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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-12-01 · Heft 48 (1.12.1887) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 48 (1.12.1887)
Date
1887-12-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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"Allgemeine Zeitung des Iudmthums. Ein lmpmtkiWs Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 115) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Wlippson in Bonn. Gspeöition: Leipzig, Woßplerh 17. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 51. Jahrgang. Leipzig, den 1. Dezember 1887. Nr. 48. Inhalt, Leitende Artikel: Renan und die Geschichte des Volkes Israel. — Juden und Judogermanen. — Ueber Feuerbestattung. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn. Berlin. Kassel, Breslau. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest. — Frankreich: Paris. — Rußland: Lodz. — Amerika: New-York. — Bonn: Notizen. — Bonn: Literarische Notizen. — Feuilleton: Aus meiner Jugendzeit. — Nachtrag: Berlin, London. £eiteii6e iXitide-f. Bonn, den 27. November. Renan nn- -ie Geschichte des Volkes Israel. IV. Schon in allen diesen besprochenen Capiteln Renans spielt das peut-etre (vielleicht) eine große Rolle. Nirgends aber mehr als im sechsten Capitel „der Name Jahve." Es fängt gleich mit einem pent-otro an; bald erscheint ein „11 parait“. Es heißt weiter: „Große Zweifel herrschen über alle diese Punkte." Ferner: „Bon allen diesen dunklen Fragen der alten Geschichte ist sicherlich diese die verzweifeltste." Und wem gelten diese Ausdrücke des Zweifels und der Unsicherheit? Dem Tetragrammaton 'n, dem bhddh □£'. Daß die Aussprache dieses Gottesnamens unbekannt ist, und alle die von verschiedenen Autoren in den verschiedensten Zeiten angenommenen Aussprachen willkürlich sind, gesteht Renan selbst zu. Wir glauben, daß hiernach der jüdische Gebrauch, den Namen nach den Vocalen von rnx zu punktiren und dessen Anssprache sich hiernach zu denken, immer noch das Zuverlässigere sei. Allein hierauf kommt es weniger an. Trotzdem daß Renan über die Bedeutung dieses Gottesnamens völlig in Zweifel ist, stimmt er doch einer Hypothese bei, die nicht minder in der Luft schwebt. Der Name soll ein „Eigenname" (nom propre) für Gott sein und von den Babyloniern herstammen. Einen Eigennamen für den Gott des Weltalls zu wählen, sei aber ein Widersinn und deshalb von dem einig gedachten Eloliim ein Rückschritt. Diese Hypothese über „die verzweifeltste Frage der alten Geschichte" dient denn unserem Autor zur Grundlage einer in der weiteren Geschichte Israels fortgeführten Anschauung. Selbstverständlich steht Renan hier nicht allein, sondern stützt sich auf Schräder. Der Unbefangene vermag kaum ein spöttisches Lächeln über diese Ansicht Zurückzuhalten. Gerade an der entscheidenden Stelle (2. Mos. 3, 14.) heißt es: 'r\hx 'n 2py' pnir '-rhs ü'-'rüs v&js cs'hzn und so an vielen Stellen. Es wird also hier gerade Elohim mit Abraham, Isaak und Jakob verbunden und erscheint daher vielmehr als ein Eigenname, als ein nationaler oder Stammgott, während 'n als der allgemeine Gottesbegriff sich darstellt, wie diesen auch das damit verbundene rvnac rrnx unwiderleglich bezeichnet. Mag deshalb Renan das Wort auf rr.n „leben" zurückführen, wie wir es auf mrs „sein" thun, der durchaus universelle Sinn dieses Gottesnamens bleibt gewiß. Renan wie Schräder werden uns deshalb Nachsehen müssen, wenn wir nicht ihren, von ihnen selbst bezweifelten Ansichten, sondern vielmehr dem klaren Ausspruch der Schrift folgen, 2. Mos. 6, 3., daß 4n eine höhere Stufe der Gotteserkenntniß gewesen als ''w ^n, die nicht den Patriarchen geworden, sondern dem von Moses belehrten Geschlechte. Die ganze Hypothese läuft übrigens wieder darauf hinaus, die Assyrer, Araber und Hebräer, obschon jene ansässige, diese nomadisirende Semiten gewesen, als „Semiten" zu identifictreit. Denn Renan sieht sich doch genöthigt, zuletzt zu resultiren, daß „allein das Volk Israel die Mängel seines natio- 48

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