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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1890-02-01 · Heft 3 (1.2.1890) · p. Seite 48

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
54 (1890)
Issue
Heft 3 (1.2.1890)
Date
1890-02-01
Page
Seite 48 (sequence 16)
Language
German
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48 Eine Umkehr auf dem bisherigen Wege ist daher ein dringendes Gebot der Nothwendigkeit. Nicht durch Ausnahmegesetze kann die „Judenfrage" in Rußland gelöst werden, sie findet ihre naturgemäßeste Lösung durch Bewilligung der Forderung, zu der sich alle wirthschaftlichen Fragen in Rußland immer schärfer zuspitzen: Mehr Luft! Mehr Licht! Volle bürgerliche Gleichberechtigung und das Recht der freien Niederlassung im ganzen Reiche sind unvermeidliche Voraussetzungen, wenn die Armuth der zusammengedrängten Massen des Judenthums beseitigt und die russische Bevölkerung der Westprovinzen von ihrer erdrückenden Concurrenz in Gewerbe und Handel befreit werden soll. Die schlimmen Ausivüchse der Handelsthätigkeit, die Unreellität, den Hang zum Betrug, das Wucherunwesen, all dies suche man nicht bei den Juden zu heilen, sondern fasse das Uebel dort an, wo seine Wurzel sitzt: in der russischen Gesellschaft. Und schließlich wende man auch besondere Aufmerksamkeit der Schule zu, welche das beste Mittel ist, eine allmähliche Verschmelzung des Judenthums mit dem Russenthum anzubahnen und die Ausgleichung der bestehenden Gegensätze zu erleichtern. Wir suchen zum 1. April cr. für unsere vierklassige Religionsschule einen seminaristisch gebildeten welcher auch befähigt ist, den Religionsunterricht in den höheren städtischen Schulen zu ertheilen und vorkommendensalls den ersten Cantor vertreten kann. Bewerber, welche die Definitovialpriisnng bestanden haben, werden bevorzugt. Mainz, den 29. Januar 1890. Der Vorstand der israelit. Religions- _Gemeinde._ Jüdische Lehrer - Bildungsanstalt zu Berlin. Bedingungen für die Aufnahme. Die Bedingungen sur die Ausnahme, die nur ein Mal jährlich und zwar beim Beginne des Sommer-Semesters stattfindet, sind folgende: 1. Ter Aufzunehmende muß mindestens das siebzehnte Jahr zurückgelegt und darf das Alter der Bildung-fähigkeit noch uicht überschritten haben. 2. Er muß außer den allgemeinen Vorkenntnissen, die laut der Allgemeinen Bestimmungen vom 15. Oktober 1872 bei der Aufnahmeprüfung an den Schullehrer- Seminarien gefordert werden, Vertrautheit mit dem Pentateuch und Kenntniß der wesentlichsten Theile der biblischen Geschichte. der hebräischen Formenlehre, sowie der Liturgie besitzen. 3. Er har dem Leiter der Anstalt folgende Schriftstücke einzureichen: а, Einen von ihm selbst verfaßten und geschriebenen Lebenslauf, welcher außer seinen persönlichen Verhältnissen besonders den bisherigen Gang seiner Bildung darstellt. d. Das Geburtsattest. e. Ein Gesundheitsattest, ausgestellt von einem zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arzte.' б. Ein Zeugniß über seine Schulbildung, e. Ein amtliches Zeugniß über seinen bisherigen Lebenswandel. Auf Grund eines nach diesen Bedingungen an den Leiter der Anstalt, HerrnDr.Holzman, bis Ende Februar d. I. einzusendenden Gesuches wird über die Zulassung des Angemeldeten zur Prüfung bestimmt, von deren Ergebniß seine Aufnahme abhängt. Die Anstalt gewährt den Zöglingen freien Unterricht und Unterstützungen. sB.477 Berlin, im Januar "1890. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. Anzeigen. » Venfional nnd Höhere Töchterschule ® von Iran Dr. Leverson & Irl. Gonstanze Levv, Hannover, Thiergartenstrasse 4. SO“ Auf ©|iern find einige Naeanren. "MV Jsr.Töchter-Pensionat «.Höhere Unterrichts-Anstalt. Jnstitnl I. Ranges. — Gegründet 1864. — Ausnahme jeder Zeit. — Prospekte auf Wunsch. Frau DirrKtor Therese Gronau, Berlin, Hindrrsmstr. 11. Äiinigsplatz. Uräparandenklasse der jüd. Lehrer- Mdungsanjlalt;u Herlin. Die Aufnahmeprüfung findet Montag den 14. April d. I. Vormittags 9 Uhr statt. Tie Anstatt gewährt freien Unterricht und bedürftigeu Zöglingen eine Beihilfe zur Subsistenz. Sie nimmt in der Regel nur Schüler auf, welche das fünfzehnte Lebensjahr vollendet haben. Der schriftlichen Meldung sind beizufügen: 1. Das Geburtsattest, 2. der Jmvf- und Nachimpsungsschein, 3. ein Gesundheitsattest, ausgestellt von einem zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arzte, 4. ein Zeugniß über die bisher genossene Schulbildung, sowie über die Führung. Auf Anfragen ertheilt der Leiter der Lehrer- Bildungsanstalt, Herr Dr. Holzman, nähere Auskunft. sB.479 Berlin, im Januar 1890. Ter Vorstand der jüdischen Gemeinde. Ein anst., jüd. verh. Mann ohne Familie, best. Jahr., Handelsmann in Rechn., Schreib, bewand., sucht irgend eine Beschäft. od. eine Detail-Reisender,5. Salair u. Spesen. Adr. erb. I. Goldschmidt, Lobenstein (Reuß). sB.446! leeluiieum Mittweida I — Sachsen. — Maschinen - Ingenieur - Schale Werkmeister - Schale. In einer hiesigen guten Familie können zu Ostern d. I. ein oder zwei Knaben, welche die hiesigen Schulen besuchen sollen, freundliche Aufnahme finden. Auskunft ertheilt Herr Landrabbiner Dr. Guttmann, Hildesheim. Schadchen, diskret nnd reell, gut eingeführt, erste Referenzen, Verbindungen in ganz Deutschland. I. SlanarinS, Frankfurt g. M. Friedrichstr. 52. Gesucht wird für eine kleine Familie in der Badestadt Teplitz in Böhmen ein Mädchen, welches kochen kann und alle häuslichen Arbeiten verrichtet. Lohn 150 M. vorläufig. Offerten unter F. 236 an Rudolf Mosse in Leipzig. Ein in Küche und Haushalt tüchtiges Mädchen, Israelitin gesucht bei G. Urrverr in Alten-Gssen. Zar Beaufsichtigung der Kinder suche ich pr. Anfang Febr. ein junges Mädchen aus guter Familie, welches sich auch im Haushalte beschäftigen kann. Frau I. Heimann, Duisburg a. Rhein. offerirt billigst A. Steiulierg «en., Blotho. Preislisten gratis und franco.! nee h'i nrao offerirt in bekannter prima Qualität billigst G. Grns Uceri/folgerr- Rheda in Wests. Verlag von Gustav Engel in Leipzig. — Verantwortlicher Redakteur Gustav Engel in Leipzig. Druck von Greßner 8c Schramm in Leipzig.

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