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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-01-25 · Heft 4 (25.1.1887) · p. Seite 62

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 4 (25.1.1887)
Date
1887-01-25
Page
Seite 62 (sequence 14)
Language
German
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62 beit Nettesten eine Gemeindeordnung, die sich unter anderen auch mit der Frauenkleidung, welche trotz der schweren Zeiten nicht selten Veranlassung zu Aergernissen gab, beschäftigt.^) Nach dem Tode R. Abrahams (1746) berief die Gemeinde mit einem schwungvollen Rabbinatsbriefe Simcha La-Kohen Poppers aus Prag, der ebenfalls ein bedeutender Schüler R. Jonathan Eibenschütz's war, auf den vaeanten Rabbinerstuhl. Allein erst nach etwa 2 Jahren (am 4. Nisan 1748) konnte der neugewählte Rabbiner seinen Einzug hatten. Die Gemeinde vermochte aber nicht, die von der Herrschaft für ihn verlangte Summe aufzubringen. In Folge dessen mußte R. Simcha selbst, um die Stelle antreten zu können, der Gemeinde ein Darlehen von 206 fl. geben, welcher Betrag ihm in 3 Jahren zurückgezahlt werden sollte. Ueberhaupt waren die materiellen Verhältnisse der Gemeinde ziemlich traurig, wenngleich einzelne Mitglieder über ein für j?ne Zeiten bedeutendes Vermögen verfügten, die Lasten, die auf ihr lagen, waren eben zu groß: etwa 60 Familien, von denen nur 20 als leistungsfähig in Betracht kamen, hatten alljährlich herrschaftliche und kaiserliche Steuern, sowie zur Erhaltung der Gemeindeinstitutionen über 7000 fl. zu entrichten. R. Simcha nahm thätigen Antheil an der Bewegung, die durch die schweren Angriffe gegen die angezweifelte Rechtgläubigkeit R. Jonathans in den Gemeinden Israels und unter ihren Führern entstand und trat mit aller Energie undIWärme für seinen vielgeschmähten Lehrer ein. 3") Er starb um 1760.3T) Während seines Amtirens stand ihm R. Beer Hirz Emden-Heilpern, früher Gemeindeglied, später Rabbiner, als Dajan zur Seite. Graf Franz Carl, dem die! Teplitzer Gegend den größten Theil ihres heutigen Reichthumes : und ihrer bedeutenden Industrie verdankt — er war der erste, der um 1742 ein in größerem Maßstabe betriebenes 35) S. meine Mittheilung dieses Gemeindestatuts in dieser Zeit schrist, 1886, S. 813 f. 36) Vgl. die Einleitung zum nry mm? ed. Warschau, S. 4 b u. weiter, ferner S. 15 den Brief des N. Josua aus Krakau, Rabbiner in Franks, a. Main, an das Rabbinat in Prag und an R. Simcha Poppers, sowie das Antwortschreiben auf dem uw'er R. Simcha den ersten Platz einnimmt, S. 15 und 18. Eine verbindliche, aber strenge Antwort des R. A-je Leb in Amsterdam vom 28. Jjjar G"cpn ist in mpn Jg. 1884, S. 182 abgedruckt. Die Jahreszahl scheint dort unrichtig zu sein, da sie nicht mit ihr aus dem hiesigen Gemeindebuche und sonstigen Daten sich ergebenden übereinstimmt. S. die folgende Anm. 37) Das Todesjahr ist auf dem stark verwitterten Grabsteine, Nr. 143 unleserlich, (in einer hiesigen Auszeichnung fälschlich mit 1744 angegeben). Die Inschrift, so weit sie leserlich ist, lauter: :.x-d ppx:r '2“ '"Dmi vnxo ]nDn nnons'* m ybyrn nsip dotiDDH mn n"&c pta'to pp~i i'Px .... new DV 1325P BHin l-i"2 — Qm2 Die andern Worte sind schwer zu entziffern. Wir nehmen an, ec sei 1760 gestorben, weil er 1759 noch Sitzungsprowkalle im hiesigen Gemeindebuche I Unterzeichnete, 1761 aber bereits am die Ankunft eines Rabbiners, der eine schweben e Rechtssache regeln sollte, gewartet wurde. Kohlenwerk eröffnete, — starb am 20. Januar 1751 und am 17. Februar desselben Jahres übernahm Franz Wenzel, dem Maria Theresia am 27. Januar 1767 den Fürstenrang verlieh, die Herrschaft. Nach dem Tode Simcha Poppers' wurde Abraham Jizchak Eisik Kolisch-Libna (aus dem Dorfe Lieben bei Prag), ebenfalls ein Schüler R. Jonathans, früher Rabbiner in Stampfen (Ungarn), von wo aus auch er warm für seinen Lehrer eintrat und woselbst er den Bann über alle, die R. Jonathan sei es durch Wort oder Schrift verdächtigen oder schwächen sollten, aussprach^), als Rabbiner der Gemeinde berufen. Die schweren Zeiten des siebenjährigen Krieges brachten ja der allgemeinen Nothlage auch noch einen ziemlich lang anhaltenden Zwist in die Gemeinde. Der damalige Vorsteher David Kohn, ein angesehener, reicher Mann, der inner* | halb des Gemeindelebens eine Ausnahmsstellung einnahm, da er nach einem früheren, mit Genehmigung der Grundobrigkeit abgeschlossenen Vergleiche bei der jeweiligen Steuervertheilung nie in Betracht kam, weil er sich, um jedem Schwure über Vermögen und Geschäftsgebahrung auszuweicheu, verpflichtet hatte, stets ein Drittel aller von der Gemeinde zu entrichtenden Stenern beizutragen, gerieth in die Hände der Preußen,3-') die nunmehr von ihm ein namhaftes Lösegeld verlangten, das er auch entrichtete. Dieses sollte nach seiner Ansicht von der Gemeinde aufgebracht und ihm zurückgegeben werden, aber er wollte nur den auf ihn nach ver* hältnißmäßiger Vertheilung fallenden Betrag beitragen. Der 38) Vgl. Luchot eduth. S.36 b. — Nachdem die große Verwirrung, die in Folge des Streites in den Gemeinden herrscht, dargelegt und vor dem Banne, der in Nikolsburg über den Gegner R. Jonaihan verhängt wurde, berührt wird, fährt das Schriftstück sort: rmn rxcjn u'rfcnpn Tun 5>n:.n Gin rp'vz tav. ponnD un ptmp "idndgi pyy dtug n^uo 'Trp ny- ^yi Dipsn nyi hy p-nxöi p^pDi pnotm p-uoi nN yc^>x hh'pv htt> nx yG&n.T orrw Dira bnpn rn^prn rn^xm rr.Dinn hz);r,D^ pu 'TiDtn xnDEC' cnyn bstv veoy ly ny um n&D nitro n&yjw nmet^m pnum xin -nx.rbyoh *üud d^zdd rp nx t^x cp-p -,rx .cmiErn Dir fro *bd x*rn joum own nDn inmDn hj1? nirmn r^x >x .pxsi crotta Nin n iy)^ nbn rx^D 5im crycsn bw W>inno nyoi 'n ppTin pdi^gi znnn mDtsu xan nhrci .n:D' nt^x hiz tdx piDD rrrr .nrown Pnints'pi iz&g xsn oin N2X ny l.nEnv nnno nx 'n nnen 'rrn 'n ix^di rrn Der Bau ist datirt: Stampfen, Donnerstag am 28 Ab N"->pn. 39) Nach einer, aus Tradition beruhenden Miltheilung des Herrn Ludwig Hahn Hierselbst, dem ich auf manches andere, die Geschichte der hieüaen Judenschaft betreffende verdanke, soll er von den Preußen bis nach Thüringen milgeschleppt worden sein.

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