Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 52 (1888)
- Issue
- Heft 36 (6.9.1888)
- Date
- 1888-09-06
- Page
- Seite 575 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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575 Trauerhause (Schovien's Passage) hielt Herr Prediger vr. Leimdörfer die Leichenrede mit Zugrundelegung des Psalmwortes: „Deine Herrlichkeit war: Kämpfen für das Wort der Wahrheit in Bescheidenheit und Tugend". Redner entwarf ein Bild des bedeutenden Gelehrten als Pädagoge, Forscher und Schriftsteller, sowie als Director der hiesigen Stadtbibliothek, die für die Welt der Geister fast Das bedeute, was für die Kaufmannschaft die Börse. Auf das Wirken in Familie und Gemeinde eingehend, wurde hervorgehoben, daß Jsler einer der Ersten gewesen, welcher vor 51 Jahren die Begründung israelitischer Rabbinerseminare in der Philippson'schen Zeitung befürwortet hat und daß er den großen Rechtsanwalt Gabriel Riesser in 4 Bänden verewigt und meisterhaft über die Entstehung der hiesigen israelitischen Gemeinde geschrieben habe, ferner daß er Vorsteher des Stipendienvereins für arme Studirende und Mitglied des Vorstandes der Alliance israelite universelle zur Hebung der geistigen Cultur der Glaubensgenossen gewesen. Sein wahrer, bescheidener und tugendhafter Charak- Ieuil Kurze Semerkungen. ix. I» den Einleilungsworten zu den prophetischen Reden des Ainos heißt es, daß er „in den Tagen Ussijah's, des Königs von Juda und in den Tagen Jerobeams, des Sohnes Joasch', Königs von Israel, zwei Jahre vor dem Erdbeben" prophezeit habe. Dieses Erdbeben, welches auch Secharjah 14, 5 erwähnt, würde sehr genau den Zeitpunkt angeben, wenn es feststünde, wann es vor sich gegangen. Hierauf mußten wir noch in unserer „Einleitung zum Amos" verzichten. Die traditionelle Ansicht, daß es eingetreten, als Ussijah auf dem Altäre opfern wollte und der Aussatz an ihm ausbrach, stützt sich, wie schon Aben-Esra bemerkt, auf nichts, da in diesem Falle der Chronist wohl nicht darüber geschwiegen hätte. Seitdem ist man der Sache näher gekommen. Die Astronomen Hing und Airy und noch mehr Lehmann und Oppolzer haben festgestellt, daß auf den 14. Juni 763 vor d. gew. Zer. eine Sonnenfinsterniß fiel, mit ter habe ihm in den vornehmsten Kreisen zahlreiche aufrichtige Freunde erworben, und sein Name sei durch sein immenses Wissen weit berühmt geworden. Die Zuhörerschaft war tief ergriffen durch die Schilderung dieses seltenen, idealen Charakters. Am Grabe auf dem Friedhof in Ohlsdorf fand nach der Recitation der üblichen Gebete die feierliche Einsegnung durch Herrn vr. Leimdörfer statt. — Man schreibt uns aus Nordhausen, vom 17. Aug.: Am 17. d. M. wurde die hiesige, durch einen Vorbau erweiterte und sonst renovirte Synagoge in üblicher und würdiger Weise eingeweiht. Herr Rabbiner vr. Gelb haus fesselte und begeisterte durch seine schwungvolle (demnächst auf allgemeines Verlangen in Druck erscheinende) Rede die zahlreichen Hörer, worunter sich auch viele christliche Theilnehmer befanden. Auch der wohlgeschulte Synagogen-Chor wirkte durch seine herrlichen Gesänge. Dankbar anzuerkennen ist insonders die eifrige Thätigkeit des Gemeindevorstandes, sowie nicht minder die bedeutende Opferwilligkeit der Repräsentanten und der hiesigen Gemeindeinitglieder. i e 1 o n. welcher die Erdbebenperiode in Mesopotamien beginnt. Die assyrischen Nachrichten geben für Erdbeben die Jahre 763 in Verbindung mit der Sonnenfinsterniß, 762 761 und 759 an, worauf erst wieder 746 solche „Unruhen der Erde" gemeldet werden. Diese Erdbeben werde» aus verschiedenen Gegenden des assyrischen Reiches gemeldet, und sicherlich hat sich das Erdbeben von 763 bis nach Palästina erstreckt. (Vgl. Eduard Sueß „Das Antlitz der Erde", Bd. 1. S. 74.) Wir hätten hierdurch einen ganz bestimmten Anhaltspunkt für die Chronologie aus der Zeit der Könige, die, wie bekannt, dadurch verworren ist, daß die Regierungsjahre der Könige rund angegeben werden, während sie doch in den meisten Fällen nicht voll gewesen sein müssen. Wir geben dies als ein Merkzeichen für diejenigen, welche sich mit dem Gegenstände näher beschäftigen. An einer bestimmten Zeitrechnung fehlt es eben in den biblischen Schriften, und die Zählung nach den Regierungsjahren der Könige würde nur in dem Falle ausreichen, wenn Jahre, Monate und Tage einer jeden dieser Regierungen angegeben worden wären. Für mein Getreidegeschäft suche ich zum l. October d. I. einen Lehrling mit guten Schulkenntnissen. sLc.3139 M. Ascher, Naugard. Anzeigen. Israelit. Lehr- & Erstehungsinftitut Psungstadt bei Darmstadt gegründet 1857. . , , _ Gewissenhafte religiöse Erziehung, gründliche wissenschaftliche Ausbildung, besonders für den kaufmännischen Berus. Mäßige Preise, beste Referenzen. sZ.73 Näheres durch vr. Barnass, Direktor.