Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 51 (1887)
- Issue
- Heft 1 (4.1.1887)
- Date
- 1887-01-04
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
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zu läutern und ihr seelisches Empfinden aus dem Strome dächtigung der Juden und ihrer Glaubenslehre zu bekämpfen, allgemeiner Bildung zu bereichern und zu veredeln: trat die wie diese letztere in ihrer Reinheit und Wahrheit zu zeigen, Allg. Ztg. d. I. — nach ihrem Borbilde entstehen später die! und endlich ihre Bekenner zu leidenschaftslosem, besonnenen! verwandten deutschen und ausländischen Zeitungen — vou j Handeln zu mahnen. Diese Aufgabe hat der Redaeteur der Anfang an in die Erscheinung. Neben gediegenen Leitartikeln Zeitung mit erstaunenswertheu! Geschick, seltener Umsicht und von politischem, religiösem oder allgemein"wissenschaftlichen! feinem Tuet gelöst. Wir lesen die Leitartikel, in welchen die Inhalte bot dieselbe mannichfache Ausbeute aus Literatur und! Ausstrahlungen des ganzen religiösen wie sittlichen Lebens der Geschichte, Sprachkuude und Belletristik, und durch erlesenej Inden gesammelt sind und wie in einem Brennpunkte sich Eorrespondenzeu, die fortschreitend sich mehrten, trat sie mit > vereinigen. Ueberall tritt uns daraus die Weite der Aufimmer größeren Kreisen des jüdischen Publikums in Beriih-; fassung entgegen, die jeden einzelnen Borgang im Zusammen rung, aus diesen schöpfend und an diese gebend. Ja selbst in - hange mit dem Ganzen betrachtet, und der politischen Freiheit nicht-jüdischen Kreisen erregte sie Aufmerksamkeit, und schon Nr. 26! und bürgerlichen Gleichstellung die geistige Freiheit und die des ersten Jahrganges enthält eine Mittheilung ans Dresden,j religiöse Aufklärung zngesellt. Ueberall Sporn und Antrieb daß die Allg. Ztg. d. I. in öffentlichen Lesezirkeln gehalten werde.! für die Gemeinden, in zeitgemäßen Bahnen zu wandeln und Es war eine politisch und religiös reich erfüllte Zeit,zu Eulturträgern im Dienste des eigenen Stammes, wie der welche der Allg. Ztg. d. I. sich gleich vom Beginn an zur Be-! gesammten Menschheit zu werden. Was an dem einen Ende trachtung darbot: die Berathnng der Emaneipationsgesetze in ver-! geschieht, wirkt an dem entgegengesetzten nach, und wenn das schiedenen deutschen Staaten, die Festigung derselben im Westen! Gebiet des Geistes bewegt wird, bleibt die Welt der Materie Europas, das Verlangen danach in Mitteleuropa, die politi-! scheu Stürme und soeialen Bewegungen im Allgemeinen, welche durch die Lande zogen und auch die Jndenfrage immer wieder in den Mittelpunkt des Interesses stellten. Ans der andern | Seite religiöse Parteikämpfe über Glauben und Gottesdienst, Schule und Bilduugsanstalten, Einrichtungen und Institutionen ün Morgenwie im Abendlande, in der alten wie in der neuen Welt, und die Noth der um ihrer Religion willen bedrängten Glaubensgenossen. Inmitten dieser zahllosen streii lenden Interessen bewahrt der Redaeteur eine seltene Meister--- sehast in der Beherrschung des Stoffgebietes, eine rasche und klare Auffassung, welche dasselbe an keinem Punkte unberührt läßt, an jeden! erschöpfend abwügt, — die ungezählte Menge der Erweise und Belege, aus der Weltgeschichte im Allgemeinen, wie aus der jüdischen im Besonder!! mühelos heranzieht, nn! in jedein einzelnen Falle Ansicht und Behauptung! unwiderleglich darznthnn. Bewundernswert!) ist die Fälligkeit, jeder Sache eine große Seite abzngewinnen, jeden 'Artikel in ein wissenschaftliches Gewand zu kleiden und in edler, von Geist und Seele erfüllter Sprache zur Darstellung * zu bringen. Es war, zumal in jener Sturm- und Drangt Periode der Enlaneipation, die Aufgabe der Allg. Ztg. d. I., diese nicht nur in ihren Bewegungen, in ihrer steigenden und fallenden Richtung zu beobachten, sondern zugleich auch den allgemeinen politischen Wetterstaud der Nationen und dessen mögliche Einwirkung auf die Berhältnisse der Juden in's Auge zu fassen. kmn ferner daraus an, rbensowoht jede Bernicht unberührt, und umgekehrt: das ist der treibende Gedanke in unzähligen Artikeln der A.;> d. I. und hat zum Zweck, die jüdischen Glanbensbekenner aller Länder und Welttheile in der gleichen Idee zu einen, mit dem Bande geistiger Einheit zu umschlingen. Und daß dieser Zweck in hohen! Grade erreicht wurde, beweisen ebenso die gediegenen Berichte über literarische Borgänge und die Eorrespondenzen und Mittheü lttngen, die der Zeitung ans allen Ländern und Welttheilen zngehen, die überall sich regende warme Theilnahrne und das Hingebungsvolle Eintreten der Geiueinden, wenn es gilt, den - Stammesgenossen selbst in weiter Ferne Hilfe und Rettung zu bringen. Jni Hinblick auf den Orient, wo die Israeliten in materieller und geistiger Erniedrigung lebten, erregte die A. Z. d. I. den Sinn der europäischen Glaubensgenossen und weckte das Gefühl der Pietät für das heilige Land durch warme Ansprachen an ihre Leser, durch besondere Zuschriften an die Einflußreichsten. Die Juden des Orients wurden durch diese lebhafte Theilnahme der Zeitung in den Kreis der europäischen Glaubensgenossen gezogen, und auf die spätere Bildung der Alluim-e israelite universelle ist das Borg eben unserer Zeitung schwerlich ohne Einfluß geblieben. Wie Vieles und Großes ans dem Gebiete der Humani tät und Aufklärung, der Elnancipation ist von der A. Z. d. I. unter dem Zeichen der „Einheit der deutschen Israeliten" i geschaffen worden! Wie Vieles und Großes ist unter der Führung ihres verehrten Redactenrs erreicht worden, dessen Name zum Symbol fÜ! geistige und politische Bestrebungen der