Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 53 (1889)
- Issue
- Heft 20 (16.5.1889)
- Date
- 1889-05-16
- Page
- Seite 316 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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316 In der Abhandlung heißt es weiter: „Warum die > Uebersetzung Mendelssohns im Ganzen so gut gelungen war? Sie war kein bloßes Spiel des Geistes; ein innerer Antheil ist bei der lang gehegten Arbeit lebendig gewesen. Allerdings die Grundstimmung des seinen Leibniz^so sehr verehrenden jüdischen und zugleich echt deutschen Denkers war eine optimistische: mit heiterem Vertrauen, gleich Lessing's Nathan, baute er auf das weise Walten der Vorsehung. Darum aber waren ihm dunkle Stunden, besonders als Jüngling, nicht fremd. Schmach und Gram hatte er seit seiner Kindheit genugsam kennen gelernt. Als Lessing 1754 dem Professor Michaelis in Göttingen auf seine Beurtheilung des Lustspiels „Die Juden" antwortete, führte er auch! Moses' bittre Klagen an über die Vorurtheile gegen die Juden: nicht genug, daß das gemeine Volk sie von jeher als den Auswurf der Natur angesehen, auch bei den gelehrten! Leuten. sei keine Billigkeit zu finden. (Lessing's Werke. Hem- | pel XI1, 341.) Wie tief blicken wir in sein Inneres, wenn wir in dem für die Oeffentlichkeit bestimmten „Sendschreiben an den Magister Lessing in Leipzig" vom Jahre 1756, in dem Mendelssohn Rousseau's Ideen bestreitet, mitten in der wissenschaftlichen Beweisführung ihn bei der Erwähnung der Freundschaft seinem „besten Freunde" die Worte zurufen hören: „Mein empfindliches Herz ist Ihnen allzu sehr bekannt, — Sie wissen, wie weit es dem Gefühl der Freundschaft offen steht. . . Sie haben all zu oft nicht ohne Vergnügen bemerkt, wie viel Macht ein freundschaftlicher Blick von Ihnen auf mein Gemüth gehabt hat, wie er vermögend gewesen ist, allen Gram aus meiner Brust zu verbannen." (Schriften I., 380.)" — Jeden Freund und Verehrer Mendelssohns wird diese Einsicht in den Bildungsgang und die Arbeitsstätte des Phi-! losophen erfreuen und ihm einen neuen Beweis für die große Begabung dieses seltenen Mannes liefern. Anzeigen. 1 Qny»n 4 a werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die näehsifolgende Wochennummer bis spätestens Sonnabend eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Eudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Bekanntmachung. Ende Juli d. I. sollen die zweijährigen Zinsen eines von den verstorbenen Jakob Meyer'schen Ehegatten dem Unterzeichneten Vorstände zur Verwaltung übergebenen Legats an eine hilfsbedürftige weibliche Ver wandte des Herrn Jacob Meyer behufs ihrer Ausstattung vergeben werden. Nur solche Bewerberinnen, bez. deren Väter und Vormünder, welche den Nachweis der bereits erfolgten Verlobung, sowie der Bedürftigkeit und Würdigkeit‘ zu führen im Stande sind, wollen sich unter Beibringung der nöthigen Zeugnisse bis spätestens am 1. Juli d. I. melden. Spätere Meldungen bleiben unberücksichtigt; die Auszahlung der Zinsen erfolgt erst nach der gesetzlichen Eheschließung. sB-2464 Königsberg i. Pr., den 1. Mai 1889. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Ich suche eine geprüste die auch int Hebräischen und Handarbeit unterrichten kann. sB.2459 I. Winkler in Lutter a. B. Für eine f. höh. Töchtsch. gepr. Lehrerin, mul., welche seit 4Va Jahren d. Erz. u. d. Unterr. meiner Kinder mit d. besten Erfolge leitet, suche passende Stellung per Monat Juli oder später. M. RosenbüUM. B. 2415s Jmmenhausen — Cassel. # Veilsioimt imd Höhere Töchterschule G von Amu Dr. Leverfon & Art. Gonstanze Lern-, Hannover, Thiergartenstrasse 4. IW* Auf Septernver? Annroldrrngen ontgoMrrgenornrnen. — Wchter-Pensionat Gfesclnv. Lebenstein Vorzügliche Referenzen. -Priahvlppsla oq'i -W. anj 8ang§waßa$ in uoijiQaüäD iaq iaq iwaazuvZ qun aaahsF j '—'S 'KG a Z tMjuvzjog', taqal iaq umu jxiuuogo j föunpEeuMZ) irvM-muwL: 3 Wnyqnvü - Achawa, Verein zur Unterstützung hitfs- , bedürftiger israelit.Lehrer,Lehrer-Wittwen j und -Waisen in Deutschland. j Einnahme im Monat April 1889. > a) 36 Mitgliederbeiträge ä M. 6, j b) 445 Ehrenmitgliederbeiträge a M. 6. | c) Einkaufsgelder. Von Herren Wechsler in Aschbach M. 30, Baum in Sötern M. 60, Liepmannssohn in Minden M. 60, Steinweg in Laasphe M. 45. I. Kanges Kerlin — > Hedemannstr. 15. Näheres d. Prospekte. ck) Freiwillige Jahresbeiträge. Von Herren Rothbarth hier M. 10, Riesser hier M.!0. o) Geschenke. Von Frau Hirsch hier M. 20, Laser in Vöhl, Sammlung M. ^2,75, Kuhn hier M. 6, Spende M. 10, Frau Blümlein in Halberstadt, Sammlung M. 8,50, Blümlein das. M. 2, Gebr. Löwen stein hier M. 30, Goldschmidr hier M. 100, aus O. I. u. A/s Sparkasse M. 6, Frau Seckel hier M. 5, Ungenannt M. 10, Emden hier, Legat M. 150, Thurnauer in Nürnberg M. 25, Dr. Hanover in Wandsbeck M. 10, Frau Sichel M. 50, Frau Sptyer M. 100, Frau Rosendahl M. 50, sämmtlich hier. f) Zinsen: M. 330,62. Frankfurt a. M., den 1. Mai 1889. Namens der Verwaltung: Siegmund Jeidels. Verlag von Gustav Engel in Leipzig. — Verantwortlicher Redakteur Dr. L. Philippson. Druck von Greßner Lc Schramm in Leipzig.