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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1892-01-08 · Heft 2 (8.1.1892) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
56 (1892)
Issue
Heft 2 (8.1.1892)
Date
1892-01-08
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 wenn man es verloren habe. Er habe sieh die Liebe -und Werthschähuug seiner ehemaligen Gemeinde in hohem Masie erworben und sich ein bleibendes "Andenken in den Herzen seiner früheren Gemeindeallgehörigen gesetzt. — "Auf's Tiefste bewegt, ergriff nun Herr Rabbiner Süskind das Wort. Waren die Anwesenden von der seltenen Geistes- und körperfrische des ^>0jährigen Jubelgreises geradezu überrascht, so waren sie voll dem Inhalte feiner im kräftigsten Tone vorgetragenen Rede thatsächlieh zll Thränen gerührt. Zunächst sprach er seinem Dank aus für die Beweise der Liebe ulld Freundschaft, die ihln seine thenere Gemeillde entgegenbringe. Die ihm erwiesenen Ehren überstiegen seine kühnsten Erwartungen und erfüllten ihn mit Stolz. In allgemeinen Zügen schilderte er alsdann die Zustände, wie sie früher bestanden, als er vor etwa einem i halben Jahrhundert seine Stelle angetreten, dast damals die Gemeinde! l'aitm :•»(> Mitglieder zählte und bei feinem Weggange auf mehrere Hinldert angewachsen sei. Des Weiteren brachte er Reuüniscenzeu ans der langen Zeit seiner hiesigen amtlichen Wirksamkeit, die für die 'still örerscha ft des Interessanten viel entt)ielten. Lobemd hob er hervor, das; ihm stets das gröstte Vertrauen entgegengebracht worden sei. Gerne nnt> lvillig haben seine frühesten Gemeindeiliitglieder, wovon heute vielleicht keill einziges mehr am Leben sei, die von ihm als zeitgemäß erachteten Reformen angenommen, was feinem Amtsvorgänger, dem israelitischen Rabbiner Dr. Geiger — später Rabbiner in Berlin — nicht gelingen wollte, und namentlich gereiche es ihm zur Befriedigung, das; der.damals von ihm eingeführte (Gottesdienst bis heute noch unverändert beibehalteu worden sei. Zur Deputation des „Synagogen-Gefangvereius gewendet, bemerkte er, das; er es sich zur Ehre anrechne, Ehrenpräsident dieses Vereins zu sein, bei dessen Gründung er mitgewirkt, und der stets eine erhebende und erfolgreiche Wirksamkeit entfaltet habe. Der Verein habe zur Hebung des Gottesdienstes wesentlich beigetragen, das "Ansehen der Knltusgemeinde auch nach außen hin gefördert und sich auch in den Dienst der bullst gestellt, Zun; Schlus; bat Herr S. die Herren, den Mitgliedern der Kullusgemeinde und des „Synagogen-Gesangvereius" feinen Dank und seinen Grus; zu übermitteln. Der Vorstand der israelitischen Knltusgemeinde hat sich selbst geehrt, indem er den Beweis lieferte, das; er sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen wollte, seinem einstigen würdigen Rabbiner auch durch ein äußerliches Zeichen feiner Dankbarkeit und Verehrung selbst da noch zu geben, wo er längst schon in den; wohlverdiente;; Ruhestand, räumlich von ihm getrennt, lebt. Dem Herrn Dr. Süskind ist aber dieser "Ausdruck der Verehrung seitens des Vorstandes, dem sich auch noch ein sichtbares Dankeszeichen des „SynagogernGesangvereins" würdig anreihte, eine e; hebende Rückerinnerung an seine 4l»jährige "Amtsthätigkeit. Oesterreich-Ungarn. VA Budapest, 2. Januar. In den intelligcmten .Kreisen der hiesigen Indenschaft ist eine Bewegung im Zuge, die längst anfgetauchte, aber bisher noch ungelöste Frage der Reception unserer Konfession durch eine an den ungarischen Reichstag gerichtete Petition ihrer Lösung näher zu bringen und zu beweisen, das; das Iudenthum nicht blos anerkannt, sonder;; den übrigen Religionen gleichgestellt werde. Die rege Theilnahme, die sich allgemein kundgiebt, läßt uns die besten Hoffnungen an diese Bewegung knüpfen, umsomehr, als wir vor den allgemeinen "Abgeordnetenwahlen stehen und das Vorbereitungskomitee beschlossen, einen "Ausruf an unsere wahlberechtigte;; Glaubensbrüder zu richten, in welchem es sie auffordert, die Aufnahme der Receptionsfrage von allen Kandidaten zu verlangen. — Der königl. ung. Minister für Kultus und Unterricht hat auf Vorschlag des Senats der königl. ung. Universität zu Budapest den; Ansuchen der L an de srab bin er schule platzgegeben und den Hörern der genannten "Anstalt Begünstigungen ertheilt zur Erleichterung ihrer Uuiversitätsstndien, da sie ohnehin mit ihren Fachstudien an der in; Range einer Hochschule stehenden Rabbinerschule überhäuft sind. — In der Synagoge der Landesrabbinerschule hielt an; -*». d. M. anläßlich deS^EHannkasestes Kaud. Fran z L ö w y die Festpredigt, die größtentheils den; "Andenken des Prof. H. Graetz geweiht war, den er in schwungvoller Weise unter die Helden unseres Geschlechtes zählt, wenn er auch nicht mit Schild und Schwert, sondern mit der Waffe der Feder muthig und unerschrocken für das Iudenthum gekämpft. — Einen schweren Verlust hat die ungarische Iudenschaft durch das Ableben des berühmten Tyrnauer Rabbiners Simon Sidon erlitten, der in; Alter von 77 Jahren nach 47jähriger Wirksamkeit an; 22. d. M. das Zeit liehe gesegnet. Sidon war ein Schüler und Liebling des berühmte; R. Mose Sofer sel. And. und eine anerkannte Autorität auf dein Gebiete des Talmuds. Seine in dies Gebiet einschlagenden Werk. „(Ul, herill," über Uitebokb iniliili. „Hel.li mcnuclu;" über UiMiolli pesirl: und sein dreibändiges Agadawerk, betitelt „Seilelx lli Iiinun," erfreute; sich allgemeiner Beliebtheit. Der Verblichene war auch kurze Zen Direktionsmitglied der Landesrabbinerschule zu Budapest. Ruhe seiner "Asche! Von Mol; und Fern. * Wie schon an anderer Stelle erwähn!, hat Herr Kommerzien rat h L. Simon der hiesigen jüd. Gemeinde die Summe von l(m>,ouo AU. zun; Bau von Baracken im "Anschluß an das Krankenhaus gesp'ndel. Der „ B ere i n z u r b w e h r des "An t i s eu; i t i s;;; u s" zählt bereit- \2,i)0i) Rcitglieder — Herr B. Samuel, Kantor der Synagogen gemeinde in Kulm, feierte an; ersten Ehauukatage seine silberne Hoch zeit. — "An ti seu; i t i sche F l;; g b l ä t t er werden, wie inan der „Pvsene Ztg " aus Inowrazlaw schreibt, jetzt auch in polnischer Sprache vcr breitet. Doch dürfte der Liebe Müh' wohl umsonst sein, denn die Pole;: wissen selbst, was verfolgt werden heißt. — Die auf den 28. Dezember nach Lisfa einberufene .Jahresversammlung des Vereins für Lehre, der Dstseepr ov i nzen mußte wegen n;angelnder Bet Heiligung vertag, werden. Unter diesen Umständen scheint der Verein keinen; Bedürfnis; zu entsprechen. — Au; R>. v. Ra hat die Einweihung der Synagoge in Eberswalde stattgesunden. Herr Rabbiner Dr. Rosenzweig hiel; die Festrede. Die Spitzen der Stadtbehörden und die Geistlichkeit wohnten der erhebenden Feier bei. — Der Verein zur Fördern;;,, und Verbreitung der Handwerke unter den Juden in Köln ha; für seine Lehrlinge eine Ehanukaseier, bestehend in einer "Ansprache gen;ei;;schaftlichein Festmahl und Bescheukung, veranstaltet. — Seilen des Börsenvereins deutscher Buchhändler ist die Ausnahme einer Annonce, welche eine antisemitische Schmähschrift gewöhnlichsten Grade, in; „Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" ankündigen sollte, ab gelehnt worden. — Zu "Renjahr 18t >2 erfuhren von Sr. kgl. Hoheit dein Prinz-Regenten von Bayern, die Auszeichnung als Justiz rät he de königl. Notar Jacob Rosendahl in '"Augsburg, der Rechtsanwalt Eornelins David in Fraukenthal. — Bei der kürzlich stattgehabte; Reichstagsersatzwahl in Bayreuth, ans welcher der uationalliberal Kandidat als Sieger hervorging, ist von nat i o nal l i berat er Seit leider mit antisemitischen Mitteln gekämpft worden. Wenigstens gilt dies von der nationalliberalen „Markt-Redwitzer .Zeitung". Dl die dortige Parteileitung diese "Agitation ausdrücklich verurtheilt hat, if uns nicht bekannt geworden. Der vor Kurzen; verstorbene Vertrete des Wahlkreises, Abgeordneter Fenstel, gehörte zu den Unterzeichner; des "Aufrufs zur Bildung des Vereins zur "Abwehr des Antisemitismus. - Die christlich-soziale „Hessische Volkszeitung" in Darmstadt hat z erscheinen aufgehört. — Der „Badische Beobachter" in Karlsruhe, ei Eentrnmsblatt, legt in seiner Ar. von; :•>(). Dezember die Gründe dar aus welchen die Katholiken Gegner des "Antisemitismus sind Der "Artikel schließt, wie folgt: „Man kann niemals eine Gesammthei für die Fehler einzelner ihrer Glieder verantwortlich machen; nur darf niemals wohlerworbene Rechte nehmen, n;an soll nieinals das Gebe der Nächstenliebe dadurch verletzen, daß man Mitmenschen um ihrer "Ab stammung, ihres Glaubens oder Sitten;villen ans der menschlichen Gc sellschaft hinausdrängt." In der Theorie klingt das sehr schön. Wohe kommt's aber, daß die ärgsten Pamphlete gegen die Inden von de „Bonifa zins -Druckerei" ihren "Ansgang genommen habend — Da Weihnachtsavancement der österreichischen Reserveoffiziere hat am eine ansehnliche Zahl von Beförderungen jüdischer Einjährigfreiwiltige gebracht. — Ein von Rev Dr. Straus; in London herausgegebenc Büchlein über „Religion und Sittenlehre" wird in die Mahrathi Sprache übersetzt, um auch in den jüdischen Schulen Indiens verwende werde;; zu können. — In S elrna lAlabama; wurde von Frau "August D berudorf, geb. Hammerstein, einer ans Berlin gebürtigen Dame, ein Theateranfführung zu Gunsten der russischen Flüchtlinge veranstalte; welche einen namhaften Ertrag einbrachte'. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Verantwortlich für bte Redaktion: Mai Bauchwitz in Berlin. Diese Abonri Posto unter < Ned. 3 werk. 3 Heinri vatitv: Bölkerre Dr.Ma (Forts.) - Di Gollub, Petersb; Bei de, E' „Gott ist in fyrantf leitend, E nuder» hemme Synng die Pr dcS chr des jü verknü! U. Wort j die jüd domnt- Aber c seiner freudig Gefühl Anfsch, dieses t Nieder, 91 Beden, unsere eingest, Jcihrer m e h r »olle 6 Führer

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