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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-04-29 · Heft 18 (29.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 18 (29.4.1892)
Date
1892-04-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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t Herrn daß erwachsene erte der Herr i st o p h nmovero n in welcher )ene all- 56. Jahrgang. Ur. 18. Allgemeine Berlin, 29. April 1892. eitung öes Zudenthums. Gin unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Llemens ngverein Inf dem wel hafte sen, zum lagogen- — Das eutenant Gasthof Gel de Feueröst, weil nnerkbar ptmann, rundeten es onders e jüngste Artikels mannten Moral. hatten. — Dein des ihm ten von sdiplvme r Fron! mag es niens zn 1 f d) c i bung der dllrch die hkoumren ^n Altei n a t o. war, ge erlobung;n Parisneldet. - stehenre getroffen. Anden, ü b e v i s eh ö f e falls die Nenze il Heu einer den Neli l l e x a n l rituellen Die Jllden zu, dar sprangen, -Y o r lzzracki llendes ge. Ter rt. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Abonnements-Preis: Durch Buchhandel, Post oder direkt von der Expedition in Berlin unter Streifband bezogen viertelsährl. 3 M. Redakteur: Gustav Karpeles. Begründet von Nalitirner Ludwig PHNippson-Äonri Verlags-Vrpedition: Lertin, Lerufalemerstr. 48/49 Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag der „Allgem. Zeitung des Judenthums", Berlin SW., Jerusalemer Straße 48/49 zu richten. Verlag von Rudolf Mofse, Berlin. Leitartikel: Ein offizieller Bericht über die russischen Judenverfolgungen. — Schämen wir uns. Bon Prof. Tr. Steint hal. — Sieben Thesen zur Judenfrage. — Midrasch und Dichtung. Von Dr. Stößel. — - Feuilleton: Heimweh. Erzählung von Eduard Kulte (Forts.). — Littcrarische Mittheilungen. — Miseellen. . Der Gemeindevote. Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin. Srhirwindt, Samter, Königsberg i. Pr.. Gleiwih. Eisenach. Kolli. Stuttgart. Alis Baden. Augsburg, Wien, Budapest, Odessa. Konstantinopel. Mogador. — Bon Nay und Fern. Gin offizieller Bericht über die russischen Judenverfolgungen. Berlin, 25. April. Vor Kürzeln ist der offizielle Bericht erschienen, den die Kommission der Regierung der Bereinigten Staaten über die russischen Judenhetzen veröffentlicht hat. Dieser Bericht ist so lehrreich und interessant, daß wir es uns llicht versagen können, denselben so in eit als möglich in größerer Ausführlichkeit wiederzugeben. Er enthält das Ergebnis; der Untersuchungen, welche Oberst I. B. -lieber und Dr. W. Keinpster über die Behandlung der Inden in Rußland angestellt, und gicbt ein unparteiisches Bild, hervorgegangen aus eimun peinlichen Bestreben nach Erforschung der Wahrheit. Die angeführten Beweise stammen fast alle aus erster Hand und die Berichterstatter waren fast überall Augenzeugen der von ihnen beschriebenen Szenen. Bon dein Leben der Juden in Rußland haben sie mehr gesehen als irgend ein Freunder vor ihnen, und ihre Berichte besitzen daher einen besonderen historischen Werth. I. B. Weber vertrat den 33. Distrikt von New-?)ork im 49. und 50. Kongreß. Er war Mitglied der Einwanderungs-Kommission und Präsident der vorn Schatzsekretür ernannten Kommission, welche in (Europa Untersuchungen über die Auswanderung nach Amerika anstellen sollte. Sein Kollege, Dr. Kempster, ist ein sehr bekannter Arzt und erfreut sich eines ausgezeichneten Rufes. Bei der Bertheilung derben verschiedenen Mitgliedern der Kommission obliegenden Arbeiten wurde diesen beiden Herren die Aufgabe zucrtheilt, im Norden Frankreichs, in Belgien, Holland, Preußen, Rußland. Polen, Oesterwich-llngarn und Bayern Untersuchungen anzustellen. Die meiste Zeit brachten sie in Rußland zu, und gerade der Punkt, welcher die Auswanderung der Juden aus Rußland betrifft, nimmt den größten Theil ihres Berichtes ein. Die letzte, größere Auswanderung der Juden aus Rußland nach den Vereinigten Staaten begann kurz nach Erlaß der sogenannten Mai-Gesetze im Jahre 1882. Sie drohte große Ausdehnungen anjunehmen, aber sie wurde aufgehalten durch die Suspension dieser Gesetze, gegen deren Ausführung nie ganze zivilisirte Welt energisch Protest erhob. . Ein Jahr war noch nicht verflossen, als der schreckliche Erlaß aus dem Jahre 1882 erneuert wurde, und dies gab neue Veranlassung zur Auswanderung. Obgleich nun diese letztere durch eine j besondere Veranlassung hervorgerusen war, ist die Zahl der Ansj Wanderer int Vergleich zu den andern großen Völkern Europas doch? noch unbedeutend. Sie belief sich im Jahre 4882 auf 15,900; wenn sie jedoch, wie im Jahre 1891 die Zahl von 52,092 erreicht, so ist dies wohl geeignet, unsere Aufmerksamkeit zu erregen. Eine der Schlußfolgerungen, zu welcher die Mitglieder der Kommission gelangt sind, ist die, daß das Problem der russischen Einwanderung verschiedene internationale Fragen von ungewöhnlicher Wichtigkeit enthält. Sie sagen: „Wenn auch das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten eines fremdes Staates nirgend mit solcher Gewissenhaftigkeit beobachtet wird wie in den Vereinigten Staaten, kann es doch nicht als ein Akt der Freundschaft Seitens der russischen Regierung angesehen werden, wenn sie ihre jüdischen Unterthanen der Subsistenzmittel beraubt und sie uns völlig verarmt und ohne jeglichen moralischen Halt anfbürdct. Ja, sie darf es nicht einmal als eine Verletzung dieses Prinzips betrachten, wenn wir mit Rücksicht ans den Einfluß ans unsere eignen Angelegenheiten dagegen protestiren, gauz abgesehen von der Frage der Humanität. Nach der Ansicht der Mitglieder der Kommission besteht darin ein nachdrücklicher Grund des Protestes, den inan geznmngen ist anzuhören, und den man sehr beachten muß, wenn man uns jene Leute derartig aufdrangt, daß nur genöthigt sind, den Geist unserer Einrichtungen und die gewöhnlichen Instinkte der Menschlichkeit in Schutz zu nehmen." Und nun das Wichtigste ans dem Bericht selbst: Die Herren Weber und Kempster kamen in St. Petersburg am 17. August vorigen Jahres an. Zwei Tage vor ihrer Ankunft hatte die Gesandtschaft der Bereinigten Staaten eine 'Audienz bei dem Minister des Innern für sie erbeten. Während sie eine Antwort hierauf erwarteten, hatten sie eine Unterredung mit einem Beamten des Ministeriums der äußeren 'Angelegenheiten, Herrn Schifchkin, der früher der russischen Gesandtschaft in Washington attachirt war. Er ging ihnen mit Vorbereitungen zu einem Programm an die Hand, indem er ihnen die Städte bezeichnete, deren Besuch von Interesse sei, und machte sie darauf aufmerksam, daß sie sich auf offiziellem Wege Briefe und die nüthigen Dokumente beschaffen müßten, warn sie sich ihre Forschungsreise erleichtern wollten. Der Reiseplan wurde festgestellt und die erforderlichen Gesuche in der angegebenen Form eingereicht. Sie erhielten jedoch keinen Bescheid, auch das Audienz-Gesuch bei dem Minister des Innern hatte keinen Erfolg. Als die Mitglieder der Kommission nach fünftägigem Warten keine Antwort erhielten, beschlossen sie, ihre Untersuchungen ohne die offizielle Genehmigung der russischen Regierung vorzunehmen. Erst nach ihrer Ankunft in Moskau, an: 25. August, erhielten sie von der Gesandtschaft der Vereinigten Staaten die Nachricht, daß der Minister

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