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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1889-03-07 · Heft 10 (7.3.1889) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
53 (1889)
Issue
Heft 10 (7.3.1889)
Date
1889-03-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenthums. Ein Wparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Durch Buchhandel oder Post bezogen Preis Vierteljahr!. 3 M., direct von der Expedition in Leipzig unter Streifband 3,50 M. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philipp son in Dann. Expedition: Leipzig, Kofpitakstraße 2. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. Phitippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 53. Jahrgang. Leipzig, den 7. März 1889. Nr. 10. Inhalt. Leitende Artikel: Fran; von Holtzendorff und der Antisemitismus. — Die israelitische Bibelanstalt. — Jean Bratiano und Adolf Stöcker. — Zustände und Beobachtungen. — Der Religionsunterricht im preußischen Landtage. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Breslau, Aus Württemberg, Frankfurt a. M., Münster. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest. — Rußland: Warschau. — Serbien: Belgrad. — Bonn: Notizen. — Bonn, Pest: Literarische Notizen. — Feuilleton: E. F. Vene^iani. — Ein interessanter Autograph. — Talmudsage. Bom Rhein, im Februar. Iran; von Holtzendorff und der Antisemitismus. Der leider so früh der Menschheit und der Wissenschaft entrissene berühmte Rechtslehrer war einer der ausgesprochensten Gegner der Antisemitenbewegung, und er versäumte keine Gelegenheit, sich in entschiedenster Weise dagegen auszusprechen. Mit besonderer Sorge erfüllte es ihn, daß, unter dem Einfluß der durch die antisemitische Agitation erhitzten Volksleidenschaften, die Wahrheitsermittelung bei Strafuntersuchungen sehr erschwert werden könnte. Als der berüchtigte Proceß wegen Ermordung des Knaben Cybulla in Skurcz spielte, schrieb er an Herrn Rechtsanwalt vr. Ludwig Fuld in Mainz, welcher in Gemeinschaft mit dem Verstorbenen die Rubrik „Aus der Verbrecherwelt und den Gerichtssälen" der Zeitschrift „Vom Fels zum Meer" bearbeitete, u. A.: „Aus Veranlassung des Skurczer Mordes möchte ich Ihnen Vorschlägen, den Einfluß des Aberglaubens auf die Glaubwürdigkeit des Gerichtszeugnisses zu bearbeiten. Es wäre gut, Angesichts der antisemitischen Erscheinungen, an die Hexenprocesse zu erinnern. Allerdings müßte dies in sehr vorsichtiger Weise geschehen. Ich (auch im Original unterstrichen) bin nicht ängstlich, aber die Zeitungsredactionen sind sehr besorgt, solche Abonnenten einzubüßen, deren Confessionalismus verletzt wird." Die vorurtheilsfreie, edle Gesinnung des echten Menschenfreundes spricht sich in diesen Worten aus, und es muß arg gewesen sein, wenn ein Criminalist wie v. Holtzendorff eine Erschwerung des Rechtsganges von der antisemitischen Bewegung befürchtete. Herr vr. Fuld ist der Aufforderung Holtzendorffs seiner Zeit nachgekommen. (Vom Fels zum Meer 1886, S. 1226-1231). Bonn, 3. März. Die israelitische Äibelanstalt. Nachdem, wie wir bereits früher angezeigt, die israelitische Bibelanstalt in die Hände des Herrn Hugo Bernstein (Ferdinand Dümmler's Verlag, Berlin, Zimmerstr. 94) übergegangen, wurde die Herstellung neuer Auflagen unserer Bibeln mit Energie angegriffen. Und so haben wir bereits den einen Theil der Aufgabe gelöst vor uns. Es ist jetzt die Ausgabe der gesammten Bibel hebräisch und deutsch mit kleineren Typen beendet, und es steht dem Publicum der hebräische Text in einem Bande, die deutsche Uebersetzung in einem Bande, und beide, Text und Uebersetzung einander gegenüber, in zwei Bänden zu Gebote; außerdem ist das Buch der Haphtoroth, jedoch nur hebräisch, fertig gestellt. Der hebräische Text ist klar und scharf, die Uebersetzung ist die viel verbreitete Philippson's, für diese Ausgabe von Philippson, dem sel. Landau und Prof. Rabb. Kämpf revidirt, der Einband kräftig. Nunmehr ist es Sache der Herren Rabbiner, Lehrer und Vorsteher, sich die Verbreitung dieser Bibel innerhalb io

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