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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-04-14 · Heft 15 (14.4.1893) · p. Seite 172

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 15 (14.4.1893)
Date
1893-04-14
Page
Seite 172 (sequence 4)
Language
German
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172 Interkonfessionelle und konfessionelle Humanität. In diesen Blattern ist bereits gegenüber den Bemerkungen einer Berliner Zeitung Über das Legat des Geh. Medizinalraths Cohn zur Unterstützung jüdischer Handwerker darauf hingewiesen worden, daß die von Israeliten in dem letzten Dezennium errichteten Stiftuligell zum großem Theil interkonfessionell waren. Ein Blick in das für das Jahr 1893 erschienene Verzeichniß von Stiftungen für gemeinnützige Zwecke in Berlin bestätigt diese Behaliptung. Die speziell für Israeliten bestilnmten Legate stammen zumeist aus einer Zeit, in der unseren Glaubensgenossen ausliahmslos alle gemeinnützigen Stistuugen verschlossen waren. So mag das Verzeichlliß dieser Stiftllugen, soweit sie fiir uns ein Interesse chabell, für sich selbst sprechen. Wir behalten die alphabetische Reihenfolge bei: Alexandersche Stiftung (1848). Fonds: 45,üOOMk. Die Zinsen sind zur Unterstützung jüdischer und christlicher Studirender und armer Personen jüdischen Glaubens bestimmt. A malien-Stiftung. Stifter: Louis Ries, gest. 1863. Der Zinsertrag wird zur Ausstattung von Mädchen, welche in der Moses Mendelssohnschen Waisen- Erziehungsanstalt erzogen sind, verwendet. Joh. Hoffsche Stiftung. 1863. Zur Unterstützung hilfsbedürftiger Veteranen. Verwaltung: Kriegs Ministerium. Frau Jonas geb. von Halle-Stiftung. 4 Stipendien an Studirende ohne Unterschied der Konfession. Eduard Kleemannsche Stiftung. 1855. Zur Gewährung von Unterstützung an Arme christlichen un jüdischen Glaubens. Verwaltung: Armendirektion Kraftsche Stiftung. Stifter: Rentier Isidor Kraft. Fonds: 173,000 M. Zur Unter stütznng von armen Näherinnen. Verwaltung: Magistrat. Lachmann-Stistung. Fonds: 30,000 Mk. Zur Unterstützung von Invaliden. Naumann Lachmaun-Stiftung. Fonds: 90,000 Mk. Zur Unterstützung jüdischer Armen. Lassallesche Stiftung. Zur Unterstützung verschämter Armen, welche der Französische Kolonie in Berlin angehören. Lehmannsche Stiftung. Zur Unterstützung 15 armer christlicher Familien. Leo'sches Vermächtnih. Stifter: Kaufmann Moritz Leo, gest. 1844. Zur Unterstützui, jüdischer Hospitaliten. Arnsteinsche Stiftung. Stifter: Kaufmann Kasper Arnstein, gest. 1849. Fonds: 180,050 Mk. Zur Unterstützung armer jüdischer Kinder. Bendemannsches Stipendium. Stifter: Anton und Heinr. Bendemann. 1827. Verleiht Stipendien halbjährlich an Studierende ohne Unterschied der Religion und Fakultät. Beschütz-Stiftu ng. Stifter: Kaufmann Siegfried Beschütz. 1855. Zur Unterstützung zweier jüdischer Hospitaliten. Brandenburg sehe Stiftung. Stifter: Kaustnann Hirsch Jakob Brandenburg, gest. 1844. Zur Unterstützung Armer, ohne Unterschied der Religion. Bütowsche Waisen-Stiftung. Stifter: Wittwe Adelaide Bütow, gest 1838. Fonds: 30,000 Mk. Zur Erziehung jüdischer Waisen weiblichen Geschlechts. Cohnsche Aussteuer-Stiftung. 1784. Fonds: 36,000 Mk. Verwaltung: Gesellschaft zur Ausstattung jüdischer Bräute (llnotumssat Kallah.) 1. Fräntelfche Stiftung. 1789 1790. Stifter: Elias Hirsch Frankel. Fonds 60,000Mk. Beihilfe zur Aussteuer. 2. Fränkelsche Stiftung. Stifter: Heymann I. Frankel, gest. 1824. Fonds: 135,000 Mk. Zur Unterstützung 10 armer jüdischer Wittwer. Adolf Ginsberg-Stiftung. Fonds: 60,000 Mk. Zur Verleihung von Stipendien an Maler und Bildhauer ohne Unterschied der Konfession. Goldschmidtsche Stiftung. Stifter: Kaufmann Baer Philipp Goldschmidt, gest. 1837. Fonds: 104,100 Mk. Zur Unterstützung Nothleidender, sowie zur Unterstützung verschiedener jüdischer Anstalten. Verwaltung: Landgericht Berlin. Gumpertzsche Vermächtnisse. 1851. Stifter: Rüben S. Gumpertz Fonds: 14,700 Mk. Zu verschiedenen wohlthätigen Zwecken innerhalb der jüdischen Gemeinde. H elfft-S tiftung. Zur Unterstützung von Studirenden der Medizin. Herz -Stiftung. Stifter: Kommerzien-Rath S. Herz. Zur Unterstützung verschämter "Armen ohne Unterschied der Konfession. Herzog-Stiftung. Stifter: David Herzog. Fonds: 30,000 Mk. Die Zinsen sollen am 10. September an unverschuldet heruntergekommene Arme vertheilt werden. Leßmaunsches Legat 1858. Zum Besten hiesiger jüdischer Armen. Lehmannsche Stiftung. Stifter: Frau Therese Lehmann, gest. 1884. Fonds: 200,000 M Die Zinsen werden an Arme weiblichen Geschlechts, und zwar je zur Hälfte an christliche und jüdische Personen in Raten von 180 Mk. an 10. Juli verliehen Sara Levysche Stiftung. Stifter: gest. 1854. Fonds: 120,000 Mk. Zum Besten verschiedene jüdischer Wohlthätigkeits-Anstalten exkl. 4500 Mk. für die hiesi o Armen-Direktion. Joseph Ioachim Liebermannsche Stiftung. Zur Unterstützung bedürftiger Märkisch-Friedländer. Moses Liebmannsche Stiftung 1638. Fonds: 373,113 Mk. Zur Unterstützung an jüdische Glaubensgenosse-.. Lindner'sches Legat. Fonds: 13,950 Mk. Zur Unterstützung gottesfürchtiger Armen d r Nikolai-Parochie. Louisen- Stiftung. Gewährt ohne "Unterschied des religiösen Bekenntnisses Unte stützungen zu Erziehungszwecken. Stiftung Mädchen heim. Stifter: Ferdinand und Fanny Reichenheim. Gewährt Mädchü gebildeter Stände ohne Unterschied der Konfession Aufnahme und Unte stütznng. Fonds: 320,000 Mk. Rüben Marens-Stiftung. Zur Aushilfe für Israeliten. Meyerbeersche Legate. Stifter: Generalmusikdirektor Jacob Meperbeer, gest. 1864. 3000 AO, denl jüdischen Krankenhause, 3000 Mk. der Auerbachschen Waisenhau Anstalt, 3000 Mk. zur Begründung von Reise-Stipendien für juiia’ Tonkünstler. Moses Mosersches Stipendium, Stifter gest. 1838. Für Studirende ohne Unterschied der Religio-!. Müllersches Stipendium. Stifter: Markus Müller. Mit je 150 Mk. werden 2 Rabbiner jährlich auf Lebenszeit unterstützt. 414 Mk. werden einem R ab bin at kandidaten als Stipendium gewährt Verwaltung: Vorstand do jüdischen Gemeinde. Padersteiusche Stiftung 1868. Gewährt armen Frauen christlicher und jüdischer Religion Nmo Maschinen und Handwerksgeräthe.

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