliche Verbrechen ausgeführt haben, fehlt jede Spur. — In N ad omsk, Gouv. Pietrolkow, spukt seit einiger Zeit ein Maggid (Wanderprediger) umher, welcher sich dort täglich gegen die hebräischen Bücher — gegen die ganze hebräische Litteratur mit Ausnahme von Bibel und Talmud — in den ungeheuerlichsten fanatischsten Reden und Anschuldigungen erläßt. Finsterer, mittelalterlicher Aberglaube ermöglicht ihm zu predigen, daß das Unheil Israels aus dieser „unheilvollen" Litteratur hervorwachse. Ja, der Mann wagte es auszusprechen — o lin de siede! — jetzt zu Ausgang des neunzehnten Jahrhunderts — ausznsprechen vor versammeltem Volke (in der Synagoge, resp. Lehrhaus), das; in Radomsk in den letzten zwei Monaten nur infolge der „schändlichen" hebräischen Litteratur 200 Kinder gestorben seien, und daß es nur eine Errettung Israels aus seinem Exile, eine Befreiung aus seinem Sklavenjoche gäbe, welche aber nur durch öffentliches Verbrennen der erst „in Bann erklärten" hebräischen.Litteratur herbeigesührt werden könne. Was ist nun der Maggid, ein Heuchler — oder ein Narr 7 Ich weiß es nicht, mögen Lindere entscheiden! — In Birs, Bezirk Paniewies, wüthete diese Woche ein schreckliches Feuer, welches fast das ganz von Juden bewohnte Städtchen einäscherte. 253 Häuser sind ein Raub der schrecklich wüthenden Flammen geworden. Drei Gerbereien sind ebenfalls eingeäschert. 1500 Personen sind obdach- und brodlos geworden. Wie man uns aus Birs mittheilt, sollen sich auch unter denselben verschiedene Wohlhabende befunden haben. Der Gesammtschaden — nichts konnte gerettet werden — beläuft sich auf 3000 Rubel Mein Gott, welche Verhältnisse! „1500 Personen — Gesamm 1 schaden 3oo0 Rübel." Ein Meer von Jammer liegt in diesen Zahlen. Serbien. * Belgrad, 19. August. Es ist bemerkenswert, daß in der serbischen Skupschtina der erste Verfluch eines Deputirten, sich eines antisemitischen Argumentes in der Debatte zu bedienen, dem einmüthigen Protest des ganzen Hauses begegnete. Der Vertreter von Paracin, Dimovie, sprach sich nämlich dagegen aus, daß der dortigen Tuchfabrik die Zollfreiheit für die Einfuhr der Rohmaterialien gewährt werde, und führte nach bekanntem Muster auch den Umstand ins Feld, daß die Besitzer der Fabrik, die Gebrüder Münch aus Triesch in Mähren, Juden seien. Diese Auslassung verfehlte jedoch gänzlich ihre Wirkung, ja sie rief auf allen Seiten Entrüstung hervor. Am entschiedenstell protestirt Dr. Milenko Besnic, Professor des Völkerrechtes an der Belgrader Hochschule, gegen diese, wie er betonte, eines Volksvertreters unwürdige Taktik. Sowohl von der Ministerbank als auch von Seite der hervorragendsten radikalen und fortschrittlichen Deputirten wurde über das Vorgehen Dimovie' entschieden Mißbilligung ausgesprochen, u;ld der Vizepräsident Katic, welcher in dieser Sitzung den Vorsitz führte, trat das Präsidium an den zweiten Vizepräsidenten Paja Vukovie ab, um gleichfalls das Wort zu nehmen und sich den; allgemeinell Unwillen anzuschließen. Daß sich unter den Rednern gegen Dimovie auch der vielgenannte Erzpriester Milan Gjuric befand, ist nicht minder charakteristisch. Kulgaricn. r. Sofia, 18. August. Wir besitzen hier eine jüdische Schule, ehemals Talmudthora genannt, welche von der Alliance nach französischem Muster organisirt und theilweise subventionirt wurde. — In derselben erhalten 1500 Kinder elementaren Unterricht, französisch, bulgarisch und hebräisch. Dieser Lehranstalt wurde nun ihre Subvention kraft eines Sobranjebeschlusses gleich allen andern Volksstäuunen nichtbulgarischer Herkunft entzogen. Unser Gemeindevorsteher wollte nun die Regierung veranlassen, die Subvention wieder einzustellen, und legte derselbe in einem Gesuche den Gedanken nahe, daß sonst die 1500 Kinder ohne Schule blieben, eventuell der Regierungsschule zur Last fallen müßten. Allein wie schwer auch die Erhaltung einer Schule der jüdischen Gemeinde fällt, so wollen die Juden doch nicht ihre Kinder dem Unterrichte entziehen und haben auf die Subvention der Regierung verzichtet. Dieser Gedanke wurde denn and) in einer größeren Ver sanunlung der hiesigen Steuerzahler in sehr energischer und scharfer Weise dem Gemeindepräsidenten zur Kenntnis; gebracht, was natürlich einer Desavouirung gleichkommt. Doch machte der Präsident nochmals einen Versuch bei der Regierung, unter folgenden Erwägungen. Die zwei großen jüdischen Schulen bleiben dem Besuche jüdischer Kinder reservirt. 2. Das Hebräische soll als Lehrgegenstand nicht blos einmal am Sonntag, sondern drei mal wöchentlich gelehrt werden. 3. An Sabbath- und Feiertagen soll kein Unterricht ertheilt werden. Ob die Regierung darauf eingeht, wollen wir dahin gestellt sein lassen. Ebensowenig werden die übrigen Punkte des Petitums berücksichtigt werden, da die bulgarischen Schulen ohnehin mit Feiertagen überladen sind, daher jeder Unterricht fast illusorisch erscheinen müßte. Selbst der günstigste Fall der Gewährung der Wünsche des Gemeindepräsidenten würde zum Schaden des Judenthums ausschlagen, indem die jüdische Lehre und die hiesige traditionelle Bethätigung derselben aus der Gemeinde in Sofia schwinden müßte. — Diese Einsicht trieb nun die Gemeinde in die Opposition gegen den Gemeindepräsidenten Herrn D. Abraham Lewi. Wie man nun sieht, wird die Alliance Jsraelite Universelle, deren Grundpfeiler die Schulorganisation ist, kaum uns wieder ihre Subvention augedeiheu lassen — amb soll ein Telegramm altgelangt sein, welches die Zurückziehung aller Lehrkräfte unb des Direktors anzeigt. Türkei. if. Jerusalem, 27. Juli. Die von den Zionisten in Jaffa errichtete Schule fand den Beifall der Alliance Jsraelite, so daß dieselbe sich bereit erklärte, die Schule, in welcher bekanntlich nur in hebräischer Sprache gelehrt und uuterridjtet wird, in ein Gymnasium zu verwandeln, sobald nur der Verein in Odessa sich verpflichtet haben würde, die Hälfte der erforderlichen Kosten zu bestreiten. Es ist immerhin als ein Fortschritt für die Entwickelung hebräischer Sprache und hebräischer Wissenschaften zu betrachten, wenn ein Gyinnasium existiren wird, in dein mir in dieser Sprache gelehrt wird. — Die Glasfabrik der lteuen Kolonie T a n t u r o w neben S i ch r o n Ja c o b ist nunmehr eröffnet worden. Sie besitzt einen Umfang von 30 Meter Länge und 20 Meter Breite. Daß in derselben eine Reihe jüdischer Arbeiter Beschäftigung gefunden haben, war schon in der letzten Korrespondenz erwähnt. Der Leiter der Fabrik hat zugleich auch für das geistige Wohl der Arbeiter zu sorgen nicht vergessen, indem er eine Bibliothek und Lesehalle für die Arbeiter zur Ausfüllung der Mußestunden gründete. Der Verwalter erwarb aus den Mitteln der Kolonie ein großes Schiff, um die erforderlichen Maaren auf eigenen Schiffen befördern zu können. Auf diesem Schiffe lernen jüdische Knaben Matrosendienste versehen. Wir können dieses um so freudiger begrüßen, als dadurch den Juden ein neuer Erwerbszweig, dem sie bisher fast vollständig entfremdet waren, in die Hand gedrückt wird. Während man bisher .Kohlen von den deutschen Bauernkolonien erwerben mußte, ließ jetzt der Verwalter

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