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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-11-06 · Heft 43 (6.11.1890) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 43 (6.11.1890)
Date
1890-11-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Berlin, 0. Novenrl | 54. IichrganK. Ar. 43 , , ,, , , |li§liBMwiilffl Mn ulWMrWMGtgan fnr alles jüdische Interesse. 7 Diese Zeitunfl erscheint wöchen.ttlch. Abonnement--Preis: .Durch Buchhandel. Post oder direkt von der Expedition in Berlin' unter Streifband bezogen viertelfährl. 3 M. Redakteur:Gustav KürpeleS. . . _. Begründet von Nabbiner Br;Ludwig Philippson-Bonn' Äerlage Grpedition: Lertin, JerulalemerKr. 48/49 Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag der .Ällgem. Zeitung dev ZudenthümS'. Berlin . Zerm'alemer Straße 48/49 zu richten. Verlag von Rudolf Mofse. Berlin. Inhalt. Kcitartikcl: Gcmeittdevertrettttta. Rabbiner undAtllvt. Bott Tr. Jgnast Ziegler. — Neligiöser Hlipttotismus.Bon.Dr. Siearnnnd Heftler. — Wissenschaft und KitteraturrEiw^ 'Zctianiü für die bcssischen Juden ans dem sechlehnirlk-Iahrblludert. Äon Dr. Äs. S ilHerstein. ~ Benjamin Tisrarli nnd das Indenthnm.' Vol^B b..A roil st e in. — Heinrich Heines Schlvester. Von Gustav Karpel cs77FruilleionrTcr rinbekamite^ Gast. Von Eduard Kulke (Fortsehünch. -77s^sli^.seUsalne-LLettc. Bon'Tx. M. v. Wassermann. '? ' ' - v *' . Der Semelndcdote. Korrespondemen nnd Nachrichten: Berlin, Wiesbaden. Hannover, ^eimia. Ltnttgart. Wien/7Mersbura« ^d/sia. London.—- Von Ray und Kern. Sprechsaat. ^MsSeellen. Driesrasten.- . L; Gemeindevertretung, Naübiner und Htaat. Ko«7rLAg. 5,;,'Z - Im Jahre 1892 vfeiert. das Jliheiith^^ das/Mllenarinin des Ga0» Sa'adj». Tie hervorragendsten;HeMt^tieWÄschm?SUey-. . schajt vereinigten - sich unters FnhrnngH^-jügknWcheM <>>reifc4 .Tercilbonrg. um die zerstreilteiiWerkeSaadja'sheraiisziigrbe». — Wenig Staub-wird bief^^eß^-aiift!^riE^%Ä’;felne<'9ttdbc)|ii^ wird diesen Tag festlich, begehen, beschriden ^lnvTarin/ wie niisere TWistcnschast, bleibt auch die Erilinerniig üu dieseir ÄianN s die Bethätigung der Jude» an diescin Feste.'' W wirdkommen und vergehen — Saadja's, Raine wird der großcuMasse auch weiter u»- bekaiint bleibe».:'Und doch verdieuteni Pniilt seines Leben»/dein Dunkel entrisie» und ans Helte Tägeslichtgesetztzu werden, de»in er ist typisch geworden sür die kommenden Geschlechter bi» ans de» hentigt» Tag. : ' / ' /. -/;•/:: , '/•/. .. V. Tie Sonne der Hochschule zu Süra hätte ihren Höhepnn^ schon weit überschritte», dir großen Meister tvaren änsgestorben, »nd in der He'unath war kein de» Gäöimtes ivürdiger- Mann gefnjiden »vorden. .Ta mußte sich Siira, uni nicht verwaist zu bleibe», cigeuhändig chas Armuthszeugiiiß schreiben, nilißte in die Ferne' schyieMn,. einen verdiente» tstelehrten zu' erspähen. der^Slzra's (Mkiivj -nicht, völlig erlösche» ließe. In Aegypten fanden sie-ihn. es war Saadja; er folgte der Berusuiig n»d wurde Gaon.. \ Z» jener Zeit stand, iin Gcgeirsq^znr/gesunkenen Gadnenwürde. ein anderes Amt in Bliithc: das Exilarchät.. die oberste weltlscl)e Behörde der babploiiischen Juden, die Vertretung der Jiiden vor ihrem fremden Herrscher, in dessen/Hand, die politische 'Leitung der babyloiiischen ßiemeinde» gelegt war. So lange Achtung vor Gottesgelehrthrit allgemein war,, gingen diese, beiden Würden einig neben einander, mit dem Schwinden, derselbe», erschienen Streitpunkte am Horizont Md gelichteten im wachsenden Dunkel immer grestcr.. 'Zur Zeit, dg Saadja-s Erwähluiig zM Eiaou erfolgte, war David der tnilavd) Babyloniens, .llnter^vieseiii Äianne reiste der Gegensatz '»wischen den' beiden Würden he»an»nd kamauch zn>» Ausbruch: Es wollte der Erilarch dem Gavit Manches vorschreiben, das dieser wieder für unrecht hielt, und nun standen zwei-Parteien einander gegenüber.' hie Gaoiiat ---hie Erika rchät; hie Rabbiner—hie Gemeilidevertletmig. Ta» ist der Punkt iiiSäädia's Leben, der für iins Alle von Praklischer-Pedciilnng ist. Wir töinien also ii» Jahre l-^das Mil l e»arin >» de-:- V a m pse.s zw >sch eii Ilt ä bsbi»er. und P o rstehbr feie rAöcli »lte'renaiiter ge/ staltct g'tch dieje Enmierniig, wen» wir den e rste » Abichlnstder Fehde vetnirtiten, /Beide,' -soivohl die Partei' Saadja's. als auch die -des- Erilarcheii, weiideteir sich »ni 'Entscheidung'mi die Regierung.' und diese iirtheilte zil/Miiisteil .David'». Saadsa müßte tucictKif, obwohl er iig vollstriisRe^tc/spar' iüdci» er seine llnterfchrisi' einer »»redlschen Sachk iiicht gebeii wallle. ' ./ . ' . /Ist es heute bester? Dieselben Syiiipt.oiiie. dicielbeir Erscheiiinisgen/ In/ welchein/Lanye Mrische Wistcnschast natiltlich »ur die /alte, wteue;..^c4rc!!(^t.»uii» geschätzt wird, wo Ehrsurcht! vor dem: Rabbiiik-<i in l enoch vorhanden ist.' lebe» Porslaiid und Rabbiuer/iN^^ giller Harnioiue/ weil der letztere gls religiöses überhaupt, betrachtet wird. Geht sie verloreii. dann gicbl es teil, Ansehen des Amtes »lehr. sondcrii '»»r.das der Person. So ist cs i» Tentschländ iiahezu allgemci». dahin cn»viäelt es sich iir Testerreich. wo das Mdbinal 'init - der Aniiahnie des die Jndcn betresieiidc» Febrnargesetzes vom Jahre 189«) -er Gemeindevertretliiig schon linlergeordnet wurde,.und auch die un'gariichtii und galizischen,v)e»ieinde>i schreite» rüstig diesem Ziele emgegeii. ..'Hat doch m jüngster' Zeit der Bor-' stand '.riner ungarische» lv'enieinde dir religiöse'Pärteistellung derselben angegeben, ohne ihren, definitiv angestelltni Rabbiner der Beralhung zugczogen z» haben,.-und die größte Gei,ikind«. desselben Landes, ließ Mädchen lö»siri»ireii tvvtz Einsprnch der^tabbiner l ' - . (siehcif wir iWn eimngl diesem Streite an de» Leib, vielleicht, läßt er sich, verscheuchen. Worin tü-gt sein cigeilltichcr Kcr» lli» iva» wird ciaeuttich gehadert/wenn. der Rabbiner nicht um des guten Friedens willen geduldig schweigt/ Wo zeigt sich a», deutlichsten de; Rabbiners Würde gesniikeii?' - - In rcligjoseli Aiigelegeilhcjte» nickt. Wen» and), wir eben gezeigt, cinjeliic.Mißgrist'c stattsindeii, wenn auch der Rabbiner zu jo inanchem gezivungen wird., ii» Großen n»d Ganzen hat man ihn ans dicjeni sei»«», eigensten Hause noch nicht verjagt, der Jiidijskrentisiiius laßt ihil nach eigenem tyiitdunken schalten und walten, und selbst dort, wo regeres Interesse emzulrcnen, gehörl es ztt den -Ausiiayiiieii. den Rabbiner der Initiative berauben zu wollen. . .. .. - .

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