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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-12-23 · Heft 52 (23.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 52 (23.12.1892)
Date
1892-12-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I Wahrmami ie Advokaten ) der Großassichten, als mann, der de Verdienste lhanges, der t* 25 Jahren wegung eine ner Josef Geburtstag. >e Ovationen re-Stiftnng" , befaßt sich , den Juden mdelsbetrieb »es Handels: g nur unter ttet werden, sondern die n achtKilodaselbst von lassung und er Vorausner Priester jener Frist verbescheine l eines derffene Thatzember, der ter unserer lar unseren em Reichsauf Grund cselbe trägt . Antrag- . fand am sellschaft zu pflegen ch Kräften :en Verein dtrabbiner . - Am Oberrath Gelegenheit mbcuif ngsprozeß Ahlwardt, auf den r Sieg- )lsaß. — in Macelüchtlinge :r ist es 'chen Be- Jahren einer der Meldung t israelizesammte Verbrecher u 56. Jahrgang. Nr. 52. Allgemeine Berlin, 23. Dezember 1892. eitung öes Audenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Abonnements-Preis: Durch Buchhandel, Post oder direkt von der Expedition in Berlin unter Streifband bezogen vierteljährl. 3 M. Nedacteur. Gustav Karpeles. Begründet von Uabdrner D* Ludwig Philippson-Bonn. Verlags-CrpeLition: Lerlm, Zerufatemerstr. 48/49 Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag der „Allgem. Zeitung des Judenthums", Berlin SW., Jerusalemer Straße 48/49 zu richten. Verlag von Rudolf Mosse, Berlin. Inhüll. Leitartikel: Tie Klärung der Situation. — Ter „berechtigte Amt". Von Rechtsanwalt Bernhard Breslauer. — Ein Epilog zur jüngsten R'präsenlanteii-Wahl. Von I. Wiener. — Tie aulbropologische Stellung der 4nden. Von Tr. Felix v. Lu sch an. — Berthold Auerbach. Von Tr. Richard M. Meyer. — Tie sozialen Institutionen des Mosaismus und des platonischen staats. Von Dr. I. Horowih. (Schluß). — Feuilleton: Die Tochter des öhilosopbeu. Eine Erzählung von Max Ring. (Schluß). — Asriel. Von Moritz öcherbel. (Schluß). — Die diesjährige Ebanukah-Bescheerung in Berlin. Von l. Levy. — Svrechfaal. Der Gemeindevote. Korrespondenzen tu Nachrichten: Berlin. Königsberg Br.. Fürslenwalde a. Spr.. Posen. Hamburg. Bllrgreppach. Würzburg. Köln, 'flsen a. d. R.. Aus dem Elsaß. Wien. Prag. Graz, London. Paris. Petersburg. — Bon Nah und Fern. — Miscellen. Nie Klärung der Situation. Berlin, 21. Dezember. Unstreitig hat die Situation in der abgelaufenen Woche sich zu! ären angefangen. Auf den betäubenden Lärm des demagogisch-! niservaüven Parteitags ist nun großer Katzenjammer gefolgt. Und s tzt bemühen sich beide Parteien, die doch einen Bund geschlossen, recht ueit von einander abzurückm. Der Abgeordnete Pickenbach hat in iner antisemitischen Versammlung versprochen, die konservative Partei n zermalmen. In Zukunft, erklärte er, werde es nur noch eine antisemitische und eine sozialdemokratische Partei geben. Dagegen lestrebcn sich die vernünftigen Konservativen, die neuen Bundesgenossen on ihren Rockschößen abzuschütteln. Es regnet förmlich Absagen ns Holstein, Ostpreußen, Sachsen und anderen Provinzen. Die ent- ' stedenste war wohl die „eines hochangesehenen Konservativen", der i e Einladung zu einer antisemitischen Parteiversammlnng dahin beitwortet hat, daß er „die Zumuthung, die Zwecke des Antisemismus in irgend einer Weise zu unterstützen, als eine Beleidigung und die ganze antisemitische Bewegung als einen schmachvollen Krebshaden am Körper des deutschen Volkes betrachte." Auch die Organe des Centrums haben sich sehr entschieden gegen den Vorstoß der Kreuzzeitung" ausgesprochen, daß sie ihre Hand nicht zu einer Vernssungsänderung bieten könnten. Und endlich hat das Treiben der Antisemiten hier und in Wien selbst die Geduld des Grafen Taaffe chöpft. Er hat in sein neues Programm die entschiedene Bekämpfung -Antisemitismus ausgenommen und bereits mit dem würdigen "-Mechaniker Schneider den Anfang gemacht. Das sind die Ereignisse der Woche, von deuen wir eine Klärung r Situation erhoffen. Ein vielbesprochener Aufsatz in der Zeitschrift: DerneueKurs" weist entschieden auf denselben Weg hin. Er mahnt nn Frieden und zeigt die Wege zu demselben. Wir können selbsterständlich nicht alle Ansichten, die in jenem Artikel ausgesprochen 'und, billigen, wohl aber billigen wir den Ton der Mäßigung und nrit voller Anerkennung heben wir die gute Absicht hervor, Frieden Hl stiften und zu einer Verständigung zu gelangen. Auf diesem Wege geht es nicht mehr weiter; es darf zu keiner größeren Verschärfung der Gegensätze kommen. Alle Parteien müssen die Hand zum Frieden bieten — das ist der Tenor des Artikels, der außerdem eine Erklärung von maßgebender jüdischer Seite wünscht, daß wir uns nicht mit den! schlechten und radikalen Elementen identisiciren, daß wir auf unfern I staatsbürgerlichen Rechten bestehen und daß wir gern bereit seien, i den Weg zur Verständigung und zur Versöhnung einzuschlagen.! Sei es; wir haben den Kampf nicht angefangeu, aber wenn alle Ordnungsparteien den Weg zum Frieden beschreiten wollen, wir gehen! freudig voran! Der Artikel, dein man vielfach offiziösen Ursprung nach-! sagt, schließt mit folgenden bemerkenswerthen Auseinandersetzungen: „Je mehr zu allgemeiner Anerkennung gelangt, daß eine Verminderung der Gegensätze zwischen Christen und Juden in Deutschland; im staatlichen, nationalwirthschaftlichen und sozialen Interesse liegt, j desto zuversichtlicher dürfen die Juden darauf rechnen, auf christlicher , Seite williger Bereitschaft zilr Aufnahme in diejenigen Parteien zu begegnen, die mau die staatserhalteuden nennt.; Wo es sich darum handelt, das Interesse Aller 511 fördern, der gemeinsam friedlichen Arbeit den denkbar besten Erfolg zu sichern, da kann es bei beiderseitigem guten Willen nicht schwer fallen, die Grundlagen für eine Friedensalliance zu finden, die allen Friedensstörern gegenüber, sie mögen Christen oder Juden sein, einen vorwiegend defensiven Charakter haben soll. Kein Theil soll dem andern ein Opfer des Intellekts dringen, keiner dem andern eine unbillige Zumuthung stellen, keiner dem andern ein Canossa aufnöthigen. Was sie beide gewinnen, indem sie Zusammenwirken, gewinnt das gemeinsame Vaterland." Mit dieser Schlußfolgerung können wir uns freudig einverstanden erklären. Der Satz will nicht etwa sagen, daß die Juden iu das . Lager der konservativen Partei übergehen müssen, sondern daß es! ihnen nur ermöglicht werde, dies zit können. Und das ist gut. Rur dagegen nuiffen wir uns verwahren, daß das Judenthum als Spielball für politische Parteien gemißbraucht wird. Wir haben es immer und immer wieder betont, daß die Juden also l che keiner politischen Partei angehören, als Staats bür gerader jeder sich anschließen können, die nicht gegen ihre Rechte, ja gegen ihre Existenz kämpft. Rur der Konservativen Partei konnten sie sich nicht anschließen, weil diese eigentlich seit ihrem Bestehen gegen die Juden und gegen deren Gleichberechtigung ausgetreten, obwohl der Begründer der Partei, Professor Stahl, selbst ein Jude war. Und der sozialdemokratischen Partei dürfen sie sich nicht anschließen, weil dieselbe in ihr Programm den Kampf gegen jede Religion, also auch gegen das Judenthum, ausgenommen hat. Sonst tonnen sie; mit allen staatserhaltendeu Parteien gehen. Und es ist zu hoffen, daß dies iu ruhigen Zeiten wohl der Fall sein wird. Auch den Kampf gegen die schlechten Elemente, die aber in unserer Gesellschaft genau dieselben sind wie in der nichtjüdischen, sind wir sehr gern zu führen bereit, so inan uns nur Ruhe und Frieden gönnt. Für Ruhe und Frieden tritt auch jener Artikel ein. Wir wünschen von Herzen, daß diese! Aufforderung zum Frieden überall ein freudiges Echo wecken möchte.

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