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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1893-02-03 · Heft 5 (3.2.1893) · p. Seite 51

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
57 (1893)
Issue
Heft 5 (3.2.1893)
Date
1893-02-03
Page
Seite 51 (sequence 5)
Language
German
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51; wirklich | dagegen Ich will scher Ge- Zewegung einzelne, ix Vielen ^'züge der tipathien Schotten, md, diese bin nicht Wenn bereit ist, der Fall, hen ganz haben n. (Lebrthie und inzeichnet ntisnms, cht edel, bei den ers nur erisirung Talmud- Massen t, welche Theologe, ewegung daß die ichtlichen cht sagt s wahr werden, erklärt, n Ausheid der ritisiren. mt Wege edeuten? Z69 auf n Bezug -Stirum er Graf, ioch als schrieb assungsnft das Kirche? n, aber r lassen? o leicht sich nicht g Hand tze. Ist rgierung es dem r dies^ ibe daj r smft gierrn maßlos m Mitgewährt ter und abe bte ll links.) Abg. Frh. v. Minnigerode (kouj.): Herr Rickert hat heute wieder deil Ruf nach der Polizei ertönen lassen. Sobald die freisinnige Partei in eine kleine Verlegenheit kommt, ruft sie nach der Polizei. (Sehr richtig! rechts.) Herr Hobrecht mag sich die Schuld zuschreiben, daß heute der Antisemitismus in die Verhandlung hineiugetragen ist. Ich lehne die Verantwortung dafür vollständig ab, ich beschränke mich auf das Nothwendigste. Ich erinnere daran, daß es eine antisemitische Partei noch gar nicht giebt. Es sind verschiedene Strömungen, die sich durchkreuzen, die verschiedenen Anschauungen folgen. Es ist ein Ammenmärchen, daß wir durch die Streichung des Satzes in unserem Programm : „Wir verurtheilen die Ausschreitungen des Anlisemitismus" eine antisemitische Partei geworden sind. Das ist schon oft widerlegt worden. Der leitende Gesichtspunkt ist lediglich der gewesen, daß wir sagten: dieser Satz ist überflüssig. Wir verurtheilen ebenso unsere eigenen Ausschreitungen und mit besonderer Vorliebe die Ausschreitungen des Freisinns. (Heiterkeit rechts.) Von einer Verfolgung der jüdischen Religion kann gar keine Rede sein. Vor jedem aufrichtigen Bekenntniß der Religion habe ich die ausgesprochenste Hochachtung. Aber wir legen entscheidenden Werth auf den christlichen Charakter des deutschen Volkes. Wer auf das christliche Bekenntniß Werth legt, der achtet auch den Juden. Wir verlangen eine christliche Obrigkeit in jeder Hinsicht. Herr Hobrecht hat selbst gesagt, die meisten Leute seien etwas antisemitisch. Der Tag wird nicht fern sein, wo auch in seiner eigenen Partei antisemitische Regungen stärker hervortreten, als jetzt. Ministerpräsident Graf En len bürg: Die Regierung konnte sich nicht dem Vorwurfe aussetzen, daß sie in irgend einer Weise Konnivenz gegen die Wahl eines Mannes, wie des Herrn Ahlwardt, übt. Das war der Grund für mein Vorgehen. Ich habe nichts gefunden, was in mir Hütte Zweifel erregen können, ob das richtig und zweckmäßig war. (Lebhafter Beifall links.) Abg. v. Waldow skons): Wir Arnswalder identifiziren uns in keiner Weise mit der Persönlichkeit Ahlwardts. Wenn nur ihn gewühlt haben, so geschah es lediglich aus der Erkenntniß, daß die Freisinnigen unsere größten Gegner sind. (Sehr richtig! rechts.) Abg. v. Ploetz (kous.): Die Wahl Ahlwardts in Friedeberg-Arnswalde ist die Quittung über die Unzufriedenheit mit den jetzigen wirthsch aftlichen Zuständen. Der Bauer wußte nicht, was werden sollte, und die antisemitische Agitation bemächtigte sich dieser Unzufriedenheit, die Antisemiten verstanden es, sie für sich auszunutzen Die Stimmen in dem Wahlkreise bekam nicht der Antisemitismus, sie waren aber gegen den Freisinn gerichtet. In Liegnitz werden Sie vielleicht dasselbe erleben. Wir werden von Etappe zu Etappe den Freiftim jetzt überall in der ländlichen Bevölkerung bekämpfen Wir haben gegenwärtig acht oder zehn Wanderlehrer. Es kommt ja vor, daß die Wanderlehrer einmal von den Juden sprechen, aber vielleicht unter zehn Fällen in einem. Der Bauernbund wird in seiner Agitation und Organisation fortschreiten, so lange ich an seiner Spitze bleibe. (Beifall rechts.) Abg. Rick er t (dfr.): Der Herr Minister weiß jetzt ganz genau, worum es sich handelt. Der Herr Abg. v. Ploetz hat zugegeben, daß der Bauernverein ein politischer Verein ist. Der Bauernbund hat das antisemitische Programm, das der Parteitag ausgestellt hat, ausdrücklich acceptirt. Herr v. Ploetz hat es ebenfalls aceeptirt als Vorsitzender des Vereins, und zwar mit Bezugnahme auf den Antrag Klasing. Ich würde es dem Herrn Minister empfehlen, die Rede des Herrn Klasing zu lesen.... Run sagen Sie nur, die Juden seien diejenigen, welche die armen Leute auspressen. (Sehr richtig! rechts.) In Arnswalde stand im Kreisblatt, als ich hinreiste, ich hätte mich auf dem Bahnhof von allen Juden empfangen lassen, und sie hätten mir 700 Mark gegeben (Große Heiterkeit.) Es waren zwei oder drei Leute, die mich empfangen haben und ich habe Alles, was es gekostet hat, aus meiner Tasche bezahlt. «Heiterkeit. ) Wo haben Sie denn Ihre Mittel für Ihre Agitation her, daß Herr v. Bleichröder auch einmal 10,000 Mark gegeben hat, zu einem bestimmten Zweck? Fragen Sie sich doch einmal, ob Sie auch sonst nichts von Juden bekommeil haben. Die reichsten Juden haben ja immer auf Ihrer Seite gestanden. Herrn v. Minnigerode, der mir immer der werthvollste Redner der Konservativen gewesen ist (Lachen rechts), will ich auf seine Worte erwledern, ich habe die Polizei nicht gerufen. Er hat dann weiter davon gesprochen, seine Partei verlange, daß die Obrigkeit in christlichen Händen liege. Was verstehen Sie unter Obrigkeit? Haben wir ihn ge- | fragt, da sagte er: jede Obrigkeit, und wer jede Obrigkeit ist, kann Nie-! wand zweifeln. Jeder Schulze, jeder Landrath, jeder Regierungspräsident, jeder Oberpräsident, jeder Minister und jeder Richter muß Christ sein.! (Sehr richtig! und Bravo! rechts). Das ist also Ihre Meinllng. (Ruf! rechts: ja, ja.) Ja, meine Herren, das wollte ich nur heraushaben. Sie j sollten es klar und deutlich sagen. Damit haben wir erlebt, daß die , Zeiten sich umgekehrt haben, seit Stahl, Ihr geistiges Oberhaupt, gelebt; hat, Stahl, das Ihr Oberhaupt noch sein wird nach Jahrhunderten, lind die konservative Partei wird niemals einen solchen bedeutenden Mann . an ihrer Spitze haben, wie Stahl. Das schließt aber dabei nicht ans,; daß Sie leider nicht im Stande sind, Stahl zu begreifen. Er hat sich der Verfassung gefügt. Sie wollen Bestimmungell derselben lunstürzen,! dazu müssen Sie sich aber eine Majorität im Reichstage schaffen, und! dort eine zu erlangen, wird viel schwieriger fein als hier. Hier hat einmal eine Verhandlung stattgefunden darüber, ob ein Jude Levp, der Schulze in Westpreußen war, Schulze bleiben dürfe, und da war der - Minister derjenige, der gegen eine winzige Zahl von Abgeordneten, die verlangten, daß ein Jude nicht Schulze werden diirfe, dafür eintrat, und! das Haus hat dem Minister mit großer Majorität zugestimlut. Mit : Zustimmung seiner Mitbürger ist der Manll auch Jude geblieben, nnt> jetzt wird es ja heiter werden. Wir kommell wieder dazu, daß auch nicht > einmal im Kreistage die Juden ihre virilen Stinnnen lverden abgeben können Die „Kreuz-Zeitung" hat einen ärgerlichen Artikel darüber ge^ bracht, daß die Juden im Kampf ums Dasein mehr erreichen als die Andern Wenn Sie den Juden nicht gleichen an Intelligenz, Fleiß ilnd Sparsamkeit, dann werden Sie nichts ausrichten: lllit diesen um stiirzlerischen Absichten auf die Verfassung kommell Sie feinen Schritt weiter. Insofern bin ich Herrll Hobrecht dankbar, daß er die Frage all geschnittell hat. Wir haben hellte die Erklärullg gehört, daß die Herreil i in keiner Obrigkeit einen Juden sehen wollell, lveder als Schlitze, noch, wie ich auch annehmen niuß, als Gendarmen. (Heiterkeit rechts.) Aber es wird Ihnen niemals gelingeli, nufere deutsche Ration so herunter zubringen, daß sie die Juden ihrer staatsbürgerlichen Rechte beraubt. < Lebhafter Beifall links.) Abg. Stöcker (kons.): Wenn der Abg. Rickert über konservative Männer reden will, so bitte ich ihn, seine Vorstlldiell zu vertiefeil. Er! scheint nicht zu wiffell, daß Stahl sowohl jüdische Lehrer an christlichen j Schulen, wie jüdische Richter dllrchaus verworfen hat. Stahl war ein I Jude, der durch eine ehrliche Taufe in die deutsche Volksgemeinschaft; und Anschauungen ausgenommen war. Gegen solche ehrlich getallfte! Juden wird auf unserer Seite llirgellds etwas eillgewendet werden. Wir; können, wenn sie tüchtige Leute sind, Ulls nur freuen, wenn sie durch eilte! ehrliche Taufe zu lms übergehen. Ich mache Herril Rickert daranf auf- : merksam, daß die bürgerliche Gleichstellung der Juden ihre vollen Kon-! sequenzen damals noch nicht gezögert hat. Wir stehen erst jetzt vor der > Erkenntniß, was die Emanzipation der Jllden für die christlichelt Völker j in der ganzen Welt bedeutet. Die Judenfrage ist voll fundamentaler j Bedeutung für unser Volksleben. (Sehr wahr! rechts.) Soweit es den ' Juden nützt, schließen sie sich ulls an, da haben sie den Wunsch, ills! deutsche Volsleken eiuzudringen, aber wo es ihnen nichts nützt, bleiben! sie jüdisch. Die thron- und altaruntergrabende Thätigkeit wird lllit > jüdischem Gelde genährt. Das Judenthum ist eilte zersetzende Macht. Die! antisemitische Bewegung ist eine nationale, die Völker fühlen ihre nationafe | Kraft, und diejenigen, welche in diesem Kampf auf Seiten der Indem stehen, spielen eine wenig beneidenswerthe Rolle. Ich habe die Jndenfrage aus dem litterarischen Gebiet in die praktische Politik übergesührt. Ich bedaure das nicht, denn die liberale Presse sucht jede Erörterung dieser Lebensfrage unserer Ration tobt zu schweigen. Es war nöthig, die Sache in die Oeffentlichkeit zu bringen. Woher kommt es, daß wenige Jahre ltach der wunderbaren Erhebung unser Volk in Unzufriedenheit und Zersetzung verfallen ist? Rach dem Kriege ist eine schamlose Unredlichkeit des Gründerthums hervorgebrochen, an der die Juden mit neun Zehnteln betheiligt waren. Schon in der Römerzeit waren die Juden ein odium generis humani. Wir müßten Schlafmützen sein, wenn wir uns das Ueberwuchern des Judenthums gefallen lassen wollten. Professor Delitzsch, der Freund des Friedens, hat in einer Schrift über den Talmud zweierlei festgestellt, daß durch den Tabnud hindurchzieht eine Meinung, daß andere Völker mit den Juden nicht gleichwerthig seien. Der Talmud leugnet also die Fundamente der Kultur, das gleiche Wesen aller Völker. Und das zweite von dem unheilvollen Einfluß der Juden-

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