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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-11-03 · Heft 44 (3.11.1887) · p. Seite 703

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 44 (3.11.1887)
Date
1887-11-03
Page
Seite 703 (sequence 15)
Language
German
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703 ständigen Uebersicht — gewiß das Dargebotene aller Anerkennung Werth, welche wir insbesondere auch der sehr sorgfältigen Redaction zu zollen haben. Die Publicationen verbreiten sich über die verschiedensten einschlagenden Fragen und berühren so ziemlich alle Perioden der Geschichte von der vorexilischen Zeit des israelitischen Volkes bis auf die Gegenwart. Jeder, dem es ernsthaft um die Kenntniß des h. Landes, wie es war und ist, zu thun ist, wird mannigfache Belehrung finden, wenn auch der Natur der Sache nach manches nur für den Gelehrten von Fach sein wird. Wir können vier Rubriken unterscheiden. Einmal Arbeiten von allgemein literarischem Charakter, sodann rein geschichtliche Ausführungen, ferner solche über Zustände und Verhältnisse der Gegenwart, endlich Berichte über Forschungen an Ort und Stelle, wobei freilich die verschiedenen Rubriken mehrfach in einander greifen. Aus der ersten Classe sinv vorzüglich dankenswerth die periodischen Uebersichten von Or. Socin, über neue Erscheinungen auf dem Gebiete der Palästinaliteratur, welche Auskunft über ein sehr umfassendes, an allerlei Orten zerstreutes Material darbieten und auf gar vieles, was sich sonst der Kenntnißnahme entziehen würde, aufmerksam machen. Ein schönes Denkmal hat Furrer dem hochverdienten Tobler durch eine biographische Skizze gestiftet. Von demselben finden wir eine Uebersicht über die Ortschaften am See Genezareth, sowie über die antiken Städte und Ortschaften am Libanon. Spieß behandelt die Lage von Tarichäa am See Genezareth. Schaf die Lage von Kapernaum, Schick und Furrer die Lauren und Klöster in der Wüste Juda, Schick die Frage, wohin der Sündenbock geführt wurde, Nestle den Geburtsort des Propheten Nahum. Mit der Typographie des antiken Jerusalems hat sich in mehreren sehr fleißigen Abhandlungen Legationsrath v. Alten, sowie der Referent beschäftigt. Da seine Ausführungen mehrfache Zustimmung gefunden haben, so möge ihm gestattet sein, das Ergebniß seiner Untersuchung in Kürze hier einzufügen. (Zion, Akra und Davivsstadt im alten Jerusalem Jahrgang 1880 und 188 l.) Der Gegenstand gehört unter die bestrittensten und verwickeltsten, so daß man beim ersten Anblick des Gewirres der aufgestellten Hypothesen zum völligen Scepticismus sich versucht sehen könnte. Gleichwohl hat der Referent die Ueberzeugung gewonnen, daß man bei Auseinanderhaltung der geschichtlichen Perioden, aus welchen die zu Gebote stehenden Daten stammen, und bei Fernhaltung des etwa bloß Möglichen und bloß Bermutheten, sich ein annähernd sicheres Resultat gewinnen läßt, wobei freilich auch auf Seite des Forschers ein Sinn für das Einfache und Natürliche in Anspruch zu nehmen ist. Auf diesem Wege ergiebt sich, daß der sog. Ophel, d. h. der südliche Ausläufer des Tempelberges, der Ursitz der alten vorisraelitischen Jebusiterveste Zion war, dort auch die Residenz Davids (sog. Davidsstadt) zu suchen, dorthin auch die Syrerburg Akra im 1. Makkabäerbuch und bei Josephus, sowie in die dortige Umgebung, die sog. Unterstadt zu verlegen ist — nicht auf den heutzutage sogenannten Zion- (Südwest-) Hügel, auch nicht nordwärts von demselben etwa auf oder im Zusammenhang mit der Anhöhe, welche derzeit das h. Grab trägt. Eingeschlossen ist in diese Auffassung die Geschichtlichkeit der Angabe des Josephus, daß von den Makkabäern die syrische Akra abgetragen worden sei, d. h., daß auf dem sogen. Ophel sich ursprünglich eine Felsenanhöhe erhob, als die Stätte der alten Burg, welche, weil abgetragen, jetzt nicht mehr vorhanden ist, deren Supponirung aber, als einer ehemals vorhandenen, den Schlüssel zur Lösung der ganzen so vielfach verwickelten Frage liefert. (Schluß folgt.) Berichtigungen. In der biographischen Skizze des Präfecten Leon Cohn in Nr. 40 S. 034 Sp. 2 Z. 19 v. o. muß es, wie uns die Arch. isr. belehren, Macon für Dijon und Amiens für Asnitzres heißen. Der letztere Jrrthum ist ein Druckfehler. Der Art. ist übrigens aus der Feder eines gesch. Mitarbeiters. — In dem Feuilletonartikel: „eine Wiener Reise im Jahre 1853" II in Nr. 41 S. 653 Sp. 1 Z. 9 v. u. muß es „Josephinum", nicht Johanneum heißen. (Der Fehler rührt nicht von uns her. Redact.) Auch war Leidesdorf nur Lehrer an der Kinderbewahranstalt, nicht Gründer derselben, das war Ritter v. Wertheimer. Lehrerstelle. t*.«* Die israelitische Gemeinde zu Petershagen, Kreis Minden, sucht per i. Januar .888 einen unverheirathelen Elemenlarlehrer und Vorbeter. Gehalt i05ü Mark. Außerdem ist viel Gelegenheit geboten, Privatunterricht zu ertheilen. Meldungen unter Ueberreichung der Zeugnisse werden entgegen gesehen. Der Synagogen.-Kememtle-Aorsianck. Anzeigen. Für ein feingebildetes junges Fräulein, in Musik und Malerei erfahren, Engagem. sofort ges. a. Gesellschafterin, Reisebegleiterin, zur Pflege einer leidenden Dame oder zur Beaufsicht. v. Kindern. Sofortige Offerten unter J. P. 6657 bef. Rudolf Masse, Berlin SW. jas. 5057 Eine für höh. Töchterschulen geprüfte Leßrernn, mos., seit 3 Jahren in einem Privatyause thätig, wo sie auch Klavierunterricht ertheilt, sucht ähnliche Stellung in einem solchen oder in einem Pensionat. Nähere Auskunft ertheilt Herr S. Simon in Aramönrg.Pomm. 08.5037

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