Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 21 (26.5.1887)
- Date
- 1887-05-26
- Page
- Seite 335 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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335 t>r. Buchholz aus Emden, der in recht schönen, gediegenen Worten, fußend auf den Vers: Wie ehrfurchtsvoll ist dieser Ort rc., in einstündiger Rede die Bedeutung des Gotteshauses darlegte. Die Synagoge war bis auf den letzten Platz mit Zuhörern aller Confessionen angefüllt, die bis zum Schluß mit gespanntester Aufmerksamkeit den Worten des Herrn Dr. B. lauschten. Nach der Feier fand ein Festessen und hernach ein Ball statt. Es berührte uns sehr angenehm, daß die ganze Bevölkerung Papenb. ohne Unterschied der Confession Antheil an der Feier nahmen und ihre Häuser durch reichen Flaggenschmuck auszeichneten. Der Bürgermeister des Ortes erwiderte auf die Uebergabe des Schlüssels mit sehr schönen Worten und nahm auch am Festessen Theil. Am Freitag den 3. Juni wird die neuerbaute Synagoge in Rheine eingeweiht. Die Weih- und Festrede hält Herr Rabbiner Dr. Frank aus Köln. N. Heß. I e u i ff c t o tt. Veit Weil in Oberdorf. Das „Gewerbeblatt aus Württemberg," herausgegeben von der Kön. Centralstelle für Gewerbe und Handel, enthält in Nr. 18 (vom 1. Mai d. I.) einen Artikel unter obiger Aufschrift, den wir hier um so lieber wiedergeben, als er uns abermals einen höchst würdigen Charakter aus den Reihen unsrer Glaubensgenossenschaft vorführt. Er lautet: Zu Oberdorf bei Bopfingen starb am 1. April d. I. in seinem 76. Lebensjahre der im ganzen Lande und Reiche und darüber hinaus wohl bekannte und als Biedermann allgemein geehrte Fabrikant Beit Weil. Sein Tod hat in den weitesten Kreisen aufrichtige und warme Theilnahme wachgerufen, und das „Gewerbeblatt", dem der Entschlafene in den 50er Jahren schon mancherlei Aufsätze aus seiner reichen industriellen Erfahrung zukommen ließ, gönnt wohl gerne dem Dahingeschiedenen eine kleine Ehrentafel, welche ein Freund demselben hier zu errichten gedenkt. Es war im Jahre 1830, daß Beit Weil mit geringen Mitteln und in kleinen Anfängen zu Oberdorf an der Sechta eine Leimfabrik anlegte. Das Geschäft wollte anfangs nicht gedeihen; fortwährende Versuche und Verbesserungen verschlangen den kleinen Verdienst. Aber durch unermüdliches Bemühen und Weiterstreben, durch starke Willenskraft und eisernen Fleiß hat Weil, als wahrer „self-made man“, ausgerüstet mit gründlichem und umfassendem Wissen, das Geschäft zu einer Höhe und Blüthe geführt, die unsere Bewunderung verdient. Die Erzeugnisse des Geschäfts, zu denen sich Ende der 30er Jahre die Knochenmehlfabrikation als Düngmittel anfügte, wurden auf allen Ausstellungen, im Auslande (Paris, London, München rc.) wie im Jnlande mit den ersten Preisen ausgezeichnet. Das Weil'sche Etablissement umfaßt zur Zeit ein Areal von ca. 10 Morgen mit den nöthigen Maschinen-, Siederei- und Trockengebäuden. Die Zahl der in dem Geschäfte täglich verwendeten Arbeiter beziffert sich auf ca. 80. Die Liebe und Verehrung, welche der Verstorbene in so reichem Maße mit in's Grab genommen, bekundete sich namentlich an seinem Leichenbegängniß, zu welchlkn sich eine solche Menge von Leidtragenden aus allen Ständen und Berufsklassen, aus der Nähe und Ferne eingefunden hat, wie sie der Ort wohl noch nie gesehen. Als ein Mann von lauterem, liebenswürdigem und bescheidenem Charakter, als tüchtiger Gewerbsmann, ein Pionier der vaterländischen Industrie, ein unermüdlicher Arbeiter, ein warmer, jeder Aufopferung fähiger Patriot und braver Bürger, ein Freund und Wohlthäter der Armen und Gedrückten, denen er immer willig und von Herzen seine Gaben zufließen ließ, war der Entschlafene eine jener auserwählten Persönlichkeiten, welchen das Glück zu Theil wird, die Sympathien nicht bloß der Bürger des Orts und der ganzen Umgegend, sondern auch aller derer auf sich zu vereinen, welche mit ihm in Berührung kamen. 30 Jahre unausgesetzt hintereinander war er in den Rath der Gemeinde berufen. Ludwigsburg. I. G. Beßler. Anzeigen. werden 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet and müssen für die nächst- JLXlöwX Ctiüv? folgende Wochennummer bis spätestens Sonnabend eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Ein j. Mann, mos., wünscht behufs Gründung eines Geschäfts sich zu verheirathen. Damen bis zu 30 I., welche gesonnen sind auf diese ernstgemeinte Offerte emzugehen, belieben Näheres sub J, II. 8258 an die Expedition des Berliner Tageblatt, Berlin SW. gel. zu lassen. Für ein wohlerzog.,erwachs. Mädchen,Waise, welch, e. höh. Töchtersch. besucht hat, wird in ein. bürgerl. fein. jüd. Hause e. Stelle als Volontärin ges., wo siea.Stützed.Hausfr.u.d.Haushaltführ. u. Küche wom. auch i. Lad. u. Compt. sich verv ollk. kann.Gefl.Off. sudL. 6063 Rud.Mosse, Leipzig. Für meine Tochter, die im hiesigen Waisenhause erzogen, suche eine Stelle zur Stütze der Hausfrau in Küche und Haus in einem religiös geführten Hausstand. sB2573 Frau Klein, Königsberg i. Pr., Knochenstraße 1.