Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 24 (16.6.1887)
- Date
- 1887-06-16
- Page
- Seite 383 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Toluk war in der protestantischen Theologie als streng-l beleidigung beschuldigt wurde. Der Angeklagte gerieth mit gläubig bekannt; aber seine Richtung war doch mehr mit der j einem anderen Altdeutschen in einer hiesigen Wirthschaft in der anglikanischen Kirche übereinstimmend; diese aber achtetj Streit. Dabei soll er zu demselben geäußert haben: „Der die Juden als Träger der Gotteslehre und aus deren Schoße jüdische Kaiser hat Sie zum Invaliden gemacht." Die Andas Christenthum hervorgegangen, sehr hoch. Die deutschen ■ klage, welche hierin eine Majestätsbeleidigung sah, wurde protestantischen Theologen orthodoxer Richtung dagegen sind von dem Beschuldigten dahin zugegeben, daß er gesagt habe: den Juden feindlich gesinnt,' weil diese sich der Dictatur ihrer „Sie haben ihre Pension dein juten Kaiser zu verdanken." Glaubenslehren entziehen. Dafür wurde auch Toluk in sei- Jungmann sei Preuße und, dessen Dialect nachahmend, nen letzten Lebensjahren von der orthodoxen Partei ver-j habe er anstatt „guten" den Ausdruck „juten" gebraucht. dächtigt. _ Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hielt die Anklage aufrecht. Das Gericht hielt die Erklärung, wie sie der An- Gerichtliches Curiosum. geklagte über den Vorfall giebt, für möglich und sprach Aus Elsaß meldet man u. A., daß am 21. Mai vor!^" der Strafkammer ein Altdeutscher erschien, der der Majestäts-! Anzeigen. Tn werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächstlllbt/I Cl/Lfc? folgende Wochennummer bis spätestens Sonnabend eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Die hiesige Synagogen - Gemeinde sucht zum 1. Juli d. I. einen unverheiratheten Religionslehrer und Cantor mit guter Stimme. Das Gehalt beträgt jährlich 1000—1100 Mark bei freier Wohnung. Außerdem ist viel Gelegenheit geboten, Privatunterricht zu ertheilen. Bewerber wollen ihre Zeugnisse baldmöglichst an den Unterzeichneten Vorstand einsenden. sLa224l Oelde i. Westfalen, den 23. Mai 1887. Der Synagogen - Vorstand: A. Windmüller. Die Stelle des Cultusbeamten der Synagogen-Gemeinde Hierselbst ist durch das Ableben des bisherigen Inhabers, welcher die Stelle 27 Jahre verwaltet hat, erledigt und soll baldmöglichst wieder besetzt werden. Mit derselben ist ein festes Gehalt von 1000 M. verbunden, wozu nach den bisherigen Ergebnissen mindestens 1000 Mk. Nebeneinnahmen treten würden. Bewerber, welche die Functionen des Vorbeters, Schächters u. Religionslehrers zu übernehmen befähigt sind, werden ausgefordert, ihre Meldungen unter Angabe ihrer bisherigen Thätigkeit und Beifügung der Zeugnisse baldigst zu Händen unseres Vorsitzenden, Herrn Michaelis Rosenbaum, anzubringen. sB.290l Crossen a. O., den 1. Juni 1887. Die Repräsentanten - Versammlung der Synagogen-Gemeinde. Ein seit Jahren practisch thätiger, unverheiratheter jüdischer [33.2731 Arzt wünscht sich Anfangs November d. I. im mittleren oder westl. Deutschland niederzulassen und erbittet Mittheilungen über einen geeigneten Ort sub J. F. 8508 an Rudolf Mosse, Berlin SW. Verlag von Gressner & Schramm in Leipzig. Soeben erschien in neuer Auflage: 1848-1871. 1789—1848 Geschichte der Geschichte der Neuzeit j von Corvin liegt vollständig in 30 Lieferungen ä 30 Pfennig vor. (Elegant gebunden in 3 Bdn. ä M. 4,50.) Das beste Gescbichtswerk über die neueste Zeit. Allen aufs wärmste zu empfehlen. Corvins Schilderungen gewinnen dadurch an Interesse, dass er über einen grossen Theil der mitgetheilten Begebenheiten als Augenzeuge berichtet. grossen französischen Revolution und ihrer Folgen von Corvin liegt vollständig in 25 Lieferungen ä 30 Pfennig vor. (Elegant gebunden in 2 Bänden a M. 4.50.) Jedem, der sich für die Geschichte der Neuzeit interessirt, wird dies Werk eine willkommene Belehrung bieten. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Der Stellen Nachweis - Verein jüdischer Kaufleute Zentral-Gönnte Sreslau weist seinen Mitgliedern, welche 1 Mk. Beitrittsgeld und 3 Mk. Jahresbeitrag zahlen, Stellungen in am Sabbath und Festtag geschlossenen Geschäften, kostenfrei nach. Wir bitten die geehrten Herren Chefs — auch Nichtmitglieder — uns ihre Vacanzen freundlichst anzumelden, und richten gleichzeitig an Alle, denen die Heilighaltung des Sabbaths Herzenssache ist, die dringend ergebenste Bitte, sich für Verbreitung unseres Vereins zu interessiren. Für ein Metalle, Berg-, und Hüttenprodukte-Geschäst, für ein Teppichu. Leinen en gros in Breslau, wrrd je ein Lehrling, Sohn achtbarer Eltern, mit guter Schulbildung, bald gesucht. Offerten nimmt entgegen, der Schriftführer, Herr Martin Fraenkel, Breslau, Schwertstraße 5a.