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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-03-25 · Heft 13 (25.3.1892) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 13 (25.3.1892)
Date
1892-03-25
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 - . den Bedürfnissen der bulgarischen Jndenheit nicht im Einklang stand. Hoffentlich wird beim neuen Turnus das entscheidende Wort wo anders als in der Seitenstettergasse gefällt werden. Amerika. * New ))ork, im März. Nach eben eingelaufenen amtlichen Berichten sind in 1891 im Staate Rio Grande da Sul in Brasilien 19,578 Europäer und darunter 2100 Russen eingewandert. Die Letzteren werden wohl größtentheils Juden sein. Es scheint also die Einwanderung russischer Juden in Brasilien viel stärker zu sein, als man gewöhnlich meint. — Herr Rabbiner Rosenau, ein Zögling des Hebrew Union College, seit drei Jahren Rabbiner der Gemeinde in Omaha im Nebraskastaat, wurde letzten Samstag einstimmig von der Ohob Schalom Gemeinde in Baltimore als 'Adjunkt-Rabbiner mit Herrn Dr. Benjamin Szold erwählt. — Die „Deborah" schreibt: Herr- Prediger Henry P. Mendes, Haham der portugiesischen Gemeinde Scherith Israel in Nerv-Pork, wurde letzten Samstag von einem gewissen Jose Misrachi in seinem Hause an der West-Neunten Straße meuchlerisch geschossen und wie man glaubte, lebensgefährlich verletzt. Misrachi ist ein Gewohnheitsbettler, der in derselben portugiesischen Gemeinde sich als Mitglied ansgiebt und von Herrn Mendes vielfach unterstützt wurde. Es scheint, daß der Herr Haham demselben weitere Unterstützung verweigerte, und der desperate Bursche beabsichtigte, den unschuldigen und wohlthätigen Mann zu erschießen, was ihm zufällig nicht gelungen ist. Nach den letzten Berichten ist Herr Mendes außer Gefahr und der mordlustige Misrachi noch nicht verhaftet. Unter allen grauenhaften Ereignissen New-Horks ist dieser Meuchelmordsversnch das Grauenhafteste. Eilt geistlicher Beamter wird am Sabbath in seinem eigenen Hause von einem engeren Glaubensgenosse!: meuchlings angefallen und niedergeschossen. Unter Israeliten ist so was noch nie dagewesen. Die Kunde von einer solchen Missethat muß jeden Israeliten mit Schrecken und Jammer erfüllen. Sind wir so tief gesunken, bis zum meuchelmörderischen Banditen gesunken? Unser tief empfundenes Mitleid für Herrn Mendes ist nur dem Abscheu vergleichbar gegen den Missethäter und der Scham, die wir empfinden, daß solch' eine Missethat unter uns Vorkommen konnte. Tief empfinden wir den ganzen Schmerz des Herrn Mendes, seiner Familie und seiner Gemeinde. Bnenoö-AyreS, 10. März. DieKolonisationsunternehmung des Baron Hirsch nimmt unter ihrem neuen Gereuten Tr. Adolf Roth einen ungemein thätigen Anlauf, um die Kolonisirnng demnächst in größerem Maßstabe aufzunehmen. 'Nachdem er, abgesehen von den früheren Landkäufen in Entre Rios, nunmehr in derselben Provinz bei Uruguay noch weitere werthvolle Erwerbungen gemacht hat, erlangte Herr Roth dieser Tage von der Regierung die Anerkennung der Jewish Kolonizatiou Association als juridischer Person. Materiell ist diese Gesellschaft identisch mit der Person des Baron Hirsch, der von den 20,000 Aktien der Association für sich 19,990 gezeichnet hat. Die übrigen Mitglieder der Gesellschaft sind die Herren Lord Rothschild, Sir Julian Goldsmith, Ernst Joseph (Lasset, I. D. Mocata, I. H. Goldschmidt. Salomou Reinach und Benjamin Luis Cohen. Von Vob und Fern. Die Herren Dr. i,nN. Schweri u und Dr. mell. Julius Lazarus, dirigirender 'Arzt der inneren 'Abtheilung des jüdischen Krankenhauses, haben den Titel Sanitätsrath erhalten. — Gegen Ahlwardt hat, wie die „Freist Ztg." schreibt, die Schuldeputation in Berlin beschlossen, eine neue Verleumdungsklage einleiten zu lassen. Ahlwardt hat nach seiner Verurtheilung in öffentlicher Versammlung wiederum die schwersten willkürlichsten Verleumdungen gegen die Schuldeputation, insbesondere gegen den Vorsitzenden derselben, Stadtrath Schreiner, geschleudert. - Der Prozeß gegen Paas ch und Genossen hat seine vorläufige Erledigung dadurch gefunden, daß das Berliner Schwurgericht sich für inkompeteul 'erklärt. — In Cottbus soll vom 1. April an eine neue anti semitische Zeitung unter dem Titel „NiederlausitzerWacht" erscheinen. — Tie „Thorner Presse" berichtet, die preußische Negierung habe ei» Verbot gegen das Dnrchpassiren russisch-jüdischer Auswanderer erlassen. Eine Familie aus Warschau, die mit ordentlichen Pässen versehen gewesen, habe die Rückreise antreten müssen. Die Nachricht schein! uns nicht recht glaublich. — In Schwedt a. O. ist Herr Dr. N. Sandler, ein Zögling des Breslauer Senrinars zum Rabbiner gewählt worden. - Ter Frauen verein der Synagogen-Gemeinde zu Gleiwitz hat, wie in früheren Jahren, so auch diesmal seinen Jahresbericht im Drml erscheinen lassen. Der Bericht weist eine erfreuliche Steigerung der Ein nahmen, wie der Thätigkeit des Vereins auf. — Die Geschäfte der Landrabbinats Hildesheim sind von Seiten der Regierung bis zur Wiederbesetzung der Stelle dem Landrabbiner Dr. Gronemaun in Hannover übertragen worden. Eine von Göttingen ausgehende Bewegung, den Sitz des Landrabbinats von Hildesheim dorthin zu verlegen, Hai, wie insormirte Kreise wissen wollen, keine Aussicht auf Erfolg. — Der Vorstand des Deutschen Antisemiten-Bund es hat in bekannter Vaterlandsliebe jüngsthin mit den dänischen Protestlern in Schleswig Fühlung gesucht. —- Der von Stöcker empfohlene Durchfallskandidni der Antisemiten, Herr Dr. Paul Förster, hat es im Wahlkreis Reichenbach-Auerbach auf ganze 2300 Stimmen gebracht. Abgegebe» wurden ca. 22,000 Stimmen. — Zu Aschaffenbnrg ist der emeritir!. Lehrer und Prediger I a c o b R o s e n h a u p t im 80. Lebensjahre gestorbei Die lokale Presse widmet dem Dahingeschiedenen warme Nachrufe. - Der Verwaltungsrath des israelitischen Krankenhauses in Gailinge» (Baden) fordert durch Eirkülare zur Aufbringung von Beiträgen für die genannte Anstalt auf. — Den: Bankier B l um - A u s ch e r in Straßburg i. El -. ist das Ritterkreuz erster Klasse des badischen Ordens vom Zähringe c Löwen verliehen worden. — Auf den Vorschlag des Kultusvorstandeü hat der Landesschulrath für Galizien den Herrn Rabbiner Dr. Car» in Lemberg als Inspektor des Religionsunterrichtes an sämmtlichen Polks-, Bürger- und Mittelschulen der Stadt bestätigt — Der Direktor der Galizischen Aktien-Hypothekenbank in Lemberg, Herr Morig Lazarus, feierte am 8. d. M. sein 25jähriges Direktions-Jubiläum. - Der russische Reichsrath hat den Gesetzentwurf, wonach dir jüdischen Stadtverordneten in keiner Stadt Rußlands mehr ab den fünften Theil des ganzen Kollegiums bilden dürfen, angenommen. Ueber Ausnahrnefälle hat nur der Minister des Innern zu bestimmen. — 'Aus der Liste der „Charite israelite" in Paris seien erwähnt: Baron Edmund von Rothschild mit 10,000, Baron Arthur von Rothschild mu 1000, Baronin Nathaniel von Rothschild mit 5000 und H. I. Reinm» mit 1500 Frcs. — Frau 'Aron Eaen in Paris ist zur Vizepräsidenti» des Vereins der Malerinnen und Bildhauerinnen erwählt worden. - Tie durch ihre Wohlthätigkeit rühmlichst bekannte Frau Furtado-Heiue in Paris hat zur Unterhaltung der Opfer der Eisenbahnkatastrophe bi St. Etienne -1000 Frcs. gespendet. — Durch Dekret des Bey von Tuni»! sind die Herren David Usan und David Haim Gu,"-z zu Rabbinern i» unis ernannt worden. H^ir bitten alle unsere Leser und freunde am Schluffe des (Quartals, im Interesse der Sache für die Verbreitung unseres Blattes sich zu bemühen und uns namentlich recht viele Adressen aufzugeben, an welche wir Probenummern schicken konnten. Diesem Zwecke dient das der heutigen Nummer beiliegende Vlatt, das wir recht bald mir Namen und Adressen ausgefüllt zurückerbitten. Diejenigen unserer freunde, welche selbst probenummern zu vertheilen geneigt sind, bitten wir gleichfalls um baldige Mittheilung, damit wir ihnen die gewünschte Zahl derselben sofort zusenden können. Für alle Bemühungen im Interesse der Verbreitung unseres Blattes sprechen wir im Voraus unseren besten Dank aus. Die Expedition der „Allgemeinen Zeitung des Zudentlsums Druck und Verlag von Rudolf Moffe iu Berliu. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz iu Berlin. Diese Abonn Post o> unters Nedc Ä« That. - - Feui Löwy. - ivahlen. - De: Reustadt ». M.. k «ah un Au ichaftsb« und ani fitber » 1 vrfiiflui <agen, i ui ernst Gl> Ucd)enf( ranze 0 mit) Be dürfen. Zu dieser »crhä! und 30, :at; ei '.l)U. Der < >000 B dieses ä U'lÜfOHl den St> ■ uns n m entsz descmder meinen, aetrvst leicht d» l'cwillig mögen!<altnisse die Leid« verz wi m dein

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