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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-11-25 · Heft 48 (25.11.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 48 (25.11.1892)
Date
1892-11-25
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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oächt, daß c Nun, mu rß es beftl in fein.; bfertigum andere Qnu tt ihm die^'ij t in nächst »um befind ung, die '4 Berlin u . J »rzüglich [ =| evfen untals bcfair. nsburge, I Jahrgang. Ar. 48. Gerlin, 25. November 1892. Der GrmeLndevote. Weikage zur „Allgemeinen DeiLnng des IuöentHums ch mit Anaenpflege u; daß die ’ü Z c;efant i; o I hlthätigü i1 Aber fjoi age in t). v I »ewiß wir: bestimmt i sitzer wed : Schnorre, och Wob: man dem m jüdische: ade, besoi ich deul' n, werde: innen rin .mb Gine fass enn. ent Artikc.! Beispiel jlhabendc von seine m können :r Armen st Dr % Vortran Zebräisck> Abschlust ebd. rg 1892. ndeis. Korrespondenzen und Nachrichten. Deutschland. # Berlin, 23 Nov. Die Repräsentantenwahlen stehen vor i: Thür und die Wahlvorbereitungen sind in vollem Gange. Heute l end finden zwei Versarnmlungen statt, die eine im „Brüderverein" »m Denen, welche wollen, daß die Verwaltung der Gemeinde in der- 2»eit Weise fortgeführt werde wie bisher, die andere im Saale des Vereins junger Kaufleute" von Denen, welche dies nicht wollen, also vom > iitralverein. Die Kandidatenliste des Centralvereins ist bereits versandt; n enthält unzweifelhaft eine Reihe hochachtbarer Namen, aber wir veru!)'cn leider viele Andere, die mindestens ebenso achtbar und noch wichtiger n e», weil sie sich bereits in der Verwaltung der Gemeinde vorzüglich i »robt haben. Nomina sunt odiosa — und wir haben keine Verannsung, uns in Personenfragen zu mischen. Aber mögen die Wähler :s bedenken: Es handelt sich vor Allem darum, daß der sortschritt- .he Charakter der Gemeinde gewahrt bleibe, ohne daß selbstverständi.) an eine Vergewaltigung entgegenstehender Ansichten auch nur entfernt »acht werden dürfte. Es handelt sich ferner um eine Rep r äsen - :Nou der jüdischen Gemeinde Berlins Und für diese beiden Zwecke o eben nur die besten Namen, die unserer angesehensten und intelli- Aesten Männer, gut genug. Das mögen die Wähler bedenken und rum werden sie sicher sämmtlich an der Wahlurne erscheinen. Sie beisen oadurch ihr Interesse für das Judenthum von Neuem und sie ihren die Institutionen der Gemeinde in ihrer bisherigen mnsterhaften rwaltuug. Möge dieser Appell gehört und überall beherzigt werden! Berlin, 22. November. Vom deutsch-israelitischen Geck ndebunde ist soeben das 35. Heft der „Mittheilungen" erschienen. Felben enthalten den ausführlichen Bericht über die Verhandlungen sechsten Gemeindetages (Sonntag, 27. März 1892), sowie die uachgende Aufforderung, deren Beachtung wir unseren Lesern schon jetzt vfehleu: „Nachdem der kleine Fond, welchen uns die vor einigen streu veranstaltete Sammlung zu Gunsten des jüdischen Religious-!n »errichts in armen Gemeinden eingetragen hatte, nunmehr verbraucht sehen wir uns in die Lage versetzt, nächstens eine Neusammlung für I» feu Zweck zu unternehmen. Es werden zur Zeit 80 arme Gemeinden; 7227 Mark jährlich unterstützt, und mehr als zwanzig neue Gesuche o in der jüngsten Zeit eingegangen. Unsere Ausgabe für Religions-!erricht ist eine von Jahr zu Jahr wachsende. Bei der Wichtigkeit ier Sache und bei der heutigen Zeitströmung hoffen wir, daß die itglieder aller Richtungen sich an der Sammlung betheiligeu werden, o wir bitten diejenigen, welche uns durch ihre Thütigkeit bei dem! S.-mmelunternehmen unterstützen wollen, uns schon jetzt ihre Adressen : cklligst einzureichen. (An das Büreau Berlin W., Sigismundstr. 5.) Berlin, 21. November. Der „Akademische Verein für jü- » 'che Geschichte und L i t t e r a t u r" an der Universität Berlin, w elcher : üdirende aller Fakultäten als aktive Mitglieder aufnimmt, ist nun- ■ l)v in das XX. Semester seines Bestehens eingetreten. Der Verein i ut schon jetzt Vorbereitungen, um das zehnte Stiftungsfest im -ckruar 1893 in würdigster Weise zu begehen. — Wie wir hören, be- > uchtigt der Verein, aus Anlaß dieses Jubelfestes auch eine Festschrift : » auszugeben, welche neben einer Chronik des Vereins zwei wissenschaftliche ibeiten aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Litteratur ent- '.Uen soll. — Das rüstige Vorwärtsstreben dieses Vereins verdient sterall die wärmste Anerkcnnug. * Berlin, 21. November. Die Prozesse, welche als Nachspiel zur ckuschhoff-Affaire anzusehen sind, haben in demjenigen gegen den antisemitischen Redakteur Ober minder, der am 19. d. M. vor der -aesigen Strafkammer sein Ende fand, ihren Höhepunkt erreicht. Da - cue Gesichtspunkte auch in dieser Gerichtsverhandlung trotz ihrer mehrtägigen Dauer nicht zu Tage traten, so begnügen wir uns damit, das Urtheil und seine Begründung mitzutheilen. Der Gerichtshof entschied: Die unter Anklage gestellte Broschüre Oberwinders enthalte nicht blos eine Kritik, sondern sie gehe darauf aus, zu beleidigen. Sie wolle dem Publikum klar machen, daß bei dem ganzen Verfahren in Cleve resp. kanten im Interesse eines Juden fehlerhaft prozedirt worden sei, und daß man in dem Verfahren selbst dahin kommen könnte, blos um Buschhoff unschuldig zu machen, einen Katholiken als Blitzableiter zu gebrauchen. In ihrer fortgesetzt gehässigen und beleidigenden Tendenz operire die Broschüre mit nicht erweislich wahren Thatsachen, die den Staatsanwalt Baumgart und den Landgerichtsrath Brixius in ihrer Ehre kränken sollten. Die gegen diese Beamten erhobenen Vorwürfe seien völlig ungerechtfertigt, die Beweisaufnahme habe sich für den ersten Staatsanwalt recht günstig gestaltet. Etwa mögliche Angriffe gegen denselben wegen seines Plaidoyers haben die Vertheidiger und der Angeklagte unterlassen. Andere Vorwürfe wegen der Haussuchung und wegen der Freilassung des Buschhoff könnten sich doch höchstens an die Adresse des Bürgermeisters Schloß und des Oberstaatsanwalts richten, wenn sie überhaupt erhoben werden können. Die Unterstellung, daß der Untersuchungsrichter nur danach getrachtet habe, einem Juden durchzuhelfen, sei ein schwerer Vorwurf für einen Beamten, der viele Jahre lang seine Pflicht erfüllt hat. Der Gerichtshof hat dem Angeklagten zwar den Schutz des $ 193 zugebilligt, aus den Umständen und der Form er" gebe sich aber sonnenklar die beleidigende Absicht. Der Gerichtshof habe sich nach langer Erwägung über die Strafart für Gefängnißstrafe entschieden Ter Angeklagte habe nicht in kanten mitten in der Bewegung gestanden, sondern habe hier in der Wilhelmstraße recht weit von Santen gesessen. Dazu komme, daß die Autorität der Gerichte vor solchen Verunglimpfungen doch energisch zu schützen sei. Aus allen diesen Gründen hat der Gerichtshof den Angeklagten zu zwei Mouaten Gefängniß verurtheilt und den Beleidigten die Publikationsbefugniß zugesprochen. * Berlin, 20. Novbr. Der sozialdemokratische Parteitag hat bezüglich des Antisemitismus folgende Resolution gefaßt: „Der Antisemitismus entspringt der Mißstimmung gewisser bürgerlicher Schichten, die sich durch die kapitalistische Entwickelung bedrückt finden und zum großen Theil durch diese Entwickelung dem wirthschaftlichen Untergang geweiht sind, aber in Verkennung ihrer Lage den Kampf nicht gegen das kapitalistische Wirtschaftssystem, sondern gegen eine in demselben hervortretende Erscheinung richten, die ihnen im Konkurrenzkampf besonders unbequem wird, gegen das jüdische Ausbeuterthum, dieser sein Ursprung zwingt den Antisemitismus zu Forderungen Die ebenso mit den wirthschaftlichen wie politischen Entwickelungsgesetzen der bürgerlichen Gesellschaft im Widerspruch stehen, also fortschrittsfeindlich, d. h. reaktionär sind. Daher auch die Unterstützung, die der Antisemitismus vorzugsweise bei Junkern und Pfaffen findet. Der einseitige Kampf des Antisemitismus gegen das jüdische Ausbeuterthum muß nothwendig erfolglos sein, weil die Ausbeutung der Menschen durch den Menschen keine speziell jüdische, sondern eine der bürgerlichen Gesellschaft eigen" thümliche Erwerbsform ist, die erst mit dem Untergang der bürgerlichen Gesellschaft endigt Da nun die Sozialdemokratie der entschiedenste Feind des Kapitalismus ist, einerlei ob Juden oder Christen seine Träger sind, und da sie das Ziel hat, die bürgerliche Gesellschaft zu beseitigen, indem sie die Umwandlung derselben in die sozialistische Gesellschaft herbeisührt, wodurch aller Herrschaft des Menschen über den Menschen, wie aller Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende bereitet wird, lehnt die Sozialdemokratie es ab, ihre Kräfte im Kampfe gegen die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung durch falsche und darum wirkungslos werdende Kämpfe gegen eine Erscheinung zu zersplittern, die mit der bürgerlichen Gesellschaft steht und fällt. Die Sozialdemokratie bekämpft den Antisemitismus als eine gegen die natürliche Entwickelung der Gesellschaft gerichtete Bewegung, welche jedoch trotz ihres reaktionären Charakters und wider ihren Willen schließlich revolutionär wirkt, wei

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