Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 52 (1888)
- Issue
- Heft 48 (29.11.1888)
- Date
- 1888-11-29
- Page
- Seite 768 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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768 geistes mit dem kranken und abgeschwuchten Leibe und die Siege jenes über diesen zu beobachten hat, weiß es besser. Ä«ch ein Proceß. Der Xetentycr Insasse Ignaz Getzl strengte vor Kurzem gegen die dortige israelitische Gemeinde einen Civilproceß an. Getzl besaß nämlich in der Tßtonyer Synagoge einen Betsitz in der ersten Reihe der Frauengalerie. Frau Getzl war denn auch ob dieses schönen Sitzes von Vielen beneidet. Eines Tages kam der Vorstand der Gemeinde auf die jedenfalls lucrative Idee, eine neue Bankreihe vorzuschieben, respeetive der bisherigen ersten noch eine vorzusetzen. Frau Getzl. die bereits daran gewöhnt war, „in erster Reihe" genannt zu werden, sah sich durch diese eigenmächtige Maßregel des Vorstandes in des Wortes buchstäblichem Sinne „zurückgesetzt". Der Gatte versuchte wohl mit der Gemeinde eine gütliche Auseinandersetzung der Affaire zu bewerkstelligen, indem er einen Ersatz für die seiner Frau gewordene Hintansetzung forderte. Als dies nicht gelang, trat er beim Bezirksgericht für den Pester Landbezirk klagbar gegen die Gemeindevorvostehung auf. Der Bezirksrichter vernahm über den Streitfall Sachverständige und diese deponirten zu Gunsten des Klägers. Dem Gutachten der Sachverständigen gemäß sei es nämlich ein althergebrachter Usus, daß bei etwaigen Vermehrungen der Sitzreihen dies nur rückwärts geschehen könne, die bestehenden Sitzreihen aber in ihrer bisherigen Rangordnung verbleiben. Demzufolge lautete das Urtheil dahin daß Frau Getzl auf einen Sitz in der ersten Reihe Anspruch habe und überdies sei die Gemeinde — Alles innerhalb acht Tage bei sonstiger Execution — verpflichtet, dem Kläger 149 fl. Proceßkosten zu bezahlen. Anzeigen. Bei der hiesigen jüdischen Gemeinde soll wegen dauernder Kränklichkeit des jetzigen Beamten die Stelle eines |$.58ir> Woröeter j (musikat. gebildet) und Schächters besetzt werden. Unverheirathete Bewerber wollen sich unter Zusendung ihrer Zeugnisse baldigst melden. Mühlhausen i. Th., 20. Novbr. 1888. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Bergmann. Reelles Heirathsgesuch. Ein junger Kaufmann (mosaisch), Mitte 20 er Jahre, Inhaber eines gutgehenden Weißwaaren - Geschäfts , in einer größeren Kreisstadt der Mark, wünscht sich mit einer; jungen Dame aus guter Familie mit einigem! Vermögen zu verheirathen. Eltern, wie Bor-! münder wollen dieses ernstgemeinte Herraths-! gesuch berücksichtigen. Strengste Diskretion.! Photographie erwünscht, jedoch nicht Be-i dingung. Offerten unter J. H. 5659 Exped.! des Berliner Tageblatts, Berlin SW. j Außerordentliche Preisherabsetzung. Die Buchhandlung S. Schwelm in Frank-! surt a. M. liefert so lange der geringe Vor! rat reicht. sB.5722; Brüll. I)r. A. Populär-wissenschaftliche Mo-j natsblätter zur Belehrung über das Indenthnm. Den Jahrgang statt M. 6 nur M. 1,5,0 (vorrätig 3 verschied. Jahrgänge. Goldzieher, I. Der Mythos bei den Hebräern u. seine geschichtliche Entwickelung.' Leipzig 1876. Statt Ladenpreis M. 10 nur M. 3. Grünbaum, M. Jüdisch-Demsche Chrestomathie. Zugleich ein Beitrag zur Kunde der hebräischen Literatur. Leipzig 1882.! Statt Ladenpreis M. 14 nur M. 4. 1 cheirath. Mein Verwandter, 31 Jahre alt (Rheinländer), von stattlicher Erscheinung, aus hochrespektabler Familie, Mitinhaber eines altrenommirten, blühenden Fabrikgeschäftes in Berlin, beabsichtigt sich zu verheirathen, und wünscht sich eine gebildete junge Dame zur Frau, aus durchaus achtbarer und gesunden Familie, welche eine recht gute, häusliche Erziehung genossen hat. Der Dame würde eine glückliche Zukunft gesichert sein. (B5833 Gest. Offerten unter genauer Angabe der Verhältnisse über Familie und Vermögen sind erbeten unter K. 0. 3082 an Rudolf Moste, Berlin C. Körrigstr. 56 57. Demnächst erscheint Katalog 8 lH.599 { .Imliiiia ii. Orientalin. r ÄfT;. 3. S-ntiip. : Gefertigter ein ans Rußland während der Judenverfolgungen anher geflüchteter Rabbiner empfiehlt sich zum ^-|p Sagen und Lernen für verstorbene theuere Anverwandte, sowie zum Schreiben einer rmn “DD. Das Geld wird zu nfe nDJ3H nv^D verwendet werden. sLc36l8 Rabbiner Osias Krön in Skala a. Z. Galizien. Ein jüd. Mädch. mit gut. Zeugn. s. D G bei alten Leuten oder zur Stütze d. G Hausfrau zum 1. Jan. auch früher G Stellung. Gest. Offert, an F. Berg, E Berlin, Kaiserstr. 38, part. links. i 122 Die Schlächterei Äl. Rose- Dornum, Ostfriesland versendet franco gegen Nachnahme extra feines frisch geschlachtetes Marsch - Hammelfleisch 9 Psd. Netto 4 M. 40 Pf. fettes Rindfleisch 9 Pfd. Netto 5 M. 40 Pf. OKOKKOKKAHKOKKOK IIIII IIII I III I1I II I I I II II I I I I I I I I I 11 I 1 Zum Semesterwechsel werden folgende an vielen Orten bereits eingeführte MST Schulbücher TM bestens empfohlen: Aub, Grundlage zum Unterricht in der mosaischen Religion, kart. M. 1,20. .Hecht-Kayserlirrg, Handbuch der israelitischen Geschichte, gebunden. M. 1,80. Levy, Chaldäisches Wörterbuch über d. Targumim rc. Eleg. Halbfr^bd. geb. M. 12. Liebling n. JaeobsohNf Israelit. Schutu. Gemeindegesangbuch, geb. M. 2,40. Philippson, Die fünf Bücher Mosis für Schule und Hans. eleg. drosch. M. —,90. Weilt,Lehr-u.Uebungsbnch der hebräischen Sprache, kart. M. 1,20. i i i ■ ri 111 i i i i i 1111 in in n 1111111 i i i i i OOO OOO OOOOOOOOOO Verlag von Gustav Engel in Leipzig. - Beranlwortlicher Redakteur Dr. L. Philippson. Druck von Greßner & Schramm in Leipzig.