Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 53 (1889)
- Issue
- Heft 44 (31.10.1889)
- Date
- 1889-10-31
- Page
- Seite 700 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3227771-3227816--46618-3266192- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
700 und vor Allem das Werk von Dohm „über die bürgerliche Verbesserung der Juden" auszupressen. Mündliche Belehrung konnte er von Dohm nicht mehr erhalten. Der treffliche Mann war in diplomatischer Stellung nach Köln versetzt worden. Als er vorübergehend in Berlin weilte, vermied er es, Mirabeau zu sehen, „seine fast unwiderstehliche Zutraulichkeit fürchtend." Neben dem, was Dohm's Buch dem Autor bot, kamen ihm namentlich Artikel von Nicolai und Engel zu statten. Ein kleiner Aufsatz, welchen er ein paar Freunden von jenseits des Canals verdankte, über den gesetzgeberischen Versuch von 1753, Juden in England durch Parlamentsbeschluß zu naturalisiren, ließ sich ungezwungen einflechten. Dem Ganzen aber blieb Mauvillon's Theilnahme gesichert, der denn auch von Mendelssohn'schen Manuscripten im Besitze seines Herzogs Kunde geben konnte. Viel Selbständiges ist demnach wieder in dieser Arbeit nicht zu finden. Am meisten Originelles steckt in den persönlichen Anzüglichkeiten, in der feurigen Beredsamkeit, mit der die Sache der Humanität verfochten wird, in der Erhebung über nationalen Hochmuth, die den Verfasser veranlaßt, den Franzosen das Studium fremder Literaturen, wie der deutschen, recht warm ans Herz zu legen. I. Chr. G. Bodenschatz. Von diesem Professor an der Universität Erlangen und Superintendent in der Mitte des vorigen Jahrhunderts, welcher mehrere Werke über die damalige Verfassung der deutschen Juden (1718—1756) herausgegeben, welche zu jener Zeit vielen Beifall gefunden, wird von Wilhelm Martins in seinen „Erlebnissen" erzählt: Als er noch Pfarrer in Uttenreuth war, schrieb Jemand unter einem Namen, den er als angenommen vermuthete, an ihn und verlangte die Uebersetzung eines rabbinischen Traktates. Er sandte das Verlangte nach einigen Tagen unter der ihm aufgegebenen Adresse nach Dresden und bekam dafür sechs Dukaten zugeschickt. In derselben Weise wurden ihm noch andere Abschnitte aus der rabbinischen Literatur zur Uebersetzung bezeichnet, von ihm übersetzt und bezahlt. Eines Tages lud ihn der Briefschreiber nach Dresden in ein bestimmtes Haus, und als er sich dort einfand, sah er eine Gestalt vor sich, die wie ein jüdischer Hoherpriester gekleidet war. Er erkannte die Züge einer Dame, und sie gab sich als die Gräfin Cosel (der Geliebten des Königs Friedrich August II. von Sachsen und Polen) zu erkennen. Er mußte sie wiederholt besuchen und ihr über manche Stellen des Talmud Auskunft geben. Zugleich bot ihm ihr Schwiegersohn, der Präsident des Konsistoriums war, eine gute Pfarre in Sachsen an. Aber die Gräfin fing an, die Lehre Christi anzugreifen, und nun zog Bodenschatz sich von ihr zurück, zur Genugthuung für seine Frau, die der Gräfin Absichten auf ihren Eheherrn zuschrieb. Die Behauptung der Feinde der Gräfin, daß sie habe Jüdin werden wollen, steht mit dem Erzählten zweifellos in Zusammenhang. Anzeigen. Nechtsanwalt Lach mann Planen i. V.r Forststraße -ei. Attervach i. V«: Sorgaer Straße 7. Eine junge, für höhere Mädchenschulen geprüfte Lehrerin, musikalisch, sucht Stellung als sH.üSi Erzieherin oder Lehrerin. Offerten sub H. T. 1993 an Rudolf Masse, Hamburg erbeten. s Pensionat und Höhere Töchterschute G von Krau Dr. Leversorr & Irl. Konstante Levy, Hannover, Thiergartenstrasse 4. _IC Auf Mertsnartztorr sind einige Unecrnzen. "WG Jsr. Tochter-Pensionat «.Höhere Unterrichts-Anstalt. Institut I. Ranges. — Gegründet 1864. — Ausnahme jeder Zeit. — Prospekte aus Wunsch. Frau Direktor Therese Gronau, Serlm, Hinöerjlnstr. 11. Äünigsplatz. Suche l)Eine gew.Kindergärtnerin,Phot.u. Geh.-Anspr. erb. Eimr. sof. 2)J.Lehrmädch.s. Pars. u. Kurzwgesch. u. Küche. Off. zu richt. an B. Cahn, Lehrer u. Pred., Hagen i. W. Mecklenburg. Rittergüter, gr. od. \t, rrmobelft, Erbpachthufen, bester Boden, Hotels und Gastwirthschaften, flotteBetriebe.Wiod-, Wafferu. Schneide-MÜHlkU, neue Geb., gute Kundschaft, Bäckereien, neue Geb. preiswürdigst zu verlausen durch Stamm. Wiechmann, Waren, Mecklenburg. [58.5966 Gösitzms ÖNgMak-Ausgaöe. Aufs höchste preiswert. LesfingeMerkr 8". Neu durchges. v.Lr.Muncker, Linleit. v. K.GoeMe. Mit Porträt in Stich. * Korrektester Text. Dolzfreies schönes Papier. Großer klarer Druck. Ländliches Format. Ligenartig vornehmer Linband. Sechs elegante Original-Kände mit Inhalts-Angabe auf jedem Band. QTl. 6.60. G. X Gölchen'scher Verlag, Stuttgart. Broches. ®j}o:mroa«tel — Vorhang der heiligen Safre — Decke über den Kelpnit — Aiinrdecke liefert in schönster sorgfältigster Ausführung. [F.623 Frankfurter Gold- und Silber- Manusactur. Frankfurt a. M. M. Conrad Mack. Verlag von Gustav Engel in Leipzig. Grundlage zu einem Wissenschaft! Unterrichte in der mosaischen Religion. Von Dr. JOS. AUB. Dritte Auflage. 8. cart. 1 M. 20 Pf. Verlag von Gustav Engel in Leipzig. — Verantwortlicher Redakteur Dr. L. Philippson. Druck von Greßner & Schramm in Leipzig.