Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 43 (27.10.1887)
- Date
- 1887-10-27
- Page
- Seite 687 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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687 umsichtige Leitung zu danken. Die Versammelten erheben sich. Der Vorsitzende wies darauf hin, wie ihm die Geschäfte wesentlich durch die Hülfe des Herrn Landrabbiner dadurch erleichtert worden seien, daß dieser hin und wieder geschickt in die Debatten eingegriffen und seien auf ihn die Worte Jecheskels anzuwenden: inx YV^ "1^ ihn iin ddin mpi Ti'- D'-nsc^ vm (Jechesk. 37, 17). Die Versammlung sprach durch Erheben vom Sitze dem Herrn Landrabbiner den Dank aus. Dieser ergriff zum Schluffe noch einmal das Wort, darauf hinweisend, wie sämmtliche Debatten nur die Wahrheit zu erstreben geführt seien, und darum nach dem Worte unserer Weisen „Ein Streit, der des Himmels wegen geführt wird, ist von Bestand", auch die diesjährigen Conferenzbeschlüsse zum Segen werden würden. Der z. Schriftführer: H. Meyer. Vermischtes. Der preußische Divisionspfarrer Bußler hat vor Kurzem ein Schriftchen „Aus meinem Kriegsleben" (Gotha, Schloßmann, 1887) veröffentlicht. Der Verf. war im deutsch-französischen Kriege (1870—71) bei der 18. schleswig-holsteinischen Infanteriedivision amtlich thätig. Das Buch bringt über den Krieg keine, wohl aber über das Kriegsleben interessante Aufschlüsse. Es ist ausführlich über die persönlichen Ereignisse, doch aber knapp und präcise verfaßt, so daß es die Theitnahme des Lesers nicht erkalten läßt. Wir heben daraus nur den Umstand hervor, daß der Herr Pfarrer in 57 Feldgottesdiensten, welche er theils auf freiem Felde, theils auf Waldwiesen, theils — allerdings gegen den Willen der Curtzs und zum Theil der Einwohner in den katholischen Ortskirchen, sogar in der Cathedrale zu Orleans abhielt und deren Texte und Dispositionen er uns mittheilt, nur sieben Mal den Text aus dem Neuen Testament, fünfzig Mal aus unsrer heiligen Schrift, aus den Psalmen, Jesaias, Jeremias, den Büchern Samuelis und der Könige entnahm. Auch hier bewährt es sich, daß für die mannigfaltigsten Situationen und die schwierigsten Lagen des Lebens in den Büchern des alten Testaments die kräftigsten und erhebendsten Aussprüche und die markirendsten Bezeichnungen zu finden j und wie aus einem unerschöpflichen Schatze herauszuheben! sind und eine unerreichte Höhe des religiös-sittlichen Geistes i einnehmen. Fanny Lewald. Die noch immer schreibselige, fünfundsiebzig Jahre alte!Dame veröffentlicht in der Rundschau: „Erinnerungen an i Franz Liszt". Würden ihre Erinnerungen an den großen Cla- > Vierspieler und Componisten nicht getreuer sein, als die an das! Judenthum, welches sie als Erwachsene verließ, so könnten j jene nicht für zuverlässig gehalten werden. Sie behauptete!in einer Unterredung mit Liszt: „Die Juden glaubten nicht! an die Unsterblichkeit der Seele und suchten einen Ersatz , in frühen Heirathen und reichem Kindersegen". Hat denn | diese Schriftstellerin ihren verstorbenen Vater niemals für : seine Eltern das Jahrzeitlicht anzünden und das Kaddisch- 1 gebet verrichten sehen? Hat sie dies, so müßte es ihr unmöglich sein, den uralten Glauben der Juden an die Unsterblichkeit der Seele zu leugnen. Hat aber schon ihr Vater die gottesdienstlichen Gebräuche überhaupt und die den unsterblichen Seelen der Eltern gewidmeten nicht geübt, so hat sie gar keine Gelegenheit gehabt, das Judenthum und seine Lehren kennen zu lernen Dann aber müssen wir es beklagen, daß die Gewissenhaftigkeit einer alten Dame nicht so weit geht, über Dinge, die sie nicht kennt, keine Behauptung aufzustellen, und noch dazu eine so lächerliche, wie sie es hier gethan. Berichtigungen. In dem Bericht über die Einweihung des Friedhofes zu Offenbach (S. 650) sind mehrere Namen durch Druckfehler entstellt. Es muß heißen: Triefuß, Bezirksrabbiner vr. Landsberg und Lehrer Stein. Lento früh verschied unerwartet unser guter Grattc und Tater, der Director Dr. M. C. Wahl. Erfurt, 15. October 1887. Philippine Wahl La.4271] geh. Czarnikow nebst Kinder. Anzeigen. Das jüdische altrenommirte Aestaurant von [Lc.3568 Mendel Wolf Sander Mk" in Leipzig, welches sich über hundert Jahre in demslb. Local befindet, mit alter Kundschaft, soll krankheitshalber verkaust werden. Ein tüchtiger, echt jüdisch frommer Mann, könnte sich hiermit eine Zukunft gründen. Anfragen unter Qu. 6577 an Rudolf Mosse, Leipzig. »Destillationsod. Colonialwaarengeschöst. («.4908 Für einen Sohn sehr achtbarer Eltern wird in einem jüdischen Hause (größere Destillation od. Colonialwaarengesch.) eine Lehrlingsstelle gesucht. W. Altmann, Löbau, Westpr. Junge Mädchen werden — behufs höherer Ausbildung — wie Schulpflichtige freundlichst ausgenommen im israel. Pensionate von Frau Alma Silbermann, gepr. Lehrerin. Berlin W, Magdeburgerstr. Z6. [4889