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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-08-11 · Heft 32 (11.8.1887) · p. Seite 511

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 32 (11.8.1887)
Date
1887-08-11
Page
Seite 511 (sequence 15)
Language
German
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511 Als der König erfuhr, daß ich dem jüdischen Stamme angehöre, sagte er mir, daß für ihn wie für die meisten Italiener kein Unterschied zwischen den jüdischen und christlichen Unterthanen bestehe; daß er die Verfolgungen wegen des Glaubens nicht begreifen könne. Zum Erweise nannte er mir eine große Menge israelitischer Namen,' welche mit Ehren dem italienischen Baterlande und der Monarchie dienen. Sie können sich die Gefühle vorstellen, welche mich in dem Augenblicke erfüllten, als ich hörte, wie ein König, unter dessen Szepter sich dreißig Millionen Menschen befinden, so menschenfreundliche und aufgeklärte Gedanken aussprach! Ich, in Rußland geboren, daran gewöhnt zu sehen, wie meine armen Glaubensgenossen unter der Wucht so vieler Verfolgungen und so vieler erdrückender Gesetze vernichtet worden, ich wundere mich nicht, daß das italienische Volk, das von so ganz anderen Gefühlen beseelt wird, sich so glücklich entwickelt hat: darin liegt der Finger Gottes! Auch die Königin Margarethe war sehr huldvoll gegen mich. Die erste Frage, die sie an mich richtete, war: „In welcher Sprache soll ich mit Ihnen sprechen, Doctor?" Ich erwiderte der Königin: „Wollen Ihre Majestät selber wählen." Und als ich ihr mittheilte, daß ich achtzehn Sprachen spreche, machte sie mir Complimente über meine Sprachgewandtheit, aber das meiste Vergnügen machte mir ihr Ausspruch, daß ich das Italienische wie ein Römer spreche, denn Ihre Majestät wußte nicht, daß ich an der Universität von Rom mein medrzinisches Docterexamen gemacht hatte. — Darauf bildete Zanzibar das Gesprächsthema; die Königin interessirte sich sehr für das Leben und die Stellung der Frauen im Orient. Die Geschenke, welche ich mir erlaubte, ihr anzubieten, gehörten mir und nicht dem Sultan von Zanzibar; sie wurden sehr freundlich angenommen. Dies ist, kurz gefaßt, meine Aufnahme bei dem italienischen Königspaar, natürlich übergehe ich, was sich auf die Privatangelegenheiten des Sultans von Zanzibar bezieht. Ich glaube, wenn alle unsere Glaubensgenossen wie ich thäten und sich offen für das bekennen, was sie sind, anstatt sich mit fremden Federn zu schmücken, so würden sie nur an Achtung gewinnen. vr. Gregory d'Arbella. Anzeigen. Ty* Q^yiQ Wer^en uüö 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- JLJdLövJX €aj l/t/ folgende Wochennummer bis spätestens Sonnabend eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Lehrling gesucht unter günst. Bed. für meine Alteisen- Grotzhandlung. [$.373 Eintritt Ende S»vtember H. Cosmann, Essen a. Ruhr, Wir suchen für unsere Lederhandlung en gros & en detail einen mit den nöthigrn Schulkenntnissen ausgerüsteten £efytlitt(5. Stralsund. Gebe. Mach. Für ein bedeutendes Schuhwaarengeschäft wird ein ^a3l4) Lehrling mit guten Schul enlltnissen bei freier Station ge'ucht. Biebeitige geschäftliche Ausbildung wird zuaesichert. Offerten sub E. 5954 an Rudolf Messe, Leipzig. [La3i45 «»« «MtH ««» 9 Eine Gouvernante, 9 9 versehen mit den vesten Zeugnissen und 9 9 Empfehlungen und bewährt durch mehr- 9 9 jährige Praxis, sucht Stellung. Gest. 9 9 Offerten unter 4. G. 9852 an Rudolf 9 9 Masse, Berlin SW. zu richten. ['43.3726 9 NINNiHiMHMH Reelles Heirathsgesueh. Für ein junges, schönes, gebildetes Mädchen, musikalisch, häuslich und religiös erzogen, aus achtbarer Familie, mit einer Mitgift von 15000 Mark und guter Aussteuer wird eia Rabbiner od. Gymnasiallehrer ge>uchr. 1^2217 Nichtaaouyme Offerten unter Chiffre V. 5070 an Rudolf Mosse, Leipzig. Heimthsgesuch. Für ein hüb'ches, tüchttges Mädchen im Alter von 24 Jahren aus respectabler Familie wird mit einer Mitgift von M 8 00 eine passende Parthie gesucht. [Lc 2158 Gest. Offerten sub G. 5931 an Rudolf Mosse, Leipzig. Für e. gesundes kräftiges in Häusl. Arbeiten anstelliges, soeben verwaistes l6jähr. isr. Mädchen von ordentl. Eltern wird i. e braven, d. Verwaiste in all. Guten u. Nützlichen welterführenden Familie, sogleich unentgeltlich Unterkunft gesucht d. d. Buchhandlung von S. Berg in Lützow in Meckl. Aufträge für Kunstu. Goldstickerei als nana Schulchandecken, Trauhimmel, Thoramäntelchen u. dergl., erbittet unter Zusicherung reeller Bedienung u. billigster Prerse. Verw. J. Unger, Breslau. Das billigste Lehrbuch fiir jun^e Kaufleute siud die im Verlag von Gressner & Schramm in Leipzig erschienenen Kaufmännischen Unterrichtskurse für das Selbst-Studium der Kontorwissenschaft, bearbeitet von W. Keil. Dieselben enthalten: I. Buchführung, II. Korrespondenz, III. Kontorwissenschaft. Preis jeder Lieferung nur 30 Pfg., komplett M. 18,60. Alle Buchhandlungen nehmen Bestellungen an.

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