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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-11-24 · Heft 47 (24.11.1887) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 47 (24.11.1887)
Date
1887-11-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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■rAJ^yw^ SS SS SS Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ein un-arteiischks Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 115) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Wlippson in Bonn. GspsörLion: Leipzig, Wotzpkcrtz 17. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an Dt. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 51. Jahrgang. Leipzig, den 24. November 1887. Nr. 47. rukült. Leitende Artikel: Renan und die Geschichte des Volkes Israel. — Politische Briefe aus Oesterreich. — Zur messianischen Zeit. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Mannheim. — Oesterreich-Ungarn: Wien. — Frankreich: Paris. — Rußland: Lodz. — Amerika: Vineland. — Marokko: Tanger. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Aus meiner Knabenzeit. Zcifo'nbe 61 zti&eL Bonn, den 20. November. Renan «nd die Geschichte des Volkes Israel, in. Das vierte Capitel, überschrieben „Monotheismus, Abwesenheit der Mythologie," behandelt zwei Gegenstände: daß der in den nomadisirenden Semiten — von den ansässigen Semiten z. B. den Phöniziern hierin gänzlich unterschieden — ursprünglich vorhandene Monotheismus jede Bildung der Mythologie und den Cultus mythologischer Götter ausschloß. Wir heben hier nochmals hervor, daß cs in der verallgemeinernden Tendenz Renans liegt, dies auch auf die arabischen Horden zu übertragen, was er doch nur — mit sehr geringer Ausnahme — aus den Büchern der h. Schrift zieht. Auf diese Weise erscheinen die Resultate als den nomadisirenden Semiten überhaupt zu eigen, was doch nur den Hebräern zugehört. Die Abwesenheit aller Mythologie will Renan zuerst aus dem geringen Geschniack bewdisen, welchen die Nomaden überhaupt für Darstellungen der Malerei oder Skulptur haben. „Eine Nation", sagt er, „welche unter den Augen Darstellungen in Figuren hat, wird fast unausbleiblich götzendienerisch. Das Verbot, welches in dieser Beziehung die hebräischen Gesetzgeber erließen, fanden nach unserer Meinung die Nomaden in den Gesetzen ihrer Existenz selbst." Zweifel hieran flößen die beiden Umstände ein, daß dieses Verbot so oft und so nachdrücklich wiederholt wird, also die Neigung der Masse zur Götzendienerei und zum Götzendienste voraussetzt, und dann, daß die Neigung von fremden Völkern Götzendienst anzunehmen, sich geschichtlich so oft zeigt, von Jacob an, der die aus Aram mitgebrachten Götzen bei dem Betreten Palästinas vergräbt und dem egyptischen goldenen Kalbe in der Wüste bis zur babylonischen Gefangenschaft. Wenn also in dem geistigen Kerne der Israeliten die Abneigung gegen Götzen obwaltete, während nomadisirende Stämme in der Regel Fetischanbeter sind: so können nicht die äußeren Bedingungen, so kann nur der Geist des hebräischen Stammes, wie er vom ersten Patriarchen an hervortritt, die Ursache dieses strengen Monotheismus sein. Das zweite Factum findet Renan in der Sprache, indem er darlegt, daß die Sprache der Arier von selbst die Mythologie hervorbrachte, während die semitische Sprache dies verweigerte. Es ist dies eine sehr interessante Stelle, die wir deshalb hier wiedergeben wollen. Er sagt: „Das Princip der Mythologie ist das den Worten verliehene Leben (1a vie pretee aux mots). Nun, die semitischen Sprachen eignen sich nicht sehr zu dieser Art Personificationen. Eine Eigenthümlichkeit der Völker, welche sie sprechen, besteht in dem Mangel an Fruchtbarkeit der Phantasie und der Sprache. Jedes Wort war für den primitiven Arier prägnant, wenn ich so sagen darf, und enthielt eine Mythe im Keime. Der Gegenstand solcher Sätze wie folgende: „Der TvdWt ihn ereilt, eine Krankheit hat ihn dahingerafft, der Donner grollt, es regnet u. s. w.", war in seinen Augen ein Wesen, welches in Wirklichkeit die durch das Wort 47

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