Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-07-04 · Heft 27 (4.7.1889) · p. Seite 416

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 27 (4.7.1889)
Date
1889-07-04
Page
Seite 416 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
66% known words query
IRI
…/3224737-3227771-3227799--46317-3265874
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

416 Ire Leyb, haab vnd guetter, Inn vnnsere besonder« gnad, 1 verspruch Sch uz vnnd Schirmb, ausgenommen, Eingeschlossen, vnnd Empfanngen, vnnd Ihnen darzue Bnnser, 2 vnnd des Reichs frey Sicherhayt vnnd glayte, für gewallt vnnd zue Recht geben. Nemmen vnnd Empfachen, freyen, geben vnnd thon das alles wie hernach stehet, hiemit vonn Römisch kayserlich macht, vnnd volkommenheit, wissentlich Inn khrafft dies Brieffs, Allso daß Er, sambt seinem Weib, Khind, Zuegewanndthen vnnd Diener, auch haab vnnd guettern, So Sy Jezo haben, vnnd fürtther vberkhommen, Inn vnser vnnd des Reichs besonnde gnadt verspruch, Schuz, Schirmb, vnnd Glayt sein, vnnd sich derselben geprauchen, vnnd geniessen, auch allenthalben Inn vnnseren vnnd des Reichs Lannden, Furstenthumber, Grafschaften, Herrschafften, Stötten, Märckhten, Tärffern, Weylern , Wäldern vnnd Hölzern, zue Wasser vnnd Lanndt. Inn vnnd ausserhalb Kricssleuften. Jrer Notturfst nach, frey Sicher rayßen, hanndlen, vnnd mit Jüdischen 3 Zaichen nicht beschweret, noch darumben gerechferrtiget werden, vnnd allß nach Indisch Ordnung vnnd Freyheyt, So die Judischheyt hatt, gebrauchen sollen vnnd mögen, vonn aller menniglich vnuerhindert. Wir haben Ihnen auch diese besonndre gnad gethan, Ob yhemants zue Iren Leyb haab vnnd gueth, vmb was sach, oder inn wellicherley schein, das Immer wehre, zuesprüch zuehaben vermaint, oder gewunne, Der solle gemelten Moyssie Jud, sein Weib,! Khinnd, Angehörigen vnnd Diener, an den Ortten vnnd! 4 Ennden, auch gerichten, dar Innen Sy Seßhafft feinbt, | oder an vnnserem Kayserlichen Kammergericht, mit Recht', fürnemmen vnnd Ersuchen, vnnd sonst an keinem anndern ort. Auch daüber weder mit gefengkhnus, noch anndern beschwerden, wie die beschaffen sein möchten, mit nichts beladen, angreiffen, oder beschweren, Bei wellichem Sy auch vnnsere vnnd des Reichs vnndthanen vnnd Angehörigen, Jedesmalls vesstiglich hanndthaben, vnnd Schirmen soll. Ob aber Sach wehre, das yhemants vber solliche vnnsere Kayserliche gnad vnnd Feyheyt, Sye an Leyb oder guett, beschädigen, verlezen, oder schaden zuefüegen würde, gegen dem. oder denselben, Solle vmb solliche Ire Mißhandlung, Freuet vnnd that, wie sich noch vermög vnnsers Kayserlich ausgedrnckhten, hochverpeentenLandtfriedens, des Reichs ordnung, vnnd Rechten gebären würdet, mit Ernst b Procediert vnnd verfahren werden. Wir wollen auch, das obgenannter Moysies Jud, auch sein Weib, Khind, Zuegethanrn, vnnd Dienner, bey den Feyheitten, So sy vnnd gemailte Judischheyt, vonn vnnseren Vorfahren, Römischen Kaysern, auch Khunigen vnnd vonn allen Erzherzogen vnnd fürsten des hauß Österreichs, Löblich vnnd Seligen Gedächtnus, auch vnns, Sambt vnnd Sonnders > haben, berüewigielich beleiben, vnnd behalten, auch ohne^ 6 vnnser wissen vnnd willen, an keinem ortt, da Sy Seßhafft seindt, vertriben, Sonndern der ortt vnnd Enndt, da anndre Juden Im Reich zuuorn wohnen, vnnd gesessen seindt, vmb leydenlichen tribut oder Zinnß, Ein vnnd aufgenommen werden. Wir haben Ihnen auch verrner die gnad vnnd Freyhayt bewiesen, und mitgetheilt, das sy fürohin, wie bis anhero beschehen, wol sollen vnnd mögen leychen, auf alle Pfandt, ausgenommen auf zerprochene 7 Kelch,Pluottig gewandth vnnd was sunst dergleichen fachen mehr sein möchten, vnnd sollen auch niemants wehr der ist zuesagen, oder anzuzaigen schuldig sein, vonn wem oder whanneu Inen die Pfanndt khommen, oder wem sy zuestenndig, vnnd da sy allß hoches oder Riders Standts Personen, auf Pfanndt anleyhen, vnnd fürstreckhung gethan, vnnd Zill vnnd Zeyt, so der Verpfänder bestimbt vergangen. Allsdann sollen Sy die Juden, oder Jüdin, nach verscheinung vierzehn Tag, oder vier wuchen vngeuarlich, dem 8 oder denselbigen, So die Pfanndt versezet, vnnd zuegehörig, oder verthrawt gewöst, Ainiche Antwort weitter darumben zugeben nicht Schuldig sein, oder gerechtferttiget, viel weniger darumben beschweret werden. 9 Desgleichen, wa Ihnen vnargwenische Pfandt durch Bersezung, oder Khauffsweyse zue hannden khommen, vnnd Sy darauf leyhen, oder dieselbigen khauffen würden, vnnd aber hernach yhemandts darzue zuespruch zehaben vermainte, Es wehre wenig oder viel, oder in was gestallt, vnnd schein das bescheche, vnnd dieselbige Pfanndtschafft oder verkhauffte stuckh, bey Inen betretten oder gefunden wurde, allsdann sollen Sy ausserhalb zuestöllung des . darauff geliehenen, oder khauffsweis außbezalten gelts, solliches hinauszuegeben, khaines Weegs schuldig sein. Wafern aber deren Pfanndt oder wahren nicht mehr gefunden oder vorhannden, so sollen Sy volgents auch weitter ainiche Antwortt darvmben zuegeben nicht pflichtig oder verpunden sein, vnnb auch derohalben, weder mit oder ohne Recht nicht angefochten oder beschwäret werden, 10 Wir haben Ihnen auch vergundth, das sy Inn alle weege auf Pfanndth wol leyhen mögen, von menniglichem vnuerhinnderet, da auch Einicherlay bneff darwider außgangen wehren, oder wurden, Ihnen nicht abprüchig oder schädlich sein, noch dasselbig binnden soll, iiWeytter haben wir Ihnen mit Kayserlichen gnaden angesechen vnnd bedacht, ob sich zuetruege, das durch den Raaby, wellichen wir der gemeinen Judischeyt, Im Römischen Reich verordnet, Ettwann durch was Sach daß wehre, sich beschweret befinnden würden, das sy allsdann macht haben sollen, vor vnns oder vnnseren Rathen, oder ainem anndern vnpartheyischem Raby, Ire Notturfst fürzuwenden vnnd aufzufüeren, Auch dadurch Einiche Peen vnnd Straff, nicht verwürckht haben, Wehre auch Sach,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.