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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1897-07-30 · Heft 31 (30.7.1897) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
61 (1897)
Issue
Heft 31 (30.7.1897)
Date
1897-07-30
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Isra6lite"TJniver^lle, zu einem bloßen Schulverein.! geworden sei, Le^n jeder höhere Schwung fehle," während, früher, beide Vereine -ihre Auf-^! gäbe /ungleich! weiter gefaßt hätten. Der Generalversammlung ' folgte!' ' eine/ Vorstandssitzung, in der. unter anderem mitgeth eilt wurde,' daß, .die? Juden in: Teheran mit Hilfe beträchtlicher .Geldopfer den /Hauptführer?? der dortigen Judenfeinde zum Schweigen gebracht hätten. -40Q0 Mark wurden für die/jüdische. Armenschule in Gibraltar - -Lewilligh'.E:U«ter>-- dem Vorsitz von Lord Rothschild fand am 12. d. Mts. dieMDMunM der Preise in der jüdischen Freischule statt. Bei dieser Gelegenheit hielt Lord Rothschild eine 'Ansprache, der wir entnehmen, daß dieses! große Institut, in dem - ca. 3000 Kinder Unterricht empfangen, ohne Schulgeld zu bezahlen, einen Kostenaufwand von ^40 000 Mark erfordert./ Amerika. C. H. New-York, im Juli. Herr Jacob H. Schiff, welcher kürz-: lich dem jüdischen Jünglingsverein von New-York ein prächtiges Haus schenkte, hat den Vereinsvorstand ermächtigt, für Zubauten und Aus-" stattung des Hauses weitere 30 000. Dollars aufzuwenden. Demselben: Vereine hat Frau Etta Hermann 20 000 Dollars für Erziehungszweckezugewendet. —Herr und Frau Henry Neustädter haben dem jüdischem Waisenhause 3000 Dollars geschenkt, um den Zöglingen im Sommer; ' Ausflüge zur.See zu ermöglichen. — Das Sanitarium fqr Hebre^- Ottilärsv ist ein Verein, welcher an der Seeküste New-Yorkseiu Ferienheim, für kränkliche Kinder unterhält und für arme Kinder und! deren Mütter Ausflüge zu Schiff veranstaltet. — Am 18. Juni fand im: Bne Jeschurun-Tempel in Cincinnati die feierliche Entlassung vory vier Rabbinatskandidaten des. Hebrew Union College statt. Dr. Joseph! Silverman vom Tempel Emanuel in New-York hielt die Festrede. . Herr Carl Wolfs ohn in . Chicago hat der Stadt ein Beethovens Monument zum Geschenk gemacht, welches am 9. d. Mts. feierlich; enthüllt wurde. — In dem nahegelegenen Newark, New Jersey, voch New-York durch den North River getrennt, wird ein neues Waisenhaus^, errichtet, welches 100 Pfleglingen Raum gewähren soll. — Die jüdisch^.- Ackerbauschule in Doylewston unweit Philadelphia ist am 20. Juni eröffnet worden. Für ihren Unterhalt sind. 21,000 Dollars jährlich durch Subskription, aufgebracht worden. Das Verdienst ihrer Errichtung; gehört dem Rabbiner Dr. Krauskopf in Philadelphia. — Am 18. Juni-, starb in New-York Herr: Mayer Lehmann im 68. Lebensjahre. Er? war einer der bedeutendsten Baumwollhändler des Landes und hatte sich gleichfeinem älteren Bruder Emanuel um die jüdischen WohlthätigkeitsanstaltM in New-York sehr verdient gemacht. — Der Missionar Hermann War'»?/ zawiak ist wegen unmoralischen Lebenswandels aus-der Presbyterianers kirche ausgestoßen worden. — Ein Kandidat aus einem polnischen Priester-; seminar ist nach New-York gekommen, um sich hier in das Judenthumj ausnehmen zu lassen. Fräulein B e l k n a p, Tochter des Kriegssekretärs! unter Gränt's Präsidentschaft, tritt ebenfalls zum Judenthum über undr wird sich mit Paul May, Attache der belgischen Gesandtschaft? M Washington, vermählen. Das Gratz-College in Philadelphia Hatz Men Band von Vorträgen veröffentlicht. Das College ist die Stiftung des? jm Jahre 1857 verstorbenen Hyman Gratz, und da das Kapital nicht hinreicht, um nach dem Willen des Erblassers eine Anstalt zu errichten,, läßt das College Vorlesungen halten. Das Jahreseinkommen der Stiftung beträgt 6,000 Dollars. — Aus St. Louis wird gemeldet, daß Rabbiner Henry Kuttner im Alter von 77 Jahren am Schlagfluß gestorben ist. Derselbe war ein geborener Schlesier, und hat hier verschiedene Gemeinden geleitet.— Am 5. Juli starb hier, im 90. Lebensjahrstehend, Herr Dr. Emanuel B. Fried lein, ein Mann, der sich viele VerM dienste um den Orden B'nai B'rith und andere Vereine erworben. Derselbe wanderte im Jahre 1850 aus Baiern, wo er eine gediegene BilduM genossen, nach Amerika aus und hat sich hier durch seine edlen Bestre-Z bungen allgemeine Achtung errungen. — Die Sommerfrische Allenhursi,^ unweit von New-York an der Küste von New-Jersey gelegen, schließt Judem aus, indem die Villenbesitzer sich weigern, Juden ein Hau^u vermiethen.chH Den N e w - I o r k e r W o h lth ä t i g k e it s an statt en sind in jüngster HeitfolgendeLegate zugewendet worden: Mayer Lehmann hinterließ dem^ Sinai- Krankenhaus 15 OOO, Dollar; dem jüdischen Wo hlthätigkeits- und' Waisen-Berein 7500 Dollar; dem Montefiore - Heim 5000 Dollar; demjüdischen /Krankenhaus in New-Orleans, sowie dem Wittwen- und? Waisenheim daselbst und dem Lebanon - Hospital je ,3000 Dollar.; deM jüdischen technischen Institut sowie der Erziehungs -Gesellschaftje 2500 Dollar •; dem. jüdischen Altenheim und dem St:/-Markus-Kranken-. Hausje 2000 Dollar;''dem New-Yyrker orthopädischen / Institut/ - sowie dem deutschen Krankenhaus und - dem jüdischen Kinderheimje 1000 'Dollar. — Der Bankier Jacob! Scholle hinterließ ^je 2500 - Dollar dem Montefiore - Heim, den Vereinigten Hilfswerkender Ethischen Kultur-Gesellschaft, dem Sinai-Krankenhaus, dem jüdischen Waisenhaus, dem jüdischen Altenheim und dem jüdischen Waisenhaus in San Francisco. IX. Montreal, 11. Juli. Die amerikanische Rabbiner - Versammlung tagte vom 6. bis 11. Juli in dieser Stadt, zum ersten Male außerhalb der Vereinigten Staaten. Das Präsidium führte der greise Präsident Jsaäc M. Wise mit seiner unerschütterlichen Ausdauer. Die Konferenz wurde von den hervorragendsten Beamten des Staates und der Stadt, dem Gouverneur an der Spitze, begrüßt und von den jüdischen Bewohnern der Stadt auf das Herzlichste bewirthet Ein ausführlicher Bericht folgt mit der nächsten Post. Von Nah und Fern. — Professor'Dr. Daniel Jacoby vom Königstädtischen Gymnasium ist der! Rang eines Rathes vierter Klasse verliehen worden. — Nach kurzer. Krankheit, ist hier der frühere Rabbiner Heymann Wolfsohn im 68. Lebensjahre gestorben: — Dr. I. Neumann in Gleiwitz hat den Titel „Sanitätsrath" erhallen. — Den Herren Dr. Steinhard und Dr. Kracauer an der Realschule der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. ist das Prädikat „Professor" beigelegt worden. — Der Großherzog von Hessen hat den Rabbiner der Israelitischen Religionsgefelischaft in Darmstadt- Dr. Marx,' zum großherzoglichen : Rabbiner der orthodoxen Gemeinden des Rabbinatsbezirks . Darmstadt . ernannt. — Die noch . vor wenigen ■ Jahren ziemlich starke israelitische Gemeinde in Bechtheim; ist infolge Wegzuges sämmtlicher Israeliten. aufgelöst. Das Gemeindevermögen fiel der israelitischen Kultusgemeinde Osthofen 'zu, wohin die meisten der ehemaligen Gemeindemitglieder verzogen sind. .Die Kultusgegenstände werden!an bedürftige israelitische Gemeinden vertheilt. — Der neu ernannte Bischof Jvankovies in Rozsnyo in Ungarn! empfing anläßlich seiner Amtseinführung eine . Abordnung der jüdischen Gemeinde. Auf die Begrüßungsansprache des Präsidenten gedachte der Bischof mit seltener Anerkennung der Thätigkeit der heimischen Juden und erklärte jene Bewegung, die sich jetzt gegen, die Juden richtet, für unstatthaft und ungesetzlich, weshalb er diese in seiner Diözese hintan halten werde/ — In Jerusalem wird mit aller Bestimmtheit versichert, daß Kaiser Wilhelm im Jahre 1898 nach der heiligen Stadt kommen werde, um hier der Einweihung einer protestantischen Kirche beizuwohnen. Diese Nachricht hat nicht verfehlt, auch unter den Israeliten Jerusalems eine freudige Stimmung zu erwecken, und dieselben gedenken nun, dem deutschen Herrscher einen feierlichen Empfang zu bereiten. — Die Londoner Mission erläßt einen Aufruf zu Geldsammlungen, um arme, jüdische Kinder in Ferienkolonie zu. schicken. Dem gegenüber weist das dortige Komitee für jüdische Ferienkolonien darauf hin, daß es durch seine Anstrengung im vorigen Jahr 1139 jüdische Kinder auf das Land gesandt habe. — Eine englische Kompagniewelche sich um die Erlaubniß zum Bau einer Ueberlandeisenbahn von Port Said nach Bassora quer durch Arabien bewirbt, hegt auch die Absicht, von El-Tor aus eine Bergbahn zum Sinai zu bauen. Wenn die Konzession in Kairo und Konstantinopel bewilligt wird, so werden wir Gelegenheit zu einer interessanten Reise haben, die uns auf den »Platz der Gesetzgebung führt. — Nach der letzten Zählung von 1896 hat Algier 53116 Juden auf 4 364126 Einwohner. Die jüdische Bevölkerung hat sich vergrößert von 32 774 im Jahre 1886 auf 47 459 im Jahre-1891 und jetzt abermals um ca. 6000. Dieser Zuwachs beruht nicht aus der natürlichen Vermehrung, sondern auf der starken Einwanderung aus Marokko. — Aus Buluwayo kommt die Nachricht, daß die dortigen Juden, schon ca. 300 an der Zahl, 'sich zu einer Gemeinde konstituirt haben und daran gehen, eine Synagoge zu errichten. — In Neu-.Sud- Wales in Australien * ist /Emanuel Co h en zum Justiz'minister ernannt worden. . .. . .Druck.und'Vertag von LiuvUIs Mos.se in.Berlin.. Verantwortlich für die Redaktion: M a x B a u ch w i ß - in Berlin.

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