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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-08-27 · Heft 35 (27.8.1897) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 35 (27.8.1897)
Date
1897-08-27
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 61, aus den beiden englischen Mädchenschulen für Judenkinder sind Zöglinge -- .fortgenommen worden. Es heißt, eine Anzahl junger, fanatischer JudenF sei aus Europa nach Jerusalem gekommen und hätte diese Erregung-i veranlaßt. Bisher sind Schritte gegen -dieselben vergeblich gewesen.-- Ueber.die Lage der Juden in Jerusalem in.den letzten Monaten wird'' uns im' Aufruf einer englischen Gesellschaft von Freunden Israels^ Folgendes mitgetheilt: Wir beschäftigen 54 arme Juden in „Abrahams!i Weinberg". Es thut unserem Verwalter im innersten Herzen wehe, wenn er das Elend so Vieler ansehen muß, die Tag für Tag in Bedrängniß und Hunger darum nachsuchen, es. möge auch ihnen Arbeit' verschafft werden. Darunter sind Alte, Kranke, solche, die sich vom. Bett anfgerafft haben. Wahnsinnige, Blinde. Die besuchende Dame ergreift insonderheit das Wort zu Gunsten kleiner Kinder! Es ist so traurig, ihr Elend anzusehen; hinwiederum sind sie geduldig und überaus dankbar für jede kleine Hilfe. Wir haben manche Wittwen mit Kindern auf, unserem Verzeichniß. So bitten wir denn, daß man sie nicht vergesse, oder aus Nahrungsmangel in ihren ungesunden Wohnungen zu Grunde - gehen lassen." Wir dürfen die gesteigerte Abneigung der Juden gegendie Mission wohl auf den Einfluß der Kolonisation und des gesteigerten jüdischen Selbstbewußtseins zurückführen.' Afrika. Kapstadt, im Juli. Die kräftige Entwickelung der jüdischen Gemeinden in Südafrika legt den Gedanken nahe, eine Verbindung zwischen denselben herzustellen. Längst sind, wenn auch noch vereinzelt. Versuche aufgetaucht, die geistigen Interessen der Juden zu pflegen, sich -• auch der jüdischen Wissenschaft anzunehmen und sich nicht nur auf den Gottesdienst in der Synagoge zu beschränken. Der Rev. Bender von Kapstadt, der schon seit Langem als das geistige Haupt der südafrika-; nischen Juden gilt, hat eine Reise nach Port Elisabeth gemacht und ist - dabei ausgezeichnet ausgenommen.worden. Man hat ihm dabei nahe gelegt, seine Reise dazu zu benutzen, um diese Vereinigung der südafrikanischen Gemeinden herbeizuführen. Rev. Bender hat dies auch zugefagt und wird sein Versprechen auch ausführen. Uebrigens war der Empfang Benders ein außerordentlich feierlicher, und auf. einem ihmzu Ehren gegebenen Banket sprachen der Bürgermeister, ein katholischer^ Priester und mehrere protestantische Geistliche. Alle nahmen Ge- ' legenheit, das ausgezeichnete Verhältniß zwischen Juden und Nichtjuden k zu betonen.. ... Amerika. . C. H. New-Aork, im August. Herr Lewis May, der langjährige Präsident des Tempel Emanuel, ist, wie bereits kurz gemeldet, am 22. Juli gestorben und wurde unter großen Feierlichkeiten vom Tempel aus bestattet. May war 1823 in Worms geboren, kam als junger Mann nach Amerika, wo er bald zu einer angesehenen Stellung gelangte.. — Am 7. August starb hier Frau Schattmann, geborene Bemak, gebürtig aus Grätz i.P., im hohen Alter von 101 Jahren. —- Die jüdische Sommerschule Jewish Chaulauqua, welche in dem Seebade Atlantic City ihre erste Sitzung hielt, war von mäßigem Erfolge begleitet. Die Besucher waren meistens Rabbiner und sonstige Kultusfunktionäre. Das große Publikum hielt sich zumeist fern. Trotzdem soll das Experiment im nächsten Jahre wiederholt werden. — Die von dem ehemaligen Antiquar und Orientreisenden Ephraim Deinard^ geführte Kolonie ist, wie vorauszusehen war, in elendem Zustande in San Franzisko angekommen.' Da die dortigen Juden sich weigern, das aussichtslose Projekt zu unterstützen, will Deinard seine Kolonie nach^ dem Staate Washington im äußersten Nordwesten führen. — Das kleine' Häuflein amerikanischer Zionisten in New-Iork hielt eine vonvierzig Leuten besuchte Versammlung ab, in welcher der Beschluß gefaßt wurde, Juden aus Ländern, wo sie nicht Patrioten sein können, nach" einem Lande zu bringen, wo sie es können. Statt am 29. August nach Basel zu gehen, werden die Herren ein Massenmeeting in New-Iork abhalten. — Auch im freien Amerika giebt es judenreine Hotels. In St. Louis hat ein Hotelbesitzer sich geäußert, daß er Juden und Rennstallbesitzer nicht ausnehmen wolle. W New-Versetz, im Juli. Gute Nachrichten kommen aus der Kolonie Woodkyne. In diesem Jahr sind 500 neue Kolonisten' zügekommen, so daß . jetzt im Ganzen 1200 im Dorfe sind.- Die Ernte verspricht ausgezeichnet zu werden, und da die Entfernung nach New-Zjork nicht groß ist, so können die Kolonisten gute Preise erzielen. irSehr guten Erfolg hat man mit der Weinkultur erreicht und. die Produktion" des vorigen Jahres zu hohen Preisen' verkauft. 25 neue Häuser sind bereits fertig, und einige weitere sind im Bau für neue Ankömmlinge. In der Ackerbauschule in der Kolonie befinden sich gegenwärtig 25 junge Leute und einige junge Mädchen. Bekanntlich hängt das Gedeihen dieser Kolonie sehr wesentlich von den industriellen Unternehmungen ab, in denen die Kolonisten beschäftigt werden. Glücklicherweise gehen dieselben . alle sehr gut, insbesondere ist die Ziegelfabrik und die Fabrik für Herrenkonfektion außerordentlich gut beschäftigt. Die Kolonie bilvet eine seltene Ausnahme unter den Versuchen, die Juden in Amerika dem Ackerbau zuzuführen... Von Nah und Fern. — Die Statistik der Berliner Ehescheidungen, deren Tabellen soeben für.das Jahrzehnt 1885/94 veröffentlicht werden, ist nach verschiedenen Richtungen interessant. Man kann da merkwürdige Dinge zwischen den anscheinend trockenen Zahlen lesen.' Die zehn Jahre brachten insgesammt 8476 Scheidungen. Von diesen gehörten in 6863 Fällen beide Theile der evangelischen, in 234 der katholischen, in 275 der jüdischen Konfession an, 34 waren beiderseits Dissidenten. 1046 Fälle kamen auf Mischehen der verschiedensten Art, 903 allein auf Ehen zwischen Evangelischen und Katholiken. — Am 8. September begeht Herr Rabbiner Dr. Oscar Lipschütz sein fünfundzwanzigjähriges Amtsjubiläum an der Lipmann-Tauß-Synagoge. — In Charlottenburg werden von jetzt ab die'jüdischen Schülerinnen der Klassen VI und VII mit Genehmigung der Behörden des Sonnabends von 12 bis 1 Uhr jüdischen Religionsunterricht durch Herrn Prediger Hamburger erhalten. — Die von dem „Westfälischen ' Bauernverein" nach Raiffeisen'schem System in fast allen Dörfern errichteten Darlehnskassen nehmen einen Juden weder als Mitglied auf, noch leihen sie einem solchen Geld, selbst dann nicht, , wenn zwei gut situirte christliche Mitbürger Bürgschaft leisten wollen! — Der König von Württemberg hat dem Oberregisseur A. Goldberg in Leipzig das Ritterkreuz erster Klasse des Friedrichs-Ordens verliehen. — In Zittau erhielt gleichzeitig mit den anderen für fähig befundenen Einjährigen der Handlungsreisende Georg, Sohn des Kaufmanns Nathan Gold stein, die Unteroffizierstressen! — Eine „Israelitische Radfahrer-- Vereinigung" soll sich der „Deutschen Wacht" vom 15. August zufolge in Würzburg gebildet haben. Wir hoffen nicht. Wir sind stets Gegner solcher konfessionellen Verbände gewesen und vermögen weder eine Nothwendigkeit, noch einen Vorzug darin zu sehen. Wir meinen, die Räder sind auch nicht „christlich" oder „israelitisch". — Vom kaiserlichen Ministerium wurde der in Straß bürg i. E. seit 1888 bestehenden Israelitischen Religionsgesellschaft, die alle ihre Gemeindeinstitutionen aus eigener Kraft geschaffen hat und in gleicher Weise erhält, im vergangenen Monat eine erstmalige Beihilfe von 500 Mk. gewährt. — Hunderte von armen Juden von Whitechapel sind nach Essex ausgewandert. Dort hat ihr Glaubensgenosse Robert Vary zu billigem Preise 12 000 Acres Land angekaust und in Parzellen zerschnitten. Die einzelne Parzelle ist 20 Fuß breit und 160 bis 170 Fuß lang. 800 Acres sind schon verkauft worden. In manchen Fällen zahlten die Käufer den vollen Preis baar aus. Die neuen Ansiedler wollen sich, soweit aus den Berichten ersichtlich ist, besonders aus die Gemüsegärtnerei werfen. Jedenfalls wird der Verkäufer auf seine Kosten kommen. Sir Samuel Montague soll sich sehr für das Projekt interessiren. — In Baltimore sind 48 russische Juden, sämmtlich Schneider, kürzlich bestraft worden, weil sie am Sonntag gearbeitet haben, trotzdem sie am Sonnabend streng gefeiert hatten. Der Richter hat betont, daß er mit Bedauern die Strafen ausfprechen müsse, weil das Gesetz es einmal verlange. — In Avondale, einer Vorstadt von Cincinnati, wurde ein athletischer Klub gegründet, der unter seinen "hundert und mehr Mitgliedern keinen einzigen Juden zählt. Es heißt, daß ein Mrs. Bragg, welcher dem Klub ein großes Stück Land zur freien Benutzung überlassen, die Bedingung hieran knüpfte, daß kein Jude als Mitglied zugelassen werden sollte. Druck und Verlag von RuoolfMvsse in Berlin. Verantwortlich für die Redaktion: Max Bauchwitz in Berlin. / Abi Pos Ne Äl Woch< Hessen Von C Schn kästen 2 Aus d Würz Gii sichzi Freil äußei der g wohl des $ einan baren bäum „die ( rechts Sie i es au Achse der . „trau von d Entft eine i werd, Natir des S Krieg die a kenne sind: Kolle nachd der Z wuchs

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