Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 56 (1892)
- Issue
- Heft 34 (19.8.1892)
- Date
- 1892-08-19
- Page
- Seite 403 (sequence 7)
- Language
- German
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403 r, mußte i rsteheru tun ndrohung >abc der A> i die Anna! verns, SG >er damalig aber erscbi! n mitten er Jndewtc 14. Mart! :r kaiserli» nuthung. > ruf Bouau! stellte, d. >or die Tin dermrg, > Juden fern ndlung iin spnagog daß sie träger Pun nde Ereiz nn Titelt r lersetzuug n- 519), da u rs Karl, ,\ Mathiae nd Kaiser -5 und ließ iisti ides geiiu»; wm Schw ans ihn, > ni zum Ken «er Kurfüu pt im Man ie eine Ten England' edinand i nicht €iji Zreitage, Stadt in l Heer sich 49) mit d> ans ei na m uns Jur» anfzuweu bis am % sine gelva! iriggebliebnit ie Stadt ' nt et sich tn jüdische» dt» nd. In dieser Nacht floh sie (die Böhmen) der Schlaf, und das ganze er konnte sich nicht sammeln. Da sie mm um ihr Leben bangten, «m sie in der Burg (Hradschin) geblieben wären, so kamen alle sangehörigen mit dem Könige und der Königin, die sie sich gehlt hatten, auf die Altstadt. Noch in derselbe» Nacht kam das liserliche Heer auf den Hradschin und die Kleinseite ergab sich dem- IbkN. Am Montage den 13. Cheschwan (9. Nov.) früh zeitlich flüchtete, : sein Leben zu retten. Friedrich, ihr König, seine Gemahlin und die Leute, die er um sich hatte, und sie begaben sich außer Landes. Aber diesen ganzen Tag und am anderen Tage, Dienstag dem . Cheschwan, ergaben sich die Bewohner der Altstadt, mitten unter ichen wir (Juden) leben, noch nicht, ebenso ergab sich die Neustadt och nicht, da waren wir (Juden) in großem Leid, bis sie gegen Ivcud um Frieden baten. Der Herr ließ uns aber Gnade und Erbarmen finden vor den n-rführern, so daß sie Wachen in unsere Gassen anfstellten. So üe es nämlich der Kaiser allen Herren und Führern des Heeres boten, daß man an keines Juden Leben oder Vermögen Hand legen sie, sie vielmehr sorgfältig bewachen lassen nitifle. (In der Stadt) die waren die Häuser voll Schätze zur Beute und Plünderung einen eben Monat,') an die Juden jedoch legten sie nicht Hand. Um dessenwillen, nämlich um all desscnwillen, was in diesem tiefe enthalten istP) weil uns Gott, gelobt sei Er, mit Seiner chtige» Hand aus den großen Leiden erlöst hat, die über uns iweggingen, während die bösen Kriegstage im Lande waren und ehrend die Stadt belagert wurde durch ein großes Heer mit Macht id Gewalt, und sie über dieselbe kamen mit Schwert und Geschossen id großer Kriegsgewalt;b) wir aber entkamen durch Gottes Namen. Da haben die Weisen Prags und ihre Häupter (Rabbiner) und orsteher unter Billigung des Oberraibiners, des berühmten Gaon nd Lehrers Jesaja aus dem Stamme Levi (Hurwitz), der ins heilige nid gezogen ist, bestimmt, daß man den 14. Cheschwan znm Gcdächtniß- »'der göttlichen Wunder einsetze, daß man dieser beim Gebete und Danke wähne, daß jeder nach der Freigebigkeit seines Herzens an diesem »ge ein Lösegeld für sich zahle zur Auslösung Gefangener, und dieses Id solle durch die Vorsteher verthcilt werden. Bis nach Mittag solle um in Fasten weilen, sowohl Männer als Weiber (denn auch die ■-■(steten gehe das Wunder an) alljährlich, wenn sie es einmal begonnen siten. Nachmittag aber sollen wir uns aufmachen ans unserem Fasten, -len frohlocken und uns freuen seiner Hilfe um seines heiligen Wortes välen, die Er uns in seiner großen Gnade hat angedeihen laffep. So mag Er uns helfen und uns nie verlassen in alle Ewigkeit, men, Amen. (Gedruckt unter der Herrschaft des römischen Kaisers Ferdinand, lwht werde Seine Majestät). Wanderung durch Iderien. Von Dr. M. Levin. IV. Das Schicksal der Verbannten mußte im Vergleich zu dem der nückgebliebenen Marranen als ein glückliches bezeichnet werden, öonbbit, der letzte Manrenkönig, hatte seinen letzten Seufzer ausgc- ') Und mehr! Nach dem von Gydely mitgetheilten Berichten des bayr. -laatsarchivs. 9 Esther IX, 2v, wie überhaupt zahlreiche Phrasen absichtlich an (ii Buch Esther anlehnen, weil die Analogie des Festes und leiner Ber- »ilassnng mit dem vorliegenden Purim hervorgehoben werden soll. ') Die Schlacht und Plünderung. haucht in dem Abschiedsgruß: A Dios (iranml»! — verhallt waren auch die letzten Seufzer der Inden in Spanien, doch für die Moriscos und Marranen wurden nach wie vor die Scheiterhaufen angeschichtet. Bis in das Jahr 1682 forderte in Spanien und bis 1766 in Portugal das Blutgericht zahlreiche Opfer. Mit besonderem Pomp tvurde das Autodafe im Mai 1559 in Valladolid abgehalten, welchem die Prinzessin Dona Juana und der Prinz Don Carlos als Vertreter Philipps 11. beiwohnten; es war ein „wahrhaft königliches Fest". Wie anders als im Schillerschen Trauerspiel erscheint hier Don Carlos. Er sprach, stehend, mit entblößtem Haupte und mit lauter andächtiger Stimme: „Ich gelobe und schwöre bei meinem Glauben und meinem königlichen Work, aus allen meinen Kräften die katholische Religion zu vertheidigen, die Ketzer und Abtrünnigen z» verfolgen; Schutz und Beistand zu leisten dem heiligen Gericht, anf daß die Schuldigen stets und überall, ohne Ansehen der Person, ohne Rücksicht anf Geburt und Rang, ergriffen werden mögen." Der Generalgroßinqnisttor antwortete: „So helfe Golt Eurer Hoheit, wenn sie die Wahrheit gesagt hat." Er wandte sich darauf gegen das Volk, das, wie in einem Cirkus, auf die amphitheatralischen Stufen sich zusammengedrängt hatte, und wiederholte i» seinem Namen die vom Prinzen eben ausgesprochene Formel. Das Volk antwortete im Chor: Amen! Dann nahm Don Carlos, um dem heiligen Ferdinand nachzuahmen, ein Reisigbündel und warf es auf den großen Scheiterhaufen, der zuerst augezündet werden sollte. Und das Volk rief Vivat! „Drei Tage lang nach dem königlichen Fest blieb der Himmel von Rauchwolken nmschleiert und rochen die Umgebnngen des Campo grando nach Harz, Menschenfleisch und verbrannten Gebeinen, „Weihrauch zum Wohlgeruche des Herrn"; den Bewohnern Valladolid'» aber klangen die hcisern Mönchschörc, die dumpfe Stimme des Gencralgroßinquisitors, das Angstgestöhn »nd Schmerzgeheul der Verdammten in den Ohren, ein Höllenchor, in den sich das Zischen und Prasseln der Flammen mischte. Am vierten Tage erst zeigte der Himmel wieder sein blaues Antlitz und die goldene Sonne Castiliens leuchtete wieder gleichmäßig über Böse und Gerechte." In dem Museo real von Madrid befindet sich ein Bild Rizi's, welches das Auto general vom 36. Juli 1680, das letzte, das in Madrid abgehalten wurde, getreu darstellt. Auch ist uns eine geschichtliche Darstellung dieses Auto von dem Baumeister I. del Olmo erhalten, der das Blutgerüst errichtet hatte, und überdies als Alcalde und als Mitglied des Santo osicio, wie der Maler Rizi, der Handlung anwohnte. „Am Abende vor jenem 30. Juni hatte die sogenannte Prozession des grünen und des weißen Kreuzes stattgefundeu; 706 Personen, darunter die Granden Spaniens und die hohen Offiziere der Inquisition, nahmen daran Theil. Der erste Minister, Herzog von Medinaceli, trug das Glaubensbanner, vorn mit dem Wappen der Inquisition (ein grünes Kreuz im schwarzen Felde, zwischen einem , Olivenzweige rechts und einem Degen links), auf der Rückseite mit l dem Wappen des Königs. Diesem folgte das tveiße Kreuz uud! zuletzt das grüne, verhüllt mit einem schwarzen Schleier. Man trug! das grüne Kreuz mit allem Pompe aus den inmitten der Plaza! mayor aufgestellten Altar; das Glaubensbanner pflanzte man vor! dem Altar auf. Das weiße Kreuz aber trugen die Ordensbrüder! des Märtyrers St. Petrus nach dem Quemadero und stellten dasselbe! gegenüber dem Scheiterhaufen auf. Die ganze Nacht hindurch beteten Dominikaner vor dem Altar; mit dem grünen Kreuze und begannen daselbst mit dem Grauen des \ Tages Messen zu lesen. Um 10 Uhr Abends hatte der Großinquisitor ' den zum Feuertode Berurtheilten den Richterspruch angekündigt; zwei