Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-12-30 · Heft 53 (30.12.1892) · p. Seite 635

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 53 (30.12.1892)
Date
1892-12-30
Page
Seite 635 (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3227931-3227985--49386-3270076
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ig wie folgt: e immer gleich ölte, im Borprecheiide Inm soßi Moses der Schüller hier!" iitjt und gonz I ich Rnuchfangj fegt?";! ihrem Gotten Sosfionleder.! : er mit einer j i Schuhe der;! Fron Auguste stng ober nicht, j wbriugen. Gr | fei, „der woS | „Komfortobel" | 3ei der Köchin, | tostboren Pcl,; | äßt, die dann E teder ob und Ä lriuge. Moses »sie selber noch :ht. .it Anstrengung gewesen, dem dürfte. Dos Vorwürfe der holdes Huhn tück zum Thee n wird bor's (wunden. Die veiß nichts, — iter. rfcu Hoden." ch noch Fleisch >cn." ziemlich zu-; des Menus Zuckerbäcker aus daß man sich ) schicken läßt. Die Housfron ist doch unruhig und sieht einen Augenblick in die Küche. Die Creme wor gerade angekonimen und mit ihr, wie bestellt worden war, fünf Päckchen „Hohlhippen" (das bekannte braune Gebäck). Das Eisknnstwerk wird ausgepackt und soll eben aufgetragen werden. - „Wo sind die „Hohlhippen"?" fragt hastig die Hausfrau. Wo sind die „Hohlhippen"? „Den Zimmt habe ich schon gestoßen!" erklärt Moses triuinphirend. Er hat fünf Dutzend Hohlhippcn im Mörser zu Staub gestoßen. — Frau Auguste sitzt in großer Aufregung zu Hause und wartet auf eine sehr wichtige Nachricht, die jeden Augenblick ciutreffen soll. Endlich, endlich erklingt die Glocke im Vorzimmer. Sie wartet, daß man ihr Meldung mache, aber es rührt sich nichts. Sie eilt selbst ins Vorzimmer. Moses, der draußen ist, nimmt die Habtocht- Stellung an. „Ist etwas für mich gekomuicn?" „Nein." „War Jemand da?" „Nein." „Hat der Briefträger geläutet?" „Nein." „Wer denn, Moses, in Himmels Namen?" „Die Glocke!" Fangen Sie mit so einem Meuschen etwas an! U Littnarische MittlMtimgim. tz Dr.M.Brann, Geschichte derJuden und ihrerLitteratur. Für Schule und Haus. Theil 1: Bon der babylonischen Gefangenschaft bis zum 'Abschluß des Talmuds. Breslau 1693, Verlag von Jacobsohn & Co. Gemeinhin wird als Zweck des Unterrichts in der Religion die Ausbildung des sittlich-religiösen Gefühls angegeben. Soll dieses Gefühl im Kinde klar erweckt werden, so muß die Vorstellung eine klare sein, das Kind muß das Sittlich-Religiöse gewissermaßen erleben. Dieses Erleben kann ein unmittelbares sein in der Natur und Gesellschaft oder ein mittelbares im theilnahmsvollen Nachempfinden an dem Wirken und Schaffen wie an dem Schicksal hervorragender Personen Für den Unterricht ist deshalb die biographische Form der Darstellung, welche den Stoff um und tu den Lebensgang einzelner Helden der Geschichte flicht, besonders geeignet. Hat das Kind in den Erzählungen von dem Leben der Patriarchen, aus der Kindheitsstufe der Menschheit, mit Leichtigkeit die ersten religiössittlichen Vorstellungen und Begriffe empfangen, so wird der Knabe und das Mädchen, der Jüngling und die Jungfrau aus dem Lebensgaug der hervorragendsten Personen der jüdischen Geschichte, aus dem lebendig pulsirenden Entwicklungsgang der Menschheit, sich eine Reihe von sittlichen Grundsätzen erwerben, die schließlich im Verein mit den eigenen Erfahrungen zur Bildung des religiös-sittlichen Gefühls und Gewissens siihren. Neben diesem Hauptzweck des Unterrichts hat die Unterweisung in biblischer und jüdischer Geschichte den Schülern die Kenntnis; von der fortschreitenden Entwicklung des Judenthums zu geben. Indem ihnen gezeigt wird, wie die gesammte Thätigkeit eines Helden sich jedesmal anschließt an die eines Vorgängers, indem ihnen alles Forschen und Streben, alle die Kämpfe und Leiden vergangener Zeiten vorgeführt werden, lernen sie das religiöse Leben der Gegenwart als Produkt tausendjähriger Arbeit im Dienste der Gottesidee kennen — es wird ihnen ein leichtfertiges Urtheilen munöglich gemacht, sie fernen den väterlichen Glauben verstehen, achten, lieben, an ihm festhalten bei allen Versuchungen des Lebens! Der Verfasser einer biblischen oder jüdischen Geschichte, die den: Lehrer bei dem Unterricht zur Grundlage, dem Kinde im Hause zur Wiederholung dienen soll, hat demnach folgende Aufgabe zu lösen: Er hat aus der Fülle von Musterbildern die hervorragendsten Personen der 1 biblischen und jüdischen Geschichte in den Vordergrund zu stellen, alle Ereignisse und Persönlichkeiten, welche zum Verständnis; des religiösen; Lebens erforderlich sind, in diese Musterbilder einzufügeu und die einzelnen Bilder so mit einander zu verbinden, daß jedes folgende Bild dem! Kinde den Fortschritt im Entwicklungsgang klar und deutlich zeigt.! Dabei muß die Darstellung dem jugendlichen Gemüth entsprechend vor! Allem von Herzen kommen und zu Herzen gehen, sie muß ferner einfach j und durchsichtig sein. Eine besondere Schwierigkeit bieten freilich hierbei! die nicht zu vermeidenden jüdischen Bezeichnungen für Begriffe, Sammelj werke, die gebräuchlichsten 'Abkürzungen u. s w. j Diese Aufgabe hat im wesentlichen Grätz' Nachfolger am jüdisch-! theologischen Seminar zu Berlin, Tr. Marcus Braun, gelöst. In der! That war Braun zur Abfassung eines Schul- und Lesebuchs der jüdischen j Geschichte vorzüglich geeignet. Seine historisch-kritischen Studien, seine große Belesenheit in jüdischer und profaner Geschichte und Litteratur,; die Begeisterung für die Geschichte des Judenthums, die sich in den verj schiedenen Schriften des Verfassers kundgiebt, sowie — was bei )lb-; fassung eines Schulbuchs schwer ins Gewicht fallt — seine pädagogische! Vorbildung und eine fünfzehnjährige Schulpraxis: alle diese Faktoren | haben zusammengewirkt, ein Schulbuch p schaffen, das nach meiner Meinung eine ganz vorzügliche Grundlage für einen gedeihlichen Religionsunterricht geben kann und wird, vorausgesetzt, daß der zweite Theil, der die jüdische Geschichte bis zur Gegenwart fortführeu soll, die gleichen Vorzüge anfweist wie dieser erste. Daß der Verfasser auf der Höhe der Forschung im Gebiet jüdischer und allgemeiner Geschichte steht, das beweist u. a. ein Vergleich seiner Darstellung des Herodes, des Philo mit der aller seiner Vorgänger. Hervorheben möchte ich noch die durchweg edle Sprache, die frei von jedem falschen Pathos ist, und die warme, von wahrer Begeisterung für unsere Religion getragene Erzählungsweise, die das Herz des Lesers alsbald gefangen ninnnt und zweifellos in dem Innern des Kindes einen mächtigen Widerhall Hervorrufen wird. Die Ausstattung, die der Herr Verleger dem Buche gegeben hat, ist im Ganzen eine gute; der Druck ist groß und deutlich — nur könnte das Papier stärker sein, auch ist der hellgraue Einband für ein Schulbuch ganz ungeeignet. Dr. S. Adler, Berlin. — Martin Phi lippso n: Friedrich II.I. als Kronprinz und Kaiser. Berlin 1893. G. Grote. Der leider so früh verstorbene Kaiser ist eine mit Recht so populäre Persönlichkeit, vor 'Allen; in unseren Greifen; er hat gegen den 'Antisemitismus so entschieden Zeit seines Lebens Front i gemacht, das; eine auf rein historischer Basis beruhende Lebensschilderung ' des edlen Fürsten sicher das größte Interesse wachrufen wird. Herr j Professor Philippson hat sich dieser ebenfo schwierigen wie dankens- : werthen Aufgabe unterzogen und dieselbe sehr glücklich gelöst. Gleich weit von panegyrischer Verherrlichung wie von etnfeiftger Parteileidenschaft, objektiv und sachlich, klar und vornehm schildert er, der gewandte Historiker, dieses Märtyrerleben von seiner Jugend- und Heldenzeit bis; zum traurigen Ausgang. Ueberall zeigt sich eine innige Vertrautheit! mit den politischen Vorgängen, ein feines Verständnis; der Charaktere; und Entwickelungen; überall tritt der allsgezeichnete Historiker in den Vordergrund, der Menschen und Verhültnisse von einer hü Hern Warte ’ und sul) specie aeierni betrachtet. Wenn wir von der Lektüre dieses bedeutenden nnb interessanten Buches in hohem Grade befriedigt sind,! lvenn wir hoffen dürfen, daß es unfern Glaubensgenossen unter so vielen; Kränkungen ihr Selbstbewußtsein und ihre Hoffnung auf bessere Zeiten! zu-beleben im Stande ist, so glauben wir doch auch, daß selbst eine j gegnerische Anschauung nichts Wesentliches gegen diese vorzügliche und j wahrhaft objektive Lebensbeschreibung wird einwendeu können. Und das! ist wohl das größte Lob, das man dem neuen Werke Philippsons - mit voller Ueberzeugung spenden darf.; * Unser Mitarbeiter, Herr I. Singer, der unermüdliche Direktor der Encyklopädie des Judenthums, bereitet ein größeres Werk ..La j question juive“ vor, welches folgende Partien enthalten wird: 1. .Lettre« I ouvertes adres.sees ii Mr. Paul de Cassagnac et Mgr. Je Cardinal Richard, i archeveque de Paris; 2. Lettres, extra,its de discours elc. de celeLre : savants et hoinmes politique ehretiens sur les Juifs et le .ludaisme:; 3. L'aceusalion du ineurtre ritnel: i. Henri Meine et le Judaisme;! v. La verite sur le Talmud; <>. Coupdoeuil sur l’liisl. du peuple I Juif etc. etc. J

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.