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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-03-11 · Heft 11 (11.3.1892) · p. Seite 129

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 11 (11.3.1892)
Date
1892-03-11
Page
Seite 129 (sequence 9)
Language
German
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129 geröstete festlich ■ bereits e in der eckt mit iHOtien;cft, und iillt bd" Junge, ischetten gerade, nt. ing des >d geht lehende, kleine d noch g, bald starrt er hm den ch bald!. Einst Schlosser offene» bathlich a und in alter n alten e Weise im und i einem e Ruhe nid wie .'rechen; ud ein ief also zurück folgt.) len. itzungü ud für s LZer. u. Sie wr phier ihr! er sich je ei» in der nmelten letzteren hreiben. Weisen Als Probe dieser glücklichen Stiinmuiig sei nur der nachstehende Paffns hier abgedruckt. „Ich habe noch nicht einmal bemerkt", schreibt Mendelssohn, „das; in meinem Zimmer kein Spiegel ist, bis Sie mir in meinem letzten Schreiben befahlen, mich sogleich im Spiegel zu sehen. Ich wollte gehorchen, aber siehe, es war kein Spiegel zu sehen. Sie können sich also leichtlich oorstetlen, wie wenig ich mein Gesicht kenne, ob es freundlich oder trocken aussieht. Ich muß anderen Leuten glauben, und ich weis; nicht, welcher niedliche Herr mich hat finden wolle», ich sehe trocken ans. Nun, da Sie mich das Gegentheil versichern, bin ich schon wieder gut." Fromet hatte eine Schwester Brei ndl, die Mendelssohn sehr schätzte wegen ihres Witzes und ihrer satirischen Einfälle. Es ist uns ein an sie gerichteter in Cnrrentschrift geschriebener Brief des Philosophen übrig geblieben, welcher beweist, das; der Schwager seiner Schwägerin gegenüber von seinem Geist einen ergiebigen Gebrauch mache. So heißt es darin z. B. unter Anderem: „Sie werden heute viel zu thun haben; ich höre, das; Ihnen Leb Heerold in einem sehr lvitzigen Schreiben den Krieg ankündigt. Ihre Briefe werden auch so bekannt, das; ich glaube, es werden sich Mehrere finden, die mit Ihnen werden anbinden wollen. Doch wenn ich Ihnen nicht schmeicheln soll, muß ich Ihnen gestehen, das; Ihr letzter Brief sehr nachlässig geschrieben ist. Ein oder zwei Einfälle, das war der ganze Brief, das bin ich nicht an Ihnen gewohnt. Ich befürchte gar, Sie werden Ihre Drohungen erfüllt und sich haben vorschreiben lassen, sonst hätten Sie unmöglich so ungelehrt schreiben können." Anfangs Mai 1762 war er endlich so weit, das; er daran denken konnte, seine Fromet als sein Weib heimzuführen. Die Vermählung fand in Hamburg statt und hatte ihm dazu Abbt schon im April seine Glückwünsche gesendet. Von seinem häuslichen Glück giebt ein Dankschreiben Mendelssohns an Abbt, einige Wochen nach der Hochzeit, den schlagendsten Beweis. Es heißt darin: „Seit : einigen Wochen habe ich keine» Freund gesprochen, an keinen Freund; geschrieben, nicht gedacht, nicht gelesen, nicht geschrieben, nur gctändelt, geschmaust, heilige Gebräuche beobachtet, mich bald hier, bald da zur Schau ausstellen lassen und unter tausend anderen vielbedentenden j Kleinigkeiten meine Zeit hinbringen müssen. Denn die Stunde ist! gekommen, mein bester Freund, welche mir die Muse des Almlavcli : Verbii (HamAn) längstens angekündigt hat. Ein blauäugiges Mädchen, das ich nun meine Frau nenne, hat das eiskalte Herz Ihres Freundes in Empfindungen zerlassen und seinen Geist in tausend Zerstreuungen verwickelt, auswelchen er sich nunmehr nach und nach loszuwindcn sucht." Die Gattin Mendelssohns war eine treu liebende Gattin, eine wackere Mutter und gottesfürchtige Jüdin. Sie bediente sich i» ihren Briefen hebräischer Lettern, drückte sich aber in denselben vortrefflich aus. Sie blieb ihrem berühmten Gatten bis zu dessen Tode l in Freud »nd Leid eine treue Gefährtin, eine wackere Hausfrau, eine Pflegerin in der Krankheit, eine Freundin und Genossin. Wie; sehr sie ihr Mann liebte, verräth auch ein Brief an Abbt vom j kl. Juli 1766, wo wir die bedeutsamen Worte lesen: Ich habe! beinahe die ganze Zeit über in der äußersten Gemüthsunruhe gelebt! Ich habe einen alten Vater, ich habe ein zartes Kind vor einigen Monaten verloren; ich bin in Gefahr gewesen, meine Frau zu verlieren, die ich mehr liebe, als Vater und Kind." Bert hold Auerbach hat die Brautwerbung Mendelssohns : in reizender dichterischer Weise geschildert, und gewiß wird man mit; Interesse die nachstehende anziehende Federzeichnung des Poeten lesen.; Dieselbe lautet:! „Der vielgeehrtc Moses Mendelssohn, den man den Sokrates! seiner Zeit nannte, war im Bade von Pyrmont. Hier lernte er den Kaufmann Gugenheim aus Hamburg keimen. „Rabbi Moses," sagte dieser eines Tages, „wir Alle verehren Sie, aber mit höchster Begeisterung verehrt und bewundert Sie meine Tochter. Mir wäre das höchste Glück, Sie zum Eidam z» habe». Besuchen Sie nns doch einmal in Hamburg." „Moses Mendelssohn war sehr schüchtern, denn er war gar traurig verwachsen. Endlich entschloß er sich, von Berlin ans, zur Reise und besuchte unterwegs seinen großen Freund Lcssing in Braunschweig, wie in seinen Briefen zu lesen ist. Mendelssohn kommt in Hamburg an, besucht Gugenheim in seinem Comtoir Dieser sagt: „Gehen Sie hinauf zu meiner Tochter, sie wird sich sehr srenen Sie zu sehen. Ich habe viel von Ihnen erzählt." Mendelssohn besucht die Tochter. „Andern Tags kommt er zu Gugenheim ins Comptoir. Die Die beiden Männer wissen das Wort nicht zu finden, »nd Mcndelssohn spricht endlich von dem anmuthigen und denkkräftigen Wese» der Tochter. „Ja, verehrter Rabbi," sagt Gugenheim. „Soll ich Ihne» ehrlich sagen?" „Natürlich!" „Sie sind ein Philosoph, ein wohldenkender, weiser Alan». Sie werden es dem Kinde nicht übel nehmen; sie hat gesagt, sie sei erschrocken, lvie sie Sie gesehen hat, weil Sie. .." „Weil ich einen so gräßlichen Buckel habe." Gugenheim nickte. „Ich habe mir's gedacht," sagte Mendelssohn, „ich will aber doch bei Ihrer Tochter noch Abschied nehmen." Er ging hinauf in die Wohnung und setzte sich zu der Tochter, die am Fenster auf erhöhtem Sil; eine Näharbeit in der Hand hatte. Sie sprechen heute endlich miteinander; aber daS Mädchen sah nicht auf und Mendelssohn nicht an. Endlich stellt daS Mädchen die Frage: „Glauben Sie auch, daß die Ehen im Himmel geschlossen werden?" „Gewiß; und mir ist noch was Besonderes geschehe». Sie wissen, daß nach einer talmudischen Sage bei der Geburt eines Kindes im Himmel ausgerufen wird: der und der bekommt die und die! Wie ich nun geboren worden, wurde mir auch meine Frau ansgerufen - aber dabei heißt es; sie wird leider Gottes einen Buckel haben, einen schrecklichen. Lieber Gott, habe ich da gesagt: ein Mädchen, das verwachsen ist, wird gar leicht bitter »nd hart, ein Mädchen soll schön sein." Kaum hatte Moses Mendelssohn das gesagt, als ihm das Mädchen »in den Hals fiel — und sie ward seine Frau, und sie wurden glücklich mit einander und hatten schöne brave Kinder, von denen Nachkommen noch leben bis auf den heutigen Tag." Daß die Gattin Mendelssohns eine sehr gute Hausfrau war, die »nt dem Verhültnißmäßig geringen Gehalt ihres Mannes trefflich zu wirthschaften wußte, erhellt schon ans der niedlichen Anekdote, die ein Nachkomme der Dame erzählt. Fromet zählte Abends, da bei Mendelssohn fast immer offenes Hans war, in die auf den Tisch zu setzenden Schalen mit Süßigkeiten die Rosinen und Mandeln hinein, damit nicht zu viel darauf gehe, und der Haushalt in wichtigeren Dingen nicht Noth leide. Das Eheglück Mendelssohns trübte nur der Umstand, daß er sich sagen mußte, das; er seine geliebte Fromet »nd die Seinigen nicht in glänzenden Verhältnissen werde zurücklassen tonnen. Kurz vor seinem Tode fand ihn einer seiner Freunde unter dem Baume vor

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