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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-05-30 · Heft 20 (30.5.1890) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 20 (30.5.1890)
Date
1890-05-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Berlin, 80. Mai 1890. 16 erfreute ", so das; wußte, tigfeit f>ean ihren Hindu inl OOO Man Diesen. - etzes von, litischen lasst war Deutsch sämintliclj irt starb einer bei Erst vor efeiert. c hiesigen n-zeichnen,; mit einer Zang voi-; wird. — raub sind men und iedhof in er Weile rde zum befindliche ■ Leichein gangsthoi tversannn des Chie^ lassen. - er letzten? goldene »uineagou retür der terredmui , welcher durch den rrgischsten rlomat ste Feind ft o m Hot ident beo n erstereni Alexander io er den Stuart Zorträgen og Carl n Marin ld Marin czoginnen Atrakosch. Mittel ,6 Fragen Ahavaty stattfand, r obiger ftarkttage >r, welche t Araber ) Verhof lge sollen ch-Zenati 54. Jahrgang. Ur. 20. Allgemeine eitung des Audenchums. Gin unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Abonnements-Preis: Durch Buchhandel, Post oder direkt von der Expedition in Berlin unter Streifband bezogen vierteljährl. 3 M. Begründet von Rabbiner 0* Ludwig Philippson in Kann. Expedition: Gerlin, Jerusaiemerstr. 48/49 Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag von Rudolf Mosse, Berlin 85V., Jerusalemer Straße Nr. 48/49 zu richten. Inhalt. Leitartikel: Ruth. Von Georg Minden. — Entstehung uub Bedeutung des Antisemitismus in Hessen. Von Dr. I. Rütf (Schluß). — Tie Lage des Judenthums iu Oesterreich. Von Dr. G. Deutsch. — Wocheu- 'chau. Von Gustav Karpeles. — Wissenschaft und Litteratur: Urtel lieofta in Geschichte und Dichtung. Von Raphael Löwenfeld. — Die Silben j in der ungarischen Akademie der Wissenschaften. Von Dr. M. Kayserling. — Feuilletonr Ein frommer Jude. Von Arthur Eugen Simson. — Littcearische Mittheilungen. Der Gemeindebote. Korrespondenzen und Nachrichten: Berlin i Hannover, Wien, Pest, Lemberg, London, Paris, Bukarest. — Von Nah und - vorn. — Bei der Redaktion eingegangene Bücher. — Miscellen. | Ruth. Von Georg Minden. Nach dem Synagogemitual wurde am zweiten Tage des Wochennstes auch in diesem Jahre in den Synagogen das Buch Ruth verj lesen. Ans den Donner und Blitz des Sinai folgt die heitere Ernte-! Nmdschaft von Bethlehem; auf das welthistorische Ereignis; der j Keligionsstiftung die anspruchslose Begründung einer Familie. Was ist es denn eigentlich, was dieser harinlosen Erzählung! ihren Werth verleiht? Etwa, daß aus der Ehe, deren Eingehung erzählt wird, das Königshaus von Juda abstammt? Keineswegs; auch söhne diesen Schluß würde sie ihre Wirkung nicht verfehlen. Keine großen Leidenschaften werden darin geschildert; sie hebt sich von keinem großartigen Hintergrund ab; an äußerm Beiwerk ist das Bedeutendste die schmucklose Darstellung alterthnmlicher Rechtsformen. Tie Erzählung könnte bei jedem Volk, in jedem Zeitalter und unter iedem Himmelsstrich spielen. Ein wohlhabender Großbauer heirathet eine Volks- und landfremde Wittwe ohne Stammbaum und ohne vermögen, von der weiter nichts zu melden ist, als daß sie ihre i Schwiegermutter nicht im Stiche lasten will. Das ist das Ganze! lind doch welche poetische Kraft in diesen wenigen Kapiteln! Es; weht dem Leser ein Hauch körperlicher und geistiger Gesundheit daraus entgegen. Alle diese einfachen Menschen ohne Ueberspanntheit »ad ohne Ziererei haben das Herz auf dem rechten Fleck. Und in diesem Herzen wohnt tiefes Gottvertraucn! Man fühlt bestimmt: während glänzender begabte Personen . gerade an ihren Talenten zu Grunde gehen, sind cs dieser Boas »ad diese Ruth, aus deren Ehe ein Stamm tüchtiger Menschen für die Zukunft hervorgehen muß. An den Schilderungen solcher Themata, die gerade ein weibliches Gemüth tief berühren müssen, ist in unfern heiligen Schriften kein Mangel. Werden dieselben aber für unser religiöses Leben hinreichend verwerthet? Mir scheint, daß dies nicht der Fall ist, und ich möchte eine Beobachtung, die ich überall, wo ich Kirchen oder Synagogen besuchte, von Norwegen bis Süditalien und von Kvivno bis London, machte, darauf zurückführcn. In den Kirchen, sowohl katholischen als evangelischen, überwog überall das weibliche Geschlecht; in den Synagogen war es umgekehrt. Scho» die Bauart der letzteren weist darauf hin. Das geräumige Schiff ist den Männern reservirt; die Frauen sind auf die Galerie beschränkt. Ich glaubte früher, daß bei der strengen Orthodoxie dieser Uebelstand sich nicht zeige, weil für die Hausfrau im gcsetzestreuen Haushalt jede wirthschaftliche Handlung in gewissem Sinne einen religiösen Eharakter trügt. Aber als ich zum ersten Mal vor einiger Zeit die Synagoge in der Gypsstraße besuchte, hörte ich auch dort von der Kanzel dieselbe Klage: die weibliche Jugend sei nicht mehr so lernbegierig in Sachen der Religion wie früher. Und doch liegt an oieser Stelle der gefährlichste Einbruchspnnkt in das Judenthum. Nehmt dem Manne die Religion und ihr könnt immer noch eine achtungswcrthe Persönlichkeit behalten — nehmt sie aber der Frau;md es grinst e;ich ein Scheusal entgegen! Es wäre aber unrecht, den Geistlichen allein die Schuld znzuschieben; der begeistertste Prediger muß ans die Dauer matt werden, wenn er keine zuhörende Gemeinde findet. Schon öfter ist Israel durch Frauen gerettet worden. Jetzt aber brauchen wir keine Esther und keine Judith, sondern nur Frauen wie Ruth. Die Mutter, die mit ihren Kindern in regelmäßigen Zeiträumen den Gottesdienst besucht, diese ist es, die uns die Zukunft verbürgt. U Entstehung und Kedeutung des Antisemitismus in Hessen. Von Dr. I. Rütf in Memel. (Schluß.) Etwas, was ehemals ein Unerhörtes, ward zu einem Alltäglichen, und bei allen diesen Güterverkäufen hatten gewöhnlich Juden die Hände im Spiele; häufig genug als Gläubiger, obschon sie lange nicht mehr so viel Geld auf Hypotheken ausliehen als ehemals — sie konnten jetzt ihr Geld viel besser verwerthen und verwenden — oftmals nur als Vermittler; zu allermeist als Selbstkäufer, nicht, um das Grit zu behalten und zu parzelliren und in einzelnen Stücken zu verkaufen. Das war nämlich ein sehr lohnendes Geschäft. Und wenn sie die Güter auch über den Werth bezahlt hatten, so durften sie doch ans

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