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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-12-20 · Heft 51 (20.12.1888) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 51 (20.12.1888)
Date
1888-12-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Z. 3 Allgemeine nlung des Iudenlhums. Ein m-artriisches Organ für alles jiidisihe Jntcreffc. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Durch Buchhandel oder Post bezogen Preis vierteljährl. 3 M., direct von der Expedition in Leipzig unter Streifband 3,50 M. Herausgegeben von Nal'bincr Dr. Ludwig Philippson in Dann. K^kpeditiou: Leipzig, KospitaPraße 2. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Berlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 2)!0 sind gleichfalls an letztere einzusenden. 52. Jahrgang. Leipzig, den 20. Dezember 1888. Nr. 51. Inhalt. Leitende Artikel: Gleichberechtigung und Ebenbürtigkeit. — Der Antisemitismus im Deutschen Neichstage. — Bilder aus dem Leben des Volkes Israel. — Die Baron Hirsch-Stistungen. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Frankfurt a. M., Biele feld, Königsberg. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Prag, Neutra. — Luxemburg: Luxemburg. — Frankreich: Paris. — Italien: Turin. — Rußland: Petersburg, Warschau.— B 0nn: Notizen. — Feuilleton: Correipoudenz. — Die Emigranten. 21Tit Neujahr beginnt die „Allgemeine Zeitung des Iirdenthums" ihren dremndfunstigften Jahrgang. Ich ersuche um gesl. baldige Bestellung, bei allen Postämtern (Deutsche Zeitnngspostliste 115) und allen Buchhandlungen, um jede Störung in der Zusendung zu vermeiden. Prvbeiiummern stehen jederzeit unberechnet und portofrei zu Diensten. Gustav Engel, Nerlagsbuchhandlung, Leipzig. £ei cf, Bon», 18. Deeember. Gleichberechtigung und Ebenbürtigkeit. Man hat sich oft gewundert, daß die antisemitische Verfolgnngssucht in Staaten wie Preußen und Oesterreich-Ungarn, wo die Gleichberechtigung bereits 40 Jahre verfassungsmäßig, wie das Volk es gewollt, verbürgt, sie also als Staatsgrundgesetz anerkannt ist, so heftig auftreten konnte. Und in der That haben alle Wühlereien der Antisemiten in keiner parlamentarischen Körperschaft auch nur einen Antrag auf Beschränkung der Gleichberechtigung zu Stande gebracht. Sie vermochten wohl hier und da den Pöbel aufznhetzen, auch auf dem Wege der Lüge und Verleumdung bekannte Processe anzustellen, die jedoch immer zu ihrer eigenen Schande aussielen, auch eine Anfangs viel gelesene Literatur oder Schandschriftstellerei hervorzubringen, die sich jetzt nur noch in unentgeltlichen Flugblättern verbreiten läßt — aber die bürgerliche und staatsbürgerliche Gleichstellung anzutasten und zu schädigen, gelang ihnen nicht. Dann und wann vergeudeten sie die kostbare Zeit der gesetzgeberischen Körperschaften, namentlich in Ungarn, durch lange und heftige Reden, das war aber auch Alles, und zu irgend mehr waren sie ohnmächtig. Es erklärt sich dies einerseits aus dem das jetzige Geschlecht beherrschenden Rechtsgefühl, das den Grundsatz: gleiche Pflichten und gleiche Rechte nicht aus sich verdrängen kann; aus den schon aus dem vorigen Jahrhundert überkommenen Empfindungen der Humanität, welche doch immer wieder bei der großen Mehrheit die Oberhand gewinnen; andererseits aber auch aus der Einsicht, daß der gegenwärtige Staat weder Klassenbevorzugung noch Zurücksetzung nicht zu ertragen vermag, da er nur ausdemZusammenwirken aller Staatsangehörigen und aus dem Einheitsgesühl des ganzen Volkes seinen Bestand und die Befriedigung seiner stets wachsenden Bedürfnisse Ziehen kann, und daß, wenn erst einmal eine Klasse des Volkes in seinen Rechten beschrankt und Ausschließungen unterworfen worden, keine andere vor gleichem Schicksal sicher sei und Kasten- und Klassengeist mit Intoleranz und Ungerechtigkeit ihren Einzug wieder holten würden. Also die Gleichberechtigung ist conftatirt und gesichert. Dennoch wäre es Verblendung, nicht anzuerkennen, daß die antisemitischen Hetzereien einen gewissen Erfolg gehabt haben. Vielmehr wurden in recht fühlbarer Weise die alten Vorurtheile, ja selbst Haß, in zahllosen Gemüthern wieder geweckt und verstärkt; die allgemeine Gesinnung richtete sich wieder einmal gegen die Juden, ja öl

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