Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 61 (1897)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1897)
- Date
- 1897-09-24
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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die russische Industrie wärein der allein eine Verbesserung der ökono-.? mischen Lage Rußlands' zu suchen ist, wenn man den Juden überall' Aufenthaltsrecht geben würde. Leider wollen unsere Feinde die Wahrheit nicht anerkennen. Amerika. C. H. New-York, Ende August. O. I. Atki n s o n, Präsident der Advokatenkammer des Staates Michigan, sagte in einer bei Gelegenheit der Generalversammlung dieser Körperschaft gehaltenen Rede: „Ich habe erfahren, daß Geschäftsleute mit einem Talent für Ansammlung von Reichthümern sich in den Advokatenstand, eingedrängt haben. Man bezeichnet sie mit dem Spitznamen „Juden der Jurisprudenz", und manches Mal tragen sie ausgesprochen jüdische Namen." — Ein russischer- Jude, Namens Louis Rubin, stand vor einem Gerichte in Chicago unter der Anklage der Brandstiflüng. Der Richter Goggin fällte ein freisprechendes Erkenntniß, indem er ausführte, daß jedesmal bei einem Brande im Hause eines Juden die Polizei die Anklage der Brandstiftung erhebe. — Eine statistische Untersuchung, geleitet von Charles Hoffmann, Sekretär der jüdischen Einwanderungs-Gesellschaft in Philadelphia, hat ergeben, daß in allen Strafanstalten des Staates Pennsylvanien sich nur 114 jüdische Sträflinge befinden. Ein Sheris sagte in seiner Antwort auf die diesbezügliche Anfrage: „Wenn es nux Juden gäbe, würde ich meine Stellung verlieren." — Ein gewisser Rabbi Brown, bekannt als ein Reklameheld, machte neulich wieder^vonsich^ reden, indem er in eine Zeitung die Meldung gelangen ließ, daß er mit dem Grand-Rabbiner Zadoc Kahn wegen Theilnahme an dem Zionistenkongreß in Unterhandlung stehe, und daß der Sultan bereits eingewilligt habe, Palästina für fünfhundert Millionen Dollars zu verkaufen. Herr Brown, der zuletzt eine Stelle an der Reformgemeinde in Columbus (Georgia) bekleidete, hat trotz der Desavouirung durch hervorragende. Repräsentanten des Judenthums feinen Zweck erreicht, sich in den Mund der Leute zu bringen. — Eine große Wohlthat ist der Dachgarten auf dem Gebäude der LäueaUonäl Alliance mitten in dem dicht bevölkerten jüdischen Viertel von New-Iork, in welchem täglich Tausende Erholung suchen. Jeden Freitag und Sonntag finden daselbst Konzerte statt, und Erfrischungenwerden unentgeltlich-verabreicht. Herr Nathan Str auß, der bekannte Philanthrop, hat daselbst eine seiner zahlreichen Milchhallen, in denen sterilisirte Milch für einen nominellen Preis verkauft wird. Eine andere Verkaufsstelle, welche Herr Strauß auf dem Quai im New-Iorker Hafen errichten wollte, welcher Erholungszwecken gewidmet ist, wollte die Hafenbehörde nicht gestatten, weil dadurch dem: Pächter des dortigen Restaurants Konkurrenz gemacht werde. — Jsaac Aaronson und Bernhard Selinsky in Chicago sind zur Heilsarmee übergetreten und erzählen allabendlich auf der Straße unter Pauken- ' schlagen und Tambourinklängen die Geschichte ihrer wunderbaren Erleuchtung und hoffen, sobald sie die nöthigen Fonds erlangt, haben merben; ihr Leben ausschließlich der Rettung verlorener' Seelen zu widmen. — Herr Moses Alexander ist zum Mayor der Stadt: Boise im Staate Idaho gewählt worden. — Am 10. d. Mts. starb an seinem 79. Geburtstage Herr Moses Schloß, aus Reckendorf in Baiern; gebürtig. Er war einer der eifrigsten Förderer der Reformbewegung im Lande und gehörte dem Vorstände des Tempels Emanuel an. — Am 14. d. Mts. starb der Kantor der Adath-Israel-Gemeinde in Cincinnati, y Samuel Bandet, plötzlich in der Synagoge,-gerade als er sich an das; Vorbeterpult begab. ' Non Nah und Fern. In den Ende März d. I. vorhandenen 212 Berliner Gemeindeschulen waren der Konfession nach 173278 evangelische, 13629 katholische,... 3605 jüdische Kinder. — Der Betsaal des Religionsvereins zu Steglitz < ist am 20. d. unter Betheiligung von etwa 120 Personen eingeweMtz Das kleine Bauwerk liegt auf dem Grundstück des Herrn Wolfenstein-I Düppelstraße 41, und ist vom Maurermeister Sinnig ausgeführt. Der Feier wohnte auch Bürgermeister Zimmermann bei. Die Weihe vollzog , Rabbinatskandidat Bräun. — Lehrer R. Plaut aus Rybnik istvon der kgl. Regierung zum l. Oktober d. I. an die öffentliche israelitische Schule nach Sorau O.-S. berufen worden. — Die Mörder des Bankiers Kohn in Pleß, Wlodarski und Stacho, sind, wie aus Wadowiee in Galizien depeschirt wird, nach zehntägiger Verhandlung einstimmig des Raubmordes an Kohn, des 'Mordes des Gutsbesitzers Homia sowie der Religionsstörung Und der Beleidigung' der Mitglieder des österreichischen Kaiserhauses schuldig erkannt und zum Tode 'verurthcilt worden. — An der Ja c ob so n- "schule '(berechtigte Realschule). zu Seesen a. Harz. fand unter dem 'Vorsitz des Herzogs Regierungskommissars, Oberbürgermeister Pockels aus Braunschweig, am 17. d. die Reifeprüfung statt. Sämmtliche 11 Prüflinge haben dieselbe bestanden. — Samuel Rosen blüth aus Richmond hat eine Stiftung von 25 000 Mk. zur Unterstützung hilfsbedürftiger und gebrechlicher - Israeliten und jüdischer Waisen in den - Bezirksämtern Bamberg und Grabfeld errichtet. — Bei den von den > württembergischenGymnasienabgehaltenenAbiturientenprüfungensind ' von 245 Prüflingen, die das Zeugniß der Reife erhalten haben/5, gleich 2 pCt., Israeliten, einer davon widmet sich dem Studium der Theologie. — , In Rottweil starb Lehrer Königsbacher. Derselbe wirkte dort 30 Jahre und war nicht nur bei der israelitischen Gemeinde, sondern in der ganzen Stadt sehr beliebt. Derselbe war Lehrer an der höheren Töchterschule und an der Gewerbeschule, Ausschußmitglied des Männergesangvereins und anderer Vereine. — Der Schriftsteller Leo Herzberg- Fränkel begeht am 25, d. seinen 70jächrigen Geburtstag. Herzberg- Fränkel, welcher auf eine 40jährige verdienstvolle Thätigkeit als Sekretär der Brodyer Handelskammer zurückblickt, ist durch seine Erzählungen aus dem Ghetto auch in der Schriftstellerwelt wohlbekannt. Der Jubilar, ' /welcher gegenwärtig in Teplitz-Schönau ständigenAufenthalt hat, widmet; noch jetzt seine Mußestunden schriftstellerischer Arbeit. — Der Hofbuchhändler Philipp Wodianer in Budapest wurde durch Verleihung des ungarischen Adels, der Grundbesitzer Samuel Baruch durch Verleihung des Adelsprädikates Felföväny und der Arzt Dr. Möriz Löwinger in Neutra durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes tziit der Krone ausgezeichnet. — In Versailles ist Albert ' Levi Älvarss, Staatsingenieur und Generalsekretär der Eisenbahngesellschast Madrid-Saragossa, der Bruder des Divisionsgenerals gleichen Namens, gestorben. Derselbe war in Spanien sehr - beliebt und hat während des Aufstandes von 1873 durch seinen Muth die Eisenbahngesellschast vor unberechenbarem Schaden bewahrt. — Unter den anläßlich der Anwesenheit des Zaren in Warschau beschenkten , Arbeitern im Sommerpalais zu Lazienki erhielten Berek Lew eine goldene Uhr, Chaskiel Bloch eine silberne Uhr und Pinkus Chazanow einen goldenen Ring. — In Stockholm fand der zweite relkgionswissenschaftliche Kongreß statt. Unter den Rednern befand sich auch Rabbiner Professor Klein/ der über „Religion und Moral" sprach. Professor; Rudin erkannte an, daß der Redner vom Gesetz und von den Propheten eine tiefere Auffassung als mancher Christ an den Tag gelegt hätte. b In demselben Sinne äußerte sich Professor Sabatier aus Paris. — Ein Gesetz vom 11. Juni 1891 untersagt den Juden in Polen, Besitzer zu werden von Grundstücken, die polnischen Bauern angehörten, und > geschähe dies auch durch eine authentische Erbschaft oder durch ein Geschenk. Vor einigen Wochen hat der Senat beschlossen, daß die Juden von Grundstücken der Bauern Besitzer werden können, wenn diese sie zu 1 legalen Erben einsetzen. In diesem Falle können sie nicht gezwungen werden, die ererbten Güter zu verkaufen. — In Jnterlaken ist Leon /Daniel aus Jassy, Präsident des Spitalkomitees und Begründer . der rumänisch-jüdischen Schulen, gestorben. Der Verstorbene, der " Offiziersrang besaß, erfreute sich allgemeiner Beliebtheit. Bei dem . Begräbniß hielt Rabbiner Dr. Niemirower eine ergreifende Trauerrede. — M. Hendls ist zum Generalsekretär der Präfektur in Calvados, M. Aron zum Staatsanwalt in Berley ernannt worden. — In New-Aork ist am 29.. v. M. Emanuel Hart gestorben. Derselbe war Jahre lang Präsident des Mount Sinai Hospital und der ver- - einigten spanischen und portugiesischen Gemeinden. Auch am politischen - Leben betheiligte er sich stark und war wiederholt Mitglied des Kongresses < und der Regierung. —Das Board of Deputies in London hat vom auswärtigen Amt die Mittheilung erhalten, daß nach einer Depesche des englischen Geschäftsträgers aus Teheran Sajyd Abdul Hussein-, der t Bedränger der persischen Juden, nach Schiras vorgeladen sei und aus l dem Lande getrieben werden solle, sowie daß die Sicherheit der Juden gesetzlich gewährleistet und derartige Vorfälle sich nicht wiederholen sollen. i ‘ Druck und Verlag von Ruvol-f Mosse in Berlin. -; Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin. 61. t Di, Ab Po R, deutsc Aus i Dr. A Litter 2 Stegli Bon einen hier 1 von einer Folie nur ) desL bildui gestell anger seiner zur 8 Zugesjüdisc Stät! lehnt. sonde durch d. h. oufge eine l wand ihren Pfad, tief s. Haber ihnen nach Himn