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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-02-03 · Heft 5 (3.2.1887) · p. Seite 79

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 5 (3.2.1887)
Date
1887-02-03
Page
Seite 79 (sequence 15)
Language
German
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niedergelegt hatte, daß auf seinem einfachen Leichensteine nur sein Name, der Name seines Geburtsortes und die Zeit seines Ablebens angegeben und jeder Titel, sowie irgend welche Bezeichnung als Rabbiner der Gemeinde weggelassen werde. Nach einiger Zeit ließ die Gemeinde zu Füßen einen zweiten Grabstein stellen, auf dem ein warmer Nachruf von seiner Thätigkeit meldet.44) Sein letzter direkter Nachkomme, die letzte tragi-komische Gestalt, die das Ghettoleben noch in's neue Sein, das zu erfassen ihr unmöglich war, hineintrug, starb in diesem Jahre — im Traumleben, das sie führte, schaute sie noch immer die ehrwürdige Gestalt ihres Vaters, des alten Kreisrabbiners, und trotz des Elendes, in dem sie die Tage fristete, blieb ihr ein stolzer Sinn eigen — das Jichus, der Gedanke an ihre Abstammung, bäumte sich auf gegen die traurige Wirklichkeit — 28 fl. waren ihr Vermögen, von diesem wollte sie eine Stiftung 44) Beide Steine mit Nc. 29 bezeichnet, sind stark verwittert. für ihren verstorbenen Vater machen, die Welt mit ihrem Schmucke beglücken und noch bei Lebzeiten mußte sie ihren Leichenstein sehen. So schwindet Geschlecht auf Geschlecht, so ändern sich Zeiten und Zustände, so lösen sich ab Weisheit und Unverstand, Geist und Wahn! (Forts, folgt.) Vermischtes. Unparteiisch! Essen, 14. Januar. Ein hiesiger Arbeiter hatte in der letzten Stöckerversammlung sein lautes Mißfallen über den Vortrag ausgedrückt. Beim Verlassen des Saales mußte er sich zwei Polizeibeam'.en anschließen, um auf dem Polizeiamte seinen Namen feststellen zu lassen. Nach drei Tagen erhielt der Mann ein Strafmandat wegen groben Unfugs. In Folge Widerspruchs gelangte die Sache an das Schöffengericht. Dasselbe sprach den Angeklagten frei, „weil derselbe das Recht gehabt habe, sein Mißfallen auszudrücken." Anzeigen. Ty\ oppofp werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- XlldtZ/X M/tv folgende Wochennummer bis spätestens Sonnabend eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Präparandenklasse der jüdischen! Lehrer- Bildungs- Anstalt zu Berlin. Die Aufnahmeprüfung findet Dienstag, den 19. April d. I., Vormittags 9 Uhr statt. Die Anstalt gewährt freien Unterricht und bedürstigen Zöglingen eine Beihilfe zur Subsistenz. Sie nimmt in der Regel nur Schüler auf, welche das fünfzehnte Lebensjahr vollendet haben. Der schriftlichen Meldung sind beizusügen: 1. Das Geburtsattest; 2. Der Imps- und Nachimpfungsschein; 3. ein Gesundheitsattest, ausgestellt von einem zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arzte; 4. ein Zeugniß über die bisher genossene Schulbildung, sowie über die Führung. Auf Anfragen ertheilt der Leiter der Lehrer- Bildungsanstalt, Herr Dr. Holzman, nähere Auskunft. sB. 555 Berlin, den 26. Januar 1887. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. Pensionat und Höhere Töchterschule von Frau Dr. Lebersoll in Hannover, Thiergartenstraße 3 und 4. ■■■■■■ ■ Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — Höhere Töchterschule und Pensionat für Uraelit. Mädchen. Aufnahme von Zöglingen zu jede»- Zeit. Beginn des Somnnrsemeslers am l8. April. Beste Referenzen. Gcschw. Soberitheim in Bingen Rh. Cotillon und Carneval-Gegenstände, komische Mützen, Orden, Cotillontouren, Attrapen, Knallbonbons, Masken, Perrücken, Stoff- und Papier-Costüme, Papierlaternen, Bigotphones, Spiele für Garten und Haus re. rc. sowie künstliche Pflanzen empfiehlt die Fabrik von Gelbke & Benedictus, Dresden. Jllustr. deutsche u. sranz. Preisbücher Saison 1887 gratis u. franco. Für eine junge, isr. Dame, hochgebildet, geistreich und mit herrlichem Gemüthe wird eine passende Parthie gesucht und wäre hier sür einen Herrn in gesichelter Lebensstellung, welcher nicht darauf angewiesen oder nicht geneigt ist, nach Geld zu Heilathen, die seltene Gelegenheit geboten, sich ein ohne Zweifel glückliches Eheleben zu verschaffen. M.102 Gefl. Offerte unter 113334 beliebe man an Rudolf Moffe in München zu richten. Empfehlens werth e Werke aus dem Verlage von Baumgitrtner’s Bucliliandluiig, Leipzig. Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Sä” SILOAH. -S» Eine Auswahl von Predigten. Zur Erbauung, sowie besonders zum Vorlesen in Synagogen, die des Redners ermangeln. Von Dr. L. Philippson. 3 Bände gr. 8. brosch. 6 Mark. Im Verlage von Baumgärtner’s Buchhandlung in Leipzig ist erschienen und durch jede Buchhandlung zu beziehen: Theoretisch -praktisches Lehrundüebungsbuch zur Erlernung der hebräischen Sprache von C. Weill. Preis cart. i Mk. 20 Pt.

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