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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-04-11 · Heft 13 (11.4.1890) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 13 (11.4.1890)
Date
1890-04-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Berlin, ll. April 1890. Adler ball, die für ann später ll, die den bedachten Gemiluth des Heilnid Toruir Ferdinand ie Orga > Dassel dr »gearbeitel. rialbezirlt- .">4. Inhrganp. Nr. 13. Allgemeine eitung des Audenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. I von dem ißrabbiner :r zwischen ierunq hcn rlingswer!;e bewirk! 'linge aui- Nach der liens nun »er Stabr begab sia> er Thron mm Halle lm 11 Ulir ms'genone. tersburger rrließ und Renten brr is Diplom Zetersblun; in Algier - Dazegründete ang über räsidenten che erschei Artikel zu lich durcl; genannten i" würden nördlichen en :c. datand, mit' n verstän; Dr. von Gemeind? deutschen anläßlim > Königierns an im Aller llems für en Danl ermitteln, chherzigen , hat zur Krundstüc! desselben 1, jährlicl, lessenger ch die Er ode seiner Gemeinde n. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Abonnements - Preis: Durch Buchhandel, Post oder direkt von der Expedition in Berlin unter Streifband bezogen Vierteljahr!. 3 M. Begründet von Rabbiner Dr- Ludwig Plhilippson in Kann, Expedition: Berlin, Jerusalemerstr. 48/49 Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adresse-. Verlag von Rudolf Mofse, Berlin SW., Jerusalemer Straße Nr. 48/49 zu richten. Inhalt. Leitartikel: Ein Vorschlag. Vortrag von Justizrath INakower. König Joschijahu. Bon Iw. .im*. Georg Minden. — Wissen schast rmd Litteratur: Der Eid an Sabbath und Festtag. Von Dr. Tobias Eohn. — Anklänge an biblische Gesichtspunkte in den Dichtungen von Henrik Men. Von Dr. I. H. Ritter. — Feuilleton: Ein Kuß. Von Hermann Heiberg. — Die jüdische Gesellschaft in Paris. Der Gemeindevote: Tie preußischen Behörden und der jüdische Religionsunterricht. Von A. Budwig. - Korrespondenzen nnd Nachrichten: Berlin, Hannover, Wolfenbüttel, Schweinsurt, Bein. Paris, Warschau, Odessa, Bagdad. — Von Nah nnd Fern. — Miscetten. Lin Vorschlag. Vortrag, gehalten im Lokale der Gesellschaft der Freunde am 12. März 1888 von Justizrath Mako wer. Verehrte Anwesende! Tie Vorträge, welche zu Gunsten der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthinns hier gehalten lvcrden, pflegen der Belehrung zu dienen. Gelehrte von Ruf haben die Gegenstände ihrer Vorträge theils der Geschichte des JndcnthuinS, theils ieincn Institutionen cntnonnnen, mit Aufklärung zu geben, wie unsere Ahnen gedacht nnd was sie zur Festigung des Grundsatzes, ans welchem das Judenthuin beruht, angeordnet haben. Was soll aber, frage ich, alle Kenntnis; der Vergangenheit, lvas soll die Vertiefung in die Schütze einer abgeschlossenen Literatur, was nützt eS zu wissen, wie vergangene «Geschlechter die an sie herantretenden Aufgaben gelöst haben? Hat alles dies den ausschließlichen Zweck, eine gerechte Würdigung des Früheren herbeiznftihren? soll nichts weiter als Material geliefert werden, die vergangenen Thaten zu rechtfertigen? Ist eS die bloße Freude an dem Verstündniß und der Erkenntnis; von Ideen, welche irüher wirksam waren? — Wären alle Vorträge nur diesem Zwecke gelvidmet, so könnten sie immerhin interessant, lehrreich und ünterlialtend sein, ich glaube aber, daß sie in ihrer Gesamintheit doch ein Mehrer es bezweckten. Nicht fruchtloses Wissen sollte bereichert, sondern fruchttragende Erkenntnis; befördert, nicht die bloße Gelehrsamkeit gepflegt, sondern eine nützliche Anschauung und Thütigkeit für die «Gegenwart sostte angeregt werden. Die Kenntnis;, welche Aufgaben die Alten als in den Bereich der Wirksamkeit der religiösen Idee liegend erachteten, sollte zur Werkthütigkeit in der Gegenwart ailfcnern. jene Vorträge hatten also a u ch den Zweck, die Erörterung der Frage nahe zu legen, was kann in der Jetztzeit geschehen, um die Zwecke des Judenthmns zu fördern? Diese Frage hat jede Generation sich immer wieder zu stellen; sie bleibt ewig neu nnd wird niemals vollständig gelöst. Aber aufgeworfen muß sie immer werden, nnd bei ihrer Beantwortung muß der Sinn darauf gerichtet sein, zu praktische n Ergebnissen, nicht blos zu theoretischen Grundsätzen zu gelangen.! Ter Grund, weshalb die Frage so oft zu erneuern ist, beruht darin, daß jede Zeit ihre besonderen Aufgaben hat, daß die Anwendung ' des ewig unverrückbar bleibenden Grundsatzes von der Bethätigung der Menschenliebe »üt den Verhältnissen sich ändert, daß für gewisse : Seiten der Thütigkeit ei» Bedürfnis; sich heransstellt, welches früher! nicht vorhanden lvar, nnd daß manchmal eine Einwirkung möglich wird, die früher unausführbar lvar. > Ich bin weit entfernt davon, die gesammte von nur be,zeichnete Frage erörtern zu «vollen. Dies mag Männern überlassen werden, ivelche eine bessere Kenntnis; von der Lage der Inden in den verschiedenen Zeiten der Geschichte haben ate ich, und welche, über deren Leistungen in der Vergangenheit besser informirt, in den Stand gesetzt sind, umfassender anzugeben, was auf den verschiedenen Gebieten zu geschehen hat, um eine der jetzigen Lage entsprechende Ausgestaltung des Judenthmns herbeizuführen. Meine Aufgabe habe ich, entsprechend meinen Kräften, mir niedriger gestellt; aus einem beschränkten Gebiete null ich zu erörtern versuchen, was geschehen kann und soll, um für; die Jetztzeit einen neuen Zweig ersprießlicher Thütigkeit innerhalb der wohlthätigen Leistungen der Juden entstehen zu lassen. Es handelt i sich, wenn ich ein Schlagwort der Zeit entsprechend anwendcn darf, um die : Bethätigung des „praktischen" Judenthunis in einer bestimmten Richtung. In einem früheren Bortrage hat ein Redner Ihre Aufmerksamkeit ans die in unserer Gemeinde bestehenden wohlthätigen Institute gelenkt und hervorgehobe», daß solche in größeren Maßstabe erst im letzten Jahrhundert entstanden sind. Der Grund, weshalb sie nicht früher errichtet wurden, obschon die Lehre von der Gottgefälligkeit milder Werke so alt wie das Judenthnm ist nnd zu seinen Kardinalsätzen gehört, beruht in der Ungunst der politischen nnd sozialen Verhältnisse, unter welchen die Inden bis znm Ende des vorigen Jahrhunderts litten. Es ist fern von mir, auch nur ein bitteres Wort über vergangene Leiden zu sagen; ich verweile lieber bei dem anmuthenden Gedanken, daß die Inden im deutschen Reich nicht mehr behindert sind, alles das an wohlthätigen Instituten zu gründen, was ihr Herz nnd ihre Einsicht sie zu thnn gebietet. Was während vieler Jahrhunderte nicht möglich war, muß nachgeholt werden, aber kein Einsichtiger wird glaube», das; der Tag schaffen kann, was eine so lange Zeit versäumt hat. Nur eins gebietet der einmal eingetretene Zeitverlust, schnell und energisch ans Werk zu gehen und die Fehler zu vermeiden, welche den Erfolg hemmen könnten. Eine Frage der Erziehung will ich anregeu, aber auch hier, da! ich meinen Kräften mißtraue, nur eine einzelne, auf einem beschränkten j Gebiete und für ein bestimmtes Geschlecht, nnd auch da nur für solche

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