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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-01-29 · Heft 5 (29.1.1892) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 5 (29.1.1892)
Date
1892-01-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Berlin, 29. Januar 1892. es GegelZ (Elsa u lsistorimusl Auto Niel Anden ke, rf, der si 50,000 z | er Auterster von r Untei > verhaft'.! Morles. Sparkasse, e st o h l eil ei grostnl en Sarl-el begrabe!.> pefier T. ern zu du- - Am *>■:. rd Tai genfest, eiten u Verwal so rvar ganisatür jeder ein tauthn rl'l?, bestren Gesannui )en finn i erichte d n> :)dt feiiu i eine nei^ npflegc Sektion^ e beweg l.I rkt finde rg, Hrn. Dens verI vernemerl» retrug ö i t t e , , ist dies'il die vene-> r r rr s s - ihren. Warschau» schenkherr.I en Köpf»!>l det. Ti rrde jüngül ich starte »I unter bcn| rirsacht Versami'i hakte, dii'I n. Anstel istliche t cvl tden. 2 I;, da st ' I lbskriptioül ur. 56. Jahrgang. Ur. 5. Allgemeine eitmg des Audenthums. Ern unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Abonnements-Preis: Durch Buchhandel, Post oder direkt von der Expedition in Berlin unter Streifband bezogen vierteljährl. 3 M. Nedacterrr: Gustav Karpeles. Begründet von Uabbrner ®r- Ludwig Phillppson-Gonn Vertags-Crpe-ition: Gerlin, Ferusaiemerstr. 48/49 Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adresse.- Verlag der „Allgem. Zeitung des Judenthums", Berlin SW., Jerusalemer Straße 48/49 zu richten. Verlag von Rudolf Masse, Berlin. Inhalt. Leitartikel: Ein neues Manöver. — Der Entwurf eines Volksschulgesehcs für Preußen. Bon H. Vögelst ein. — Mein Vater. Von I. Wiener. — Römer und Juden. Von Dr. Marcus Landau. (Forts.) — Feuilleton: Eine Blume. Von Elise Orzeszko. (Forts.) — Der heilige Herr. Roman von Ferdinand Dieffenbacli. (Forts.) -- Beim alten Frankl. Von Bernhard Stern. — Litterarische Mittheilungen. Der Gemeindebote. Korrespondenzen und RuchriÄten: Berlin. Rönigsb rg i V.. Schweiz. Fnrib. Eisenach Köln, Ans Württemberg. Franksurt a M.' Pest. Paris. London. Petersburg. Cvrsu. — Von Stab und ^ern. — Sprcchsaal. — Miscellen. — Geschäftliche Notizen. — Briefkasten. Gin neues Manöver. Berlin, 26. Januar. In der antisemitischen Hexenküche gahrt und brodelt es weiter. Es wird ein neuer Trank gebraut, da die alten nicht mehr munden. In ihrer Verlegenheit, ein neues Rezept zu finden, haben die Köche endlich ein Mittel gefunden, das ihnen wieder mindestens auf ein Jahr hinaus den Zuspruch ihrer Sippe garantirt. Zwar ist das Mittel kein neues, aber woher soll man auch immer neue Reizmittel nehmen, wenn die alten sich so schnell abnutzen? Das neueste Manöver des Antisemitismus ist also das folgende: Es soll eine Millionen- Adresse an den deutschen Kaiser um Aufhebung der Emanzipation der Juden gerichtet werden! Wer die Geschichte der antisemitischen Bewegung in Deutschland kennt, der weiß, daß eine solche Adresse bereits vor etwa zehn Jahren kolportirt wurde. Sie wurde an den Fürsten Bismarck gerichtet, der aber, wie es schien, im letzten Augenblick den Kolporteuren entschieden abgewinkt hat. Der Haupt-Kolporteur, Dr. Bernhard Förster, ging darauf nach Paraguay, und die Adreßangelegenheit verlief im Sande. Wenn nun die 5Intifemtteu nach diesen Erfahrungen noch einmal dasselbe Mittel versuchen wollen, so muß man wohl annehmen, daß sie erstens kein anderes gefunden haben, um ihre Schaaren festzuhalten, und daß sie zweitens diesmal an einen besseren Erfolg glauben. Nun denn, wir fürchten nicht einen Augenblick diesen Erfolg! Wir würden uns geradezu eines Majestütsverbrechens schuldig machen, wenn wir eine solche Furcht hegen wollten. Und unsere Leser nicht nur, sondern alle denkenden Menschen, welcher Partei sie auch sonst angehören mögen, werden uns sicher hierin beistimmen, wenn wir nunmehr den Wortlaut jenes Adreß-Entwurfs folgen lassen, wie er kürzlich in einer antisemitischen Versammlung vorgelesen wurde: „Dem Throne Ew. Majestät nahen sich die Unterzeichneten Bewohner des Deutschen Reiches in tiefster Erfurcht und unwandelbarer Treue mit nachfolgender unterthäniger Bitte: Während die letzten erlauchten Vorfahren Ew. Majestät für die Freiheit und Größe des deutschen Vaterlandes ruhmreich arbeiteten, hat sich ein fremdes orientalisches Volk bei uns eingeschlichen und durch allerlei List und .Künste, die dem Germanen widerstehen, den besten Theil des Nationalvermögens sich angeeiget. Wir Deutschen sind von unserm Grund und Boden gejagt und grösttentheils .Knechte eines fremden Volkes geworden. Der Adel ist verarmt, Offiziere und Beamte ftnb verschuldet und dadurch Sklaven des Wucherers geworden; der Bauernstand ist erschüttert uub der Handwerker ganz zu Grunde gerichtet. Diejenigen Arbeiter, welche den berechtigten Wunsch haben, ihre Lage zu verbessern, werden durch jüdische Verführungskünste in eine Bahn gelenkt, von der ihr Herz nichts weiß. Die Inden wissen den gerechten Haß, welchen sie verdienen, geschickt von sich abzulenken und gegen Regierung, gegen Thron und Altar zu richten. Das deutsche Recht ist oerjudet und die Grundlagen der deutschen Rechtsprechung erschüttert. Es ist für jeden Deutschen tief beschämend, sich sein Recht von beit Angehörigen eines fremden Stammes sprechen zu lassen. Religion und Sittlichkeit, Vaterlandsliebe und jede deutsche Tugend werden von der jüdischen Presse planmäßig verhöhnt und aus dem Herzen des Volkes verdrängt . . . Die Juden haben die ihnen verliehenen Rechte nur benutzt, das Deutschthum von Grund aus zu verderben: das war von Anfang an ihr Ziel. Daß den Juden dieselben Rechte eingeräumt werden wie allen Andern, erscheint verfehlt, da die Juden schon durch ihre religiösen Vorschriften verpflichtet sind, die anderen Völker zu unterdrücken. Es sind das Vorschriften, die aller Sitte und allen Gesetzen Hohn sprechen Daher haben denn auch die letzten 4-5 Jahre bewiesen, daß die Emanzipation der Juden säst zum Ruin des deutschen Volkes geworden ist. Gestützt ans ihren Talmud, streben die Juden nach der Weltherrschaft, und das Niederwerfen aller anderen Völker ist ein Schritt auf diesem Wege- Das deutsche Volk hat das lange genug geduldet. Jetzt geht es nicht länger, und deshalb wenden sich die Unterzeichneten an Ew. Majestät mit der Bitte, daß das deutsche Volk aus den Händen der Juden befreit werde. Jeder der großen Vorfahren Ew. Majestät hat weltgeschichtliche Aufgaben gelöst; so der Große Kurfürst, Friedrich der Große, Wilhelm I. Die schwierigste aller Aufgaben, die Befreiung des deutschen Volkes von seinen bösartigsten Feinden, anzustreben, hat die Weltgeschichte Ew. Majestät zugedacht. Welche Wege Ew. Majestät auch hierbei einschlagen, der Dank des Volks wird groß sein. Denn jeder andere Zustand ist dem jetzt drückenden der drohenden Knechtschaft vorzuziehen." . . . So lalltet also der Adreßentwurf, der übrigens noch von einer Delegirtenversamnllung endgiltig redigirt werden soll. Hoffentlich begeht diese Delegirtenversammlung wenigstens nicht die Geschmacklosigkeit, im Schlußpassus die Berufung auf den Großen Kurfürsten in einer Petition um Vertreibung der Juden stehen zu lassen. Doch das ist am Ende eine Nebensache. Die Hauptsache ist für uns die neue Bewegung im Antisemitenlager, auf die übrigens schon Herr Stöcker in seiner letzten Rede im Reichstag vorbereitet hat. Was wird nun der Erfolg sein? Zunächst möchten wir nicht daran zweifeln, daß es bei energischer Arbeit und bei entsprechenden Mitteln j

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