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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-09-26 · Heft 39 (26.9.1889) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 39 (26.9.1889)
Date
1889-09-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Durch Buchhandel oder Post bezogen Preis Vierteljahr!. 3 M., direct von der Expedition in Leipzig unter Streifband 8,so M. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philipp son in Donn. Krpeditio«: Leipzig, Kospitakstraße 2. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 53. Jahrgang. Leipzig, den 26. September 1889, Nr. 39. Inhalt. Leitende Artikel: r-.ynn Ov — Der Sieg in der Leopoldstadt (Wien). — Der Streit über das Judenthmn in der Musik. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin. — Oesterreich-Ungarn: Prag, Pest, Jaroslau, Kisber. - Ruß land: Petersburg. — Bosnien: Sarajewo. — Großbritannien: London. — Bonn: Notizen. — Bonn, Pest: Literarische Notrzen. — Feuilleton: Der russische Bildhauer Leopold Berenstamm. — Ein „aufgeklärtes" Ehepaar. — Vermischtes. üeite'vi&a €X Bonn, 22. September. nynr dv Zu den hohen Festen. II. Ein eigenthümlicher Brauch — ein eigenthümliches Instrument— eigenthümliche Tonweisen in bestimmter Ordnung! . . . Der Brauch gründet sich auf das biblische Gebot (3. Mos. 23. 24. 4. Mos. 29, I) am 1. Tage des 7. Monats das Schophar zu blasen, und dasselbe sollte zur Einleitung des Jobeljahres am Versöhnungstage stattfinden (3. Mos. 25, 9). So hat sich dieses Gebot durch alle Geschlechter bei den Bekennern des Judenthums bis zu diesem Tage erhalten. Deshalb wird dieses Fest vom Gesetzgeber npnridv „der Tag des Blasens" genannt, in dem hebräischen Worte eine Andeutung gebend, was dieses Blasen bedeuten und bezwecken solle. Das Schophar „Posaune oder Drommete" besteht aus einem hohlen oder ausgehöhlten Horne, das nach der Tradition aus allen Viehhörnern entnommen sein konnte, nur nicht von einer Kuh, weil das Horn dieser pp heiße (Rosch hasch. 26, 1), jedoch vorzugsweise vom Widder, um an die Opferung Isaaks zu erinnern, da an Stelle desselben Abraham einen Widder darbrachte (das. 16, 1). Es sind drei Tonweisen, welche vorgeschrieben sind: ein langgezogener nppn, drei gebrochene Töne □“■w und ein Klageton nynn; die hinsichtlich dieser beobachtete Ordnung ist von R. Abbahu in Caesarea (etwa um 300 nach d. gew. Zeitr.) festgestellt worden (das. 34, 1), und wird sorgfältig beobachtet.') — Sehen wir zunächst, in welcher Weise das Schophar im alten Israel verwendet wurde. Bei der Eroberung von Jericho zogen sieben Priester mit sieben Schophars, welche „jubelnde" genannt werden, um die Mauern der Stadt neben der Bundeslade vor dem Kriegsvolke her (Jos. 6). Ehud stößt in das Schophar, um das Volk zusammenzurufen zum Kampfe, so daß also die Drommete durch das ganze Land ertönen mußte (Richter 3, 27). Dasselbe thut Gideon (das. 6, 34), auch giebt derselbe jedem seiner 300 ausgewählten Krieger ein Schophar, um bei dem Ueberfall des feindlichen Lagers kräftig in dasselbe zu stoße» (Kap. 7). Ebenso verfuhr Saul, um die Krieger Israels zusammen zu berufen (1. Sam. 13, 3). Dagegen ließ Joab das Schophar blasen, um die kämpfenden Krieger aus dem Kampfe zurückzurufen (2. Sam. 2, 28. 18,6. 20,22). Als Scheba das Volk zum Aufruhr gegen David aufrufen wollte, stieß er in das Schophar (das. 20, 1). Zur Krönung Salomo's wurde das Schophar geblasen (l. Kön. 1, 34. 41). Gleiches geschah zur Krönung Jehu's (2. Kön. 9, 13). Wenn Jer. 4, l9 der Schall des Schophars mit dem Kciegsgeschrei zugleich ertönt, so erscheint 42, 14 der Schopharschall gleichi) Ob im alten Israel das Schophar die heute übliche Gestalt und Beschaffenheit gehabt, ist fraglich (Vgl. unser Bibelwerk, Bd. II, S. 30), wie z. B die herkömmliche Art der Zizith der biblischen Vorschrift, nach welcher sie in einer tiesblauen Schnur bestehen sollte, nicht entspricht. — Zu bemerken ist, daß D'~ü£' und njrpn in der Bibel nicht Vorkommen; indeß wird nsw gewöhnlich mit ypn verbunden. 39

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