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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-03-25 · Heft 13 (25.3.1892) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 13 (25.3.1892)
Date
1892-03-25
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 mifi) gelernt. Er suchte die Wahrheit uub glaubte durch! seine Kritik sie gefunden zu haben. Er war ein sehr ehreuwerther Ntann, der manche Eigenheiten hatte. So zum Beispiel hörte ich; oft von ihm über irgend einen Gelehrten sagen: „ein schlechter! Mensch". Ich fand später, daß dieses nur heißt, der Gelehrte hat j andere Meinungen als er selbst. j Im Jahre 184(3 ging ich nach Brüssel, wo ich Dr. Carmoly! kennen lernte. Derselbe hatte Mehreres in französischer Sprache ge-; fcbrieben , manche Acittheilnngen im Orient gemacht. Er; hatte manche interessante Handschriften lmd gedruckte Werke?) Auch j den Tr. Sommer hausen lernte ich damals kennen. Er war! ursprünglich ans Baiern und kam als junger Knabe nach Amsterdam j und wurde dann, als Belgien noch zu Holland gehörte, in der! Bank in Brüssel angestellt. Ta er nach der belgischen Revolution! für Holland war, verlor er seine Stellung an der Bank. Er wußte! mehrere Sprachen und wurde Uebersetzer. Er hatte gute Einfälle und übersetzte viele Epigrannne aus verschiedenen Sprachen. Die Spitzen mancher der hebräischen Epigrannne sind geistreich. Er hat mir damals dieses Werkcheu — ich glaube es heißt Cliizze sch'imniiir) — gegeben, ich habe es aber seit damals nicht gesehen. Bon Brüssel ging ich nach Paris. Dort lernte ich Munk') kennen, Terenburg habe ich schon von alten Zeiten in Deutschland gekannt. S. Cahen,') den Redakteur der Archives israeliles, habe ich auch damals kennen gelernt. Ich habe mehrere Aufsätze für diese Zeitschrift geschrieben. Ich schrieb dieselben deutsch, sie wurden französisch übersetzt. Derselbe gab auch eine französische Übersetzung der Bibel heraus. Für „Mischle,“ welches damals gedruckt wurde, HM ich die eine Einleitung geschrieben, die Beifall hatte. 80 Jahre habe ich dieselbe nicht gesehen. Dieser Cahen war aus Metz, hat aber in seinen jüngeren Jahren in Mainz gelernt. Albert Cohn, mein Landsmann, war ein sehr gebildeter Mann, der zwar fein Litterat vom Fach lvar. aber für hebräische Litteratur viel gewirkt hat; er hat viele Litteraten unterstützt. Er lvar Hofrath der Baronesse I a in e s R o t h s ch i l d und hat sein Amt gut verwaltet. Ich habe auch den Grand Rabbi besucht, wie man bei uns sagt Landrabbiner. Er hieß Marchand Enne rh. Er war aus Metz. Ein ganz gewöhnlicher Mensch, der von Verl litterarischen Bewegungen Deutschlands gar nichts rvrlßte. Er erzählte mir, daß die baale tosafolh F ranzosen waren. Ich hörte auch den Rabbiner Isidor, der damals neu war. Es war nichts Besonderes. Dieser Isidor war der Rabbiner der Genreinde in Paris. Er war auch ein Elsässer und früher irgendwo Rabbiner. Alle Rabbiner in Frankreich sind Elsässer. Die eigentlichen Franzosen wissen nicht hebräisch, sowie auch die Engländer. Bon Paris feuerte ich in den Orient hinein,') wie früher von Tübingen und später von Oxford. All! ersten Januar 1849 ging ich nach London. Die jüdische Intelligenz lvar in den Händen von Deutschen und Polen. Der? rtfael | (pirchheiml, Katalog Ver reichhaltigen Sammlung hebr und jüd. Bücher und Handschriften . . des . . Dr. G. B. Earmo Frankfurt a. M. 1875. -) Hirsch Sommerhausen, gestorben in Brüssel, den 5. März 1853. Sein ■»ITT Epigrammata hebraica I. erschien Brüssel und Leipzig 1840. 5 Salomo n Munk, gestorben in Paris, den 6. Februar 1867. ch Samuel Eaheu, gestorben in Paris, den 8. Januar 1862. ch Herausgegeben von Dr Jlckius Fürst, Leipzig 1840—51. liebenswürdige 89jährige Greis Mair Josephs hatte sein Haus zum Sammelplatz der Muschlamim gemacht. Er war sechzehn Jahn alt, als er nach London kani. Ein alter deutscher Muschlam, der gut hebräisch geschrieben hat. Als ich sechs Wochen in London war ist er gestorben. Ich habe schon früher von Hamburg aus mit ihm korrespondirt. Ber Goldberg war damals in London, ei war ein großer Lamdan und Litterat. B. H. Ascher aus Polen der den Mibchar peninim ins Englische übersetzte.ch De SolcO Kantor bei den Portugiesen. Er war aus Amsterdam und verstand auch deutsch. Ein Muschlam. Lindo,') ein Portug iese, der mehrere Bücher englisch herausgab. M. H. Breslau, Redakteur des Je wist Ehroniele, aus Hamburg, Dr. Benisch aus Böhmen, der die Bibel ins Englische übersetzte und sonst verschiedene Bücher heraus gegeben hat. Er war der Nachfolger in der Redaktion des „Jewisl Chronicle. Und andere mehrere. 1850, als ich in Oxford war, ist Dr. Schiller-Szinessy von Ungarn angekommen. 1851, als ich in Wien war, ist Dr. Kalisch von Berlin gekommen, der nachher in London groß wurde. Wir waren miteinander sehr gut befreundet. Professor Lazarus war einige Tage in London, den ich auch damals kennen lernte. Dr. Fürst von Leipzig war auch einige Tage in London, den ich auch damals kennen lernte. 1851 war ich auf der Reise nach Wien. Ich bin von Oxford aus hingereist, ich ging über Berlin und besuchte Zunz. Im Laufe des Gespräches tadelte er mich, daß ich meine Aufsätze im „Orient' wegwerfe. Ich fand nachher, daß er vollkommen Recht hat. Di, Sachen im „Orient" sind begraben und kein Mensch weiß davon. In Wien dachte ich nur einige Wochen zu verweilen. De. Aufenthalt zog sich aber beinahe auf ein Jahr hinaus. Ich gab Zu r rab bin i scheu Sprach künde heraus, welches Beifall hatte. Ick; besuchte wieder den Baron Hammer, mit dem ich schon im Jahr» 1836 bekannt war. Die (beschichte der arabischen Litteratur ist damals von ihm erschienen. Die ersten zwei Bände hat er mir geliehen. Bon Wien ging ich zurück nach Oxford und von da nach London. Oxford heißt eigentlich nur die Bibliothek. Die Stadt selbst ist nicht groß. In Oxford habe ich mit H. Edel man in) aus Rußland das Ginse Oxford herausgegeben. Ich habe damals das Buch selbst in! „Orient" angezeigt und brockte viele Notizen ein. 1859 habe ich einige Aussätze an Tr. Frankl geschickt. Da der selbe sich sehr schlecht benommen hat, so habe ich nichts mehr geschickt 1861 habe ich für den Ben Chananjah zu schreiben angefangen Es dauerte bis Mitte 64. Es entstanden Uneinigkeiten zwischen uns. Ich merkte, der Gedankenkreis desselben war nicht soweit, als ich 0 wünschte. Jost hat meinen Gabirol in dem „Ben Chananjah" angezeigt und der Redakteur hat mir diese Anzeige nach London geschickt. Dieses war der Ursprung unserer brieflichen Bekanntschaft. Der Redakteur schrieb mir, daß er auch meinen Vater in Wien kannte. In London habe ich auch den Katalog der hebräischen Bibliothe? des britischen Museum gemacht. Ich habe nichts weiter darüber gehör! In London habe ich viel gelernt und auch außerhalb des britischen Museums viele Bücher kennen gelernt. In London kann'sich eine i viele Bücher verschaffen, bei Antiquaren, die ihre Bücher auf einem Schubkarren Haben. ') Meir Josephs, gest. in London den 14. Februar 1849. -) A Choice of Pearls, London 1859. 8°. :;) David Aron de Sola, gest. in London den 29. Oktober 1860. 4) Elia H. Lindo, gest. in London den 11. Juli 1865. :>) Hirsch Edelmann, gest. in Berlin den 20. November 1858. 18 hältniff und ha Jä Besuche aud bic geht. ‘ jraa schien t St ftiefmiit Äoden W beide 3i 2ie h %n\\ Ei Träuiw gebüßt Male „Reiset ui Deul auf glei und p! ver Fli verlasse die Wi gesogen Frankfi 41 find Obwoh Baris l und d aufgem and wl Bisiteiü verkehr! dem B Arzt B vouruc Ui aoch ei Borwil tiren kl reuten versetzte wsamn geistreü 'ender ui Kaf

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