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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-12-13 · Heft 50 (13.12.1888) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 50 (13.12.1888)
Date
1888-12-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Hudenthums. Ein unparteiisches Organ siir alles Wschc Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Durch Buchhandel oder Post bezogen Preis vierteljährl. 3 M., direct von der Expedition in Leipzig unter Streifband 3,50 M. Herausgegeb?n von Rabbiner Dr. Ludwig Mhilippson in Dann. Hrpeditio«: Leipzig, Kospitakstrahe 2. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere * einzusenden. 52. Jahrgang. Leipzig, den 13. Dezember 1888. Nr. 50. Inhalt. Leitende Artikel: Die Religion und die moderne Gesellschaft. — Aus Schweden. — Die Baron Hirsch-Stiftung in Galizien. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, München, Posen, Marburg. Osnabrück. — Oesterreich-Ungarn: Pest, Prag, Troppau. — Frankreich: Paris. — Großbritannien: London. — Rußland: Petersburg, Warschau. — Amerika: New Bork. — Bonn: Notizen. — Bonn: Literarische Notizen. — München: Nekrolog. — Feuilleton: Aus den Erinnerungen eines Arztes. III. — Ein Charakterzug Lassallc's. — Vermischtes. 2TTit Neujahr beginnt die „Allgemeine Zeitung des Iudenthums" ihren dreiundstinfstgsten Jahrgang. Wir ersuchen um baldige Bestellung, bei allen Postämtern (Deutsche Zeitungspostliste 1 l5) und allen Buchhandlungen, um jede Störung in der Zusendung zu vermeiden. Knstan Engel, Verlagsbuchhandlung in Leipzig. Zeite+iSa Bonn, 9. December. Die Religion und die moderne Gesellschaft. Unter diesem Titel veröffentlichte der bekannte Professor der protestantischen Theologie an der Universität Halle W. Beyschlag eine Abhandlung (Halle, Strien, 1887), welche, wie alle Schriften dieses Theologen, allseitige Beachtung verdient. Beyschlag zeichnet sich durch seine scharfe Beobachtungsgabe und seinen Offenmuth aus, wenn auch die Betrachtung von allgemeineren Standpunkten bei ihm mangelhaft ist und er im Grunde der mittleren Strömung des protestantischen Lebens angehört, welche dem Glauben an die formulirten kirchlichen Dogmen absagt, sie aber dennoch mit irgend welchem Jdeeninhalt wieder aufnimmt. In seiner Abhandlung beschränkt er sich, wie er gleich Anfangs bemerkt, auf das Christenthum und zwar in Deutschland. Wir unsererseits halten dafür, daß wir Juden unter den gegenwärtigen Verhältnissen Christenthum und Christliches nicht zum Gegenstände unserer Aeußerungen machen sollen, mit Ausnahme, wo es Abwehr und die Vertheidigung des Juden - thums gilt, und zwar nicht aus Feigheit, aus Mangel an Opserwilligkeit und Ueberzeugungstreue, sondern weil jede unliebsame Auslassung eines einzelnen Juden sofort als Vorwurf und gehässiger Makel auf die Gesammtheit der Juden gewälzt wird, und andererseits aus christlichen Federn hinlänglich kritisirt und verurtheilt wird. Davon zeugt selbst die vorliegende Schrift Beyschlags, und wir erinnern uns ähnlicher Beispiele aus jüngster Lectüre der „Memoiren" des Grafen v. Schack, Sourbeck's „Fichtennadeln aus dem Libanon" u. A. Doch bieten die Zustände in der christlichen Welt mancherlei Analogien mit den jüdischen, und fassen wir daher, ohne näher in die Broschüre Beyschlags einzugehen, das Thema „die Religion und die moderne Gesellschaft" von unserem Standpunkte auf. Auch wir beschränken uns heute hierin aus die Verhältnisse in Deutschland, nicht des deutschen Reiches, sondern der deutschen Zunge. Denn unsere Glaubensgenossen in den osteuropäischen Ländern, einschließlich Galiziens und der Bukowina, bieten ein ganz anderes Bild, da dort die stabile Orthodoxie und der Chassidismus noch durchaus vorherrschen, und eine andere religiöse Richtung nur von Einzelnen in verhältnißmäßig geringer Zahl eingeschlagen wird. Die Religion in der allgemeineren Bedeutung des Wortes befaßt drei Momente: das dogmatische oder den Lehr- und Gedankeninhalt, das Practische oder die Einwirkung des religiös-sittlichen Gesetzes auf das Thun und Lassen des Menso

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