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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-03-14 · Heft 9 (14.3.1890) · p. Seite 143

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 9 (14.3.1890)
Date
1890-03-14
Page
Seite 143 (sequence 15)
Language
German
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113?(mteö'). Aber auch Jenen ereilte bald dasselbe Geschick : auf der | Synode zu Autiochieu (358) sprach er sich nämlich mit aller; Entschiedenheit ncgcii das Nieaeische Symbolum aus uud iu - Folge dessen wurde er exkommnnicirt und der Würde und! des Amtes verlustig erklärt. j Julian der Abtrünnige (363) begünstigte die Juden-), Jerusalem schöpfte wieder Hoffnung der Tempel auf Moria i sollte aus seinen Trümmern erstehen. Julian forderte die j Juden auf, für die glückliche Beendigung seines Feldzuges! gegen die Perser zu beten, damit er mit ihnen iu der wieder j erbauten Stadt wohne uud mit ihnen daselbst den Allmächtigen! preise.') Allein seine Negierung war unglücklich, iuie er selbst. Der Tempel blieb iu Trümmern. Der Streit zwischen Caesarea und Jerusalem erneuerte sich, sobald ein neuer Bischof in Jerusalem einzog?) Endlich ward die Frage ans dem Coneil zu Ehaleedou (151 —13:0 gelöst. Durch ein Edikt Theodosius 11. wurde Jerusalem zu dem Range eines Patriarchats erhoben.') Das »christliche Jerusalem jubelte, Caesarea aber begann zu sinken. Johannes, um 553, war der letzte bekannte Metropolit daselbst.') Wie wilder Sturm ergossen sich der Saraeeueu Heere über Asien. Sieben Jahre laug belagerte Omar Caesarea's Mauern bis um 611, im Todesjahre des Kaisers Heraelins, die Stadt in seine Hand)) fiel. Erst Gottfried von Bouillon, unterstützt von Pisaueru und Geuueseru, gelang es, sie nach 15tägiger Belagerung 1161 den Feinden wieder zu entreiszeu. Tie Muselmcmeu hatten sieh iu die Moschee, iu die die alte Kathedralkirche umgeivaudelt wurde, geflüchtet — die Christen drangen in sie ein und richteten ein furchtbares Blutbad au. Tort fanden sie die kostbare Smaragdschüssel, die, angeblich ein Geschenk der Königin voll Saba au Salomo, einst dem Tempelschatze angehörte uud aus der der christlichen Sage nach, Christus mit seinen Jüngern das Passalaunu genossen haben soll. Noch heute wird die Reliquie in Genua als sagra catino aufbewahrt und gezeigt. Caesarea wurde jetzt lvieder der Sitz eines lateinischen ') Theod. ib. .11. *26; Sozom. IV., 25. -) lieber das Verhalten Julians gegen die Inden, vgl. St. n. Mi*. 1871, 0, 568. Reander, Kirchengeschichte II., 1, 71. I lieber das Verhältnis; Caesarea's zu Jerusalem, vgl. Hefele, Mrchengeschichte I., 101. 5) Coneil zu Chalcedon Act. VII. Vabb. Tom. IV. p. 612. 6) vgl.Siberns, de Caesareae Palaest. Episcop. Leipzig 1731. 7) Gibbon, hist, of the decline IX., 257. Metropoliten, dem der Bischof von SebasE (Samaria) als Suffragau untergeordnet war.') Louis IX. befestigte die Stadt; allein nach 11 Jahren erschien der Sultan Bibars, ein Meuchelmörder, der blutbefleckt auf den Thron sich setzte, aber sein gegebenes Wort treu hielt, wntherfüllt, weil die Christen das mit ihm geschlossene Friedensbündnis; nicht treu gehalten, plötzlich Vörden Mauern Caesarea's. Seine Krieger, die ans ihren Lanzen und den Riemen der Pferde eine Art Sturmleiter gemacht hatten, erstiegen die Mauern. Die Belagerten ergaben sich und verlangten freien Abzug. Ihre Bitte ward ihnen gewährt, die Stadt aber wurde vom Grunde aus zerstört. Wo früher Caesarea stand, dort weiden lvilde Schweine und Schakale zwischen verödeten Ruinen-); erfüllt ist das Wort der Weisen: Es schwinden die Feinde, was von ihnen bleibt — Trümmer nur sind's, Trümmer des alten Caesarea.') Auch Jerusalem wurde oft zerstört, sah oft andere Herren iu seinen Mauern, aber noch steht die Stadt, ein lebendiges Zeugnis; für die Ewigkeit Israels in der Geschichte der Menschheit. Caesarea ist kaum dem Namen nach bekannt; Jerusalem aber steht im Mittelpunkte des religiösen Gedankens aller Monotheisten. Die Heiden ahnten seine Herrlichkeit'), Israel aber blickte allezeit mit heiliger Ehrfurcht hin. Caesarea war klein, selbst als es gros; gewesen; Jerusalem war gros; selbst in seinem Falle noch. Biel und lange hatdieStadt geweint um Israel; Israel aber ist dankbar: zerstreut in aller Welt, wendet es des Morgens und Abends das hoffende Herz dahin, wo seines Bolksthums Herz einst treu geschlagen. Und auch lvir, ob auch anderen Zeiten und anderen Gedankenkreisen ange- ' hörig, auch lvir, die lvir für Israel allein nichts hoffen, weil uns die Menschheit alles ist, weil für sie wir alles wollen, auch wir denken mit heiliger Ehrfurcht der Stadt; denn von Zion ist ansgegangen die Thora und das Wort Gottes von Jerusalem. Und lveil in dem Worte wir verharren, darum glauben wir, darum hoffen wir: „sie werden nmschmieden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Speere zu Winzermessern; nicht erhebt Volk gegen Volk das Schwert, nicht üben sie fürder den Krieg" — Caesarea siegt nicht, aber Jerusalem wird jubeln und am Abend wird es licht sein! U Wilken, Geschichte der direnzzüge VII., 175. -) vgl. Ritter, Erdkunde, XVI., 605; Palestine, Explor. Fund, 1873, 0, 105; 1871, 0. 13. 3, Mier. Ps. o, 7; p-D ied man Kam nep ■>) Plin. h. n V. 15, „longe clarissimam urbium oiientis, non Judaeae modo.“ IciijioMt iiiiii Piere iöif|tcci(|ule V0ll Frau Dr. Leverson und Frl. Constanze Hannover, Thitrgarlcnstrnsje 4. —-2t ir f nah me von Zöglingen zn jeder Zeit. — Für meinen Verwandten lJsr.j 27 Jahr alt, von angenehmen Aenhern, gelernter Kaufmann, ans achtbarer Familie, suche ich eine passende Parthie, wo Gelegenheit gegeben wird, in ein Geschäft einznheirathen. Nicht anonyme Offerten unter Chiffre I. X. an die Expedition des Berliner Tageblatt, Berlin SW.

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