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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1887-01-18 · Heft 3 (18.1.1887) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
51 (1887)
Issue
Heft 3 (18.1.1887)
Date
1887-01-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine des Iudenlhums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 115) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner Or. Ludwig Philippson in Bonn. GspsörLion: Leipzig, Woßplerh 17. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 51. Jahrgang. Leipzig, den 18. Januar 1887. Nr. 3. IvKsU. Leitende Artikel: Spanien — wieder eröffnet. — Jüdische Namen. — Der deutsche Kronprinz über Gewissensfreiheit und Duldung. — „Christlich" und „Jüdisch". — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bielefeld, Aus der Altmark, Hannover, Posen, Oberingelheim. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest, Graz, Neutra. — Rußland: Warschau. — Rumänien: Bukarest. — Amerika: Neu-Orleans. — Bonn: Notizen. — Bonn: Literarische Notizen. — Feuilleton: Skizze zur Geschichte der Juden in Teplitz (Böhmen). SeitenSa Bonn, 12. Januar. Spanien — wieder eröffnet. Bis in's hohe Alterthnm reichen die Beziehungen, welche der jüdische Stammzur pyrenäischen Halbinsel, und zwar durch die Vermittelung der Phönizier hatte. Phönizische Schiffe fuhren an den Nordküsten Afrika's entlang nach der Ostküste von Spanien, trieben hier einen lebhaften Handelsverkehr und gründeten Colonien, die zu ansehnlichen Städten erwuchsen. Diese Fahrten müssen schon frühzeitig eine gewisse Regelmäßigkeit angenommen haben und die Schiffe, die nach Spanien segelten, erhielten den Namen „Tharschisch- Schiffe", weil sie zunächst nach Tharschisch, dem späteren Tortosa, ihre Waaren brachten. Mit diesem Namen gelangen wir zugleich auf den biblischen Boden, denn wir begegnen ihm bei Salomo, Jesaias, Jeremias und in dem trefflichen Volksbuche, das den Namen des Propheten Jona trägt. Daß später die Tochterstadt Karthago die Phönizier verdrängte und über ganz Spanien ihre Herrschaft ausdehnte, ist bekannt. Die älteren spanischen Historiker führen die Namen mehrerer spanischen Städte auf das Hebräische zurück und nehmen so einen Ursprung derselben durch israelitische Colonisten an. Näher liegt es, daß jene Namen phönizischer Abkunft sind, da die Phönizische Sprache der hebräischen auf's Nächste verwandt war. Außer diesen Beziehungen des alten Israel zur iberischen Halbinsel ist es gewiß, daß schon zur Zeit des Pompejus jüdische Auswanderer über Griechenland und Rom nach Spanien zogen, denen nach der Zerstörung Jerusalems durch Titus viele Exulanten folgten. Noch nicht ein Jahrhundert, nachdem der Islam in Arabien erstanden, landeten die maurischen Heere an der spanischen Küste und unterwarfen sich die Halbinsel bis zum Ebro und drängten die christlichen Westgothen in das nördliche Gebirge. In ihrem Gefolge befanden sich viele Juden, die zur Vermittelung und zur Herbeischaffung des nöthigen Unterhaltes dienten und von den Mauren gern geduldet wullden, so daß nur einige wenige Verfolgungen aus der Zeit der maurischen Herrschaft zu verzeichnen sind. So lebten Juden in den beiden Hälften der pyrenäischen Halbinsel, in der christlichen und in der maurischen, in zahlreichen und zum Theil großen Gemeinden. Wir brauchen nicht auf die geistige und materielle Entfaltung einzugehen, welche diese spanischen Juden in den folgenden Jahrhunderten bethätigten, besonders nachdem von Babylonien her die Wissenschaft des Judenthums sich nach diesem fernen Westlande übertragen hatte, und wie sowohl bei den maurischen wie bei den christlichen Herrschern einige von ihnen zu den höchsten Staatsämtern gelangten. Unterdeß gingen aber die blutigen Kämpfe zwischen den Christen und Mauren vor sich, und die Ersteren, besonders von religiösem Fanatismus beseelt, warfen die Mauren nieder, bis zuletzt Granada, die Hauptstadt Jener, und mit ihr das maurische Reich vor den Schwertern der Spanier fiel. Hiermit war aber auch für die Juden ein Wendepunkt erreicht. Die beiden Herrscher, Ferdinand der Katholische und Jsabella, wollten die unterworfenen Bewohner ihres Reiches vermittelst der Kirche nnificiren. Weder Mohammedaner noch Juden ö

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