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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-12-30 · Heft 53 (30.12.1892) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 53 (30.12.1892)
Date
1892-12-30
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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u-ovbeu sei -- wie e* in dem Artikel der deutschen Blätter heißt — diese! Annahme umß vollf ommeit an$gesch lo ssen w erden (<loii <Hre completeinent (Tartre.r SS Posen, 10. Dezember. Gesterll Otachrnittag 5 Uhr fand im Saale des Hotel Keiler wie alljährlich die von Herrn Rabbiner Dr. Bloch veranstaltete Feier des (5 h an nk ah fest es statt, bei welcher 60 Kinder; mit vollständiger Winterkteidung sowie mit Schreibmaterialien, Nüssen iutb Pfefferkuchen u. s. w. beschenkt wurden. Die Feier selbst, welche ein außerordentlich zahlreiches Publikum herangezogen hatte, bestand abwechselnd aus Solo- und Ehorgesängen, Klavier-Vorträgen, sowie auf das Fest bezüglichen Deklamationen der Kinder. Tie Leitung des musikalischen T heiles des Programmes hatte Herr Kantor Davidsohn übernommen und trug durch die mnstergiltige 'Art und Weise, mit der er sich seiner Aufgabe entledigte, in erster Linie zu dem trefflichen Gelingen des Abends bei. Eine Ansprache ermahnte die Kinder zum treuen Festhalten ■ am Glauben, zum Fleiß und zur Bravheit, und erläuterte die religiöse; Bedeutung des Festes. Nach der Feier wurden die Kinder bewirthet und gaben ihrer Fröhlichkeit durch muntere Lieder Ausdruck. AuS der Provinz Posen, 18. Dez. Am 6. d. M. beging in > Ple sehen das dort wohnhafte I ak ob 'sehe Ehepaar im Streife blühender i Kinder und Enkel das Fest der goldenen Hochzeit. Am frühen Vor-; mittag wurde dem Jubelpaar zur Feier des Festes ein Ständchen von : der Kapelle der Strecker'schen Rettungs-Anstalt gebracht Später brachten; Magistrat und Stadtverordnete, sowie der Vorstand der jüdischen Ge-! nieinde uub viele Privatpersonen ihre Glückwünsche dar. Oberrabbiner j Tr. Z u ct er m audel hielt eine Ansprache an das Jubelpaar und über-; reichte demselben die vom Kaiser verliehene Ehejubiläumsmedaille. —! Ein noch selteneres Fest begeht am 12 d. Vits. Herr Rentier Kirschner in Rogasen. Derselbe feiert am genannten Tage zugleich mit seinem 80. Geburtstage das Jubiläum seiner fünfzigjährigen Zugehörigkeit zur dortigen Stadtverordneten - Versammlung. Ich hoffe. Ihnen Näheres über die geplanten Feierlichkeiten demnächst berichten zu können. — In! Kosten wurde an Stelle des aus dein Magistrats-Kollegium scheidenden? Stadtkämmerers Wolfs, der fortan nur Rendant der städtischen Kassen . sein soll, Kaufmann S. Löwensteiu, Mitglied des Vorstandes des , dortigen ^Armennnterstützungsvereins, gewählt. U. Wl eschen, 18. Dezember. Am gestrigen Albend — „Sabbath- Ehannkah" — fand innerhalb der hiesigen Gemeinde ein solennes Fest zu w o hl t h ä t i g e n Z w e cke n statt. tAach dem Konzerte sprach Fräulein Gelhar einen von dem Herrn Lehrer Eohn hier verfaßten Festprolog, auf welchen die Ausführung der Posse „Don Eesar" folgte. 9lls Intermezzo wurde „Eine sidele Gerichtssitzung" gegeben Den Höhepunkt des Abends bildeten die lebenden Bilder aus aktjüdischer Zeit nach den Gemälden des Professors Oppenheim: „Freitag Abend vor dem Gottesdienste, Heimkehr aus der Synagoge, Sabbath - 'Ansgang, Kriegers Heimkehr" unter Begleitung liturgischer Melodien. Die Betheilignng an diesem schönen Feste war eine so außerordentlich rege, daß trotz der erheblichen 'Ausgaben ein Ueberschuß von ca 10 ) M. an den hiesigen Armen- und Frauenverein abgeliefert wurde. V Breslau, 20. Dezember. Der hiesigen „Gesellschaft der Brüder" sind durch Kabinetsordre vom 2. November d. I. die Rechte einer juristischen Person verliehen worden. — Die Freunde des verstorbenen Dr. Paul Li on dürfte es vielleicht interessireu, 31t erfahren, daß die Trauerrede, welche Herr Rabbiner Dr. Guttmann an der Bahre des Verblichenen gehaltert hat, nunmehr auf den Wunsch von Verehrern und Freunden des Da Hingeschiedenen im Druck erschienen ist und in der Erpedition der Brest. Zlg., sowie in der Haiuauer'schen Hosbuchhdlg. abgegeben wird. — Am Mittwoch starb hier Herr Elias Golschiener, welcher dem Vereine zur Unterstützung jüdischer Geschäftsleute während einer Reihe von Jahren angehört hatte. — In der Lessing-Loge hielt am vergangenen Donnerstag Herr Privatdozent Dr. F. London einen interessanten Vortrag: „Aus der Welt der Zahlen." V. Breslau, 19. Dezbr. Soeben komme ich von der großartigen, auch diesmal aufs Beste gelungenen Chanuka hfeier, welche alljährlich durch ein Ehanukahkomitee, an dessen Spitze Herr Theodor Oschinsky steht, arrangirt wird. Tie Feier ist für die unbemittelten Kinder der Gemeinde bestimmt. Dieses Mal sollen ca. 180 Kinder bedacht worden sein. Nachdem Herr Kantor Reifmann (Eerini) unter Harmoniumbegleitung des Herrn Kapellmeisters Pulvermacher die Chanukahlichter angezündet hatte, richtete Herr Rabbiner Dr. Guttmann eine recht ernste, kernige Mahnung an die Jugend, sich durch die Pflege der Liebe und Begeisterung für Glauben und Treue auch die sittliche Festigkeit für das Leben zu erwerben. Alsdann sang Herr Eerini noch das Moaus Zur, worauf ein junges Mädchen einen recht innigen, poetischen Dankesgruß all die edlen Gönner richtete. Dann erfolgte die Bewirthung der Kleinen mit Ehokolade und Kuchen, sowie die Verabreichllng von Kleidungsstücken, und die schöne Feier, für deren Gedeihen Herrn Oschinsky ein ganz besonderer Dank gebührt, hatte ihr Ende erreicht — Am jüngsten Sonnabend feierte Herr Theodor Oschinsky mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit. Die überaus zahlreichen sehr sinnigen Angebinde, welche sowohl von Wohlthätigkeitsvereinen als auch Privatpersonen dargebracht wurden, legten Zeugniß ab von der überaus schätzenswerthen 'Aufopferilug und Beliebtheit, durch die sich das Jubelpaar auszeichnet. ()a. Ans Schlesien, 18. Dezember. Der „Verein zur Beförderung des Handwerks unter den Juden" in Beuthen (Oberschlesien) begeht Anfang nächsten Jahres sein 49. Stiftungsfest. In stiller fast ein halbes Jahrhundert währenden Thätigkeit hat er viele Handwerker ausbilden lassen, und es sind in der Regel mehr Anwärter auf vom Verein bezahlte Handwerkslehrlings-Stellen, als untergebracht werden können. Der Verein zählt 130 Mitglieder. Vorsitzender ist Herr Steiumetzmeister Roseuthal. — Im „israelitischen Kranken- und Beerdigungsverein" daselbst wurde am 10. d. Mts. an Stelle des Kaufmanns Herrll Leopold Guttmann, welcher sein Amt als Vorsitzender des Vereins niedergelegt hatte, Herr Bierverleger Salo Goldste in und zuul Schriftführer Herr Holzkaufmann Lazar Perl gewählt. — Am 7. d. Mts. hielt in Frankenstein der dortige „deutschsoziale (alltiseruitische) Vereill" eine ziemlich besuchte Versammlung ab, in welcher Kallflnann Hie sich in weitschweifiger, agitatorischer Rede „über die 100 jüdischell Gesetze" an der Hand von Uebersetzungen zu verbreiten suchte. Der Redner suchte die Quellen des jüdischen Rechtes, des Talmlld und Schulchan-arllch, durch einen „Allszug" aus denselben ben Zuhörern darzulegen. Die Verlesung der „hundert Gesetze" soll Erstallnen hervorgernfen haben, so daß es dem Vortragenden leicht wurde, durch seine albernen Mystifikationen die Berechtigung der Existenz des Antisemitisinus den Anwesenden darzuthun. Wie der Vorsitzende des Vereins, Postsekretär Sommer, alsdann mittheilte, sind bereits eine große Anzahl „Weihnachtsflugblätter" (Kallft nicht bei Juden) an die dortige llnd benachbarte Bevölkerung vertheilt, sowie drei Petitionen um staatliche Revision der jüdischen „Geheimgesetze" (?!) an den Reichskanzler, Killtusulld Jllstizminister abgegangen. Nachdenl der Vorsitzellde noch das Thema „Rektor Ahlwardt und die Judenflinten" behandelt, ward an den Kaiser ein Gnadengesllch für den in Haft befindlichen „Rektor aller Deutschen" abgesandt. — Man sollte jüdischerseits dem Wachsen der antisemitischen Vereine in Schlesien etwas mehr Aufmerksamkeit schenken und die Gelegenheit nicht scheuen, die „Redner" durch sachkundige Widerlegung vor den Zuhörern der gänzlichen Unwissenheit zll zeihen. Auch in Oels hat sich ein antisemitischer Verein gebildet, dem bereits 64 Mitglieder beigetreten sind. Ein sehr angesehener Bürger der Stadt, der vorläufig nicht genannt sein will, ermahnt die Bevölkerung in einer öffentlichen Erklärung dringend, von den deutsch-sozialen Bestrebungen, die bisher in Oels keinen großen Fuß fassen konnten, fern zu bleiben. — Seit dem 1. Dezember führt Herr Amtsrichter David die Aufsichtsgeschäfte am Amtsgericht zu Kattowitz. Von Seiten der Subaltern- und Unterbeamten wurde diese Ernennung mit Freuden ausgenommen, da genannter Richter schon als Grundbuchrichter bei allen Parteien sowohl, als auch bei diesen Beamten sich großer Beliebtheit erfreute. — In Neustadt (Oberschlesien) wurde bei der am 12. d. Mts. vollzogenen Wahl eines Mitgliedes der Handelskammer zu Oppeln der bisherige verdienstvolle Vertreter, der Königliche Kommerzienrath Jvsef Pinkus, mit fämmtlicheu abgegebenen 17 Stimmen wiedergewählt. — Von einem frechen Bubenstreiche wird aus Kofel berichtet: Vier jugendliche Burschen hatten es sich zur Aufgabe gemacht, in der dortigen Synagoge während des Gottesdienstes allerhand Unfug zu verüben. Am Abend des 5. Oktober machten sie sich wiederum auf, um in der Synagoge nach dem Vorschläge des Einen von ihnen „Krach" zu

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